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Konzert der Motorsägen

Konzert der Motorsägen

Sie sprechen mir aus dem Herzen Frau Casale, auch ich habe den riesigen Haufen Holz der ehemalig stattlichen Linde (und noch ein paar anderer Bäume) auf dem Areal des Plantahofs mit Wehmut und Frust betrachtet. Der Wert von Bäumen, Hecken und extensiven Grünflächen zum Erhalt der Biodiversität und zur Abmilderung des Klimawandels müsste beim heutigen Wissensstand eigentlich den meisten Menschen bekannt sein, auch den Behörden. Statt Erhalt und Pflege findet aber weiterhin ein ungebremstes Vernichten statt.
Auch in Malans konzertieren grad die Motorsägen. Viele Bäume müssen tatsächlich gefällt werden weil sie beim heftigen Schneefall von Mitte Januar enorm Schaden genommen haben. Ja, sie wurden halt seit Jahren nicht mehr gepflegt und sind entsprechend anfällig. Im Zuge der allgemeinen Baumfällwut verschwinden aber gleich auch noch ein paar unversehrte Bäume, ja gar eine ganze Hecke von gut 100 Meter. Weil sie mitten im Traktorland standen .. oder zu nahe an der Strasse … oder zu viel Licht und Sicht wegnahmen???
Wir Menschen sind ein Teil der Natur und auch unser Wohlergehen davon abhängig dass deren Kreisläufe funktionieren. Betrachten wir uns jedoch als über dieser Natur stehend und stutzen sie uns zurecht wie’s uns vermeintlich grad am meisten nützt und passt, wird das natürliche Gleichgewicht gestört. Wir sollten uns also nicht wundern, wenn so ein kleines, freches Ding daher kommt und seinerseits des Menschen Gleichgewicht ganz heftig durcheinander wirbelt. Und der Klimawandel wird sich wahrscheinlich nicht rücksichtsvoll in eine Ecke zurückziehen und still halten bis das Virus aus den Köpfen der Menschen verschwunden ist und etwas Raum lässt damit sie sich (vielleicht) wieder um ihn kümmern können.
Pflanzen und pflegen wir Bäume, Hecken und extensive Grünflächen werden wir belohnt, nicht in Rappen und Franken, aber mit Summen und Brummen, fröhlichem Vogelgezwitscher, erfrischendem Schatten und sauberer Lungennahrung.

Christine Bläuer
26. Februar 2021, 10:47:39
Leserbrief
Ort:
7208 Malans
Zum Artikel:
Es war einmal ein Baum ..., Südostschweiz, 22.Februar 2021

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Bravo, Frau Christine Bläuer.
Leider scheinen Sie eine Ruferin in der Wüste zu sein (Wüste, Verwüstung); Prophetin im eigenen Land, in jedem Land ungehört.
Wie lange schon gibt es Statements wie das von Ihnen, von Frau Casale, von... mir? Ewig? Und nützen null? Es liegt an der fehlenden Organisation. Und Zivilcourage des Anpackens, schätze ich.
Zitat: "Gedacht ist nicht Gesagt, Gesagt ist nicht Gehört, Gehört ist nicht Verstanden, Verstanden ist nicht Gewollt, Gewollt ist nicht Gekonnt, Gekonnt und Gewollt ist nicht Getan und Getan ist nicht Beibehalten."
Es ist halt (zu) einfach/bequem, als Klimastreikende lustige Strassenumzüge zu veranstalten und Steine zu bemalen, oder als "Grüne Partei" GR Verda grünangemalte Worte (beide Vereine antworten mir nicht mal auf meine Vorschläge), auch das neue Parteiprogramm etwa der SP klingt wohl schön, aber nicht so, wie ich es möchte, und überhaupt, was sind schon Worte, frage ich gebranntes Kind beispielsweise im 50-Jahre-Rückblick (so lange höre ich schon Spendenaufrufe zur Rettung des Regenwaldes, heute inexistenter denn je; tolle Spendeneffizienz).
Denn tatsächlich wird es schlimmer statt besser. Grundsatz: Je schöner die Euphemismen, umso desaströser die Realität.
Siehe meine Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2021-01-03/zum-jahreswechsel-0
https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2021-01-22/in-chur-ist-die-…
Auch ich sehe das im Alltag. Beispiele: Erhebliche noch-mehr Zunahme an Lärm/Abgasen durch Facility Managers-Hyperaktivitäten Laubbläser/Rasenmäher/Motorsägen;
vielstündige Staus mit grollenden Motoren vor meinem Fenster Südumfahrung Chur alias Wohlstands(verwahrlosungs)vergnügungsverkehr gemäss BMW-Slogan "Aus Freude am Fahren" (Luft im Freien grossräumig toxischer als in Tiefgaragen), zunehmend Dauerzustand; Indoor-Wohnenlärm-Remmidemmi gesundheitszermürbend samt Rauchen around-the-clock (meine Diagnose: es gibt besseren Schutz vor Passivrauchen im Öffentlichen Raum wie in/um Kindergärten/Schulen, auf SBB-Perrons, als in der letzten Zuflucht "My Home Is My Castle" insbesondere für Chronischkranke wie Asthma/COPD/Long-Covid, die auf offene Fenster, reine Luft, angewiesen wären), obwohl alles unnötig/vermeidbar. Wo ein Wille da ein Weg: Melioration/Fraktionierung. Und "Verzicht ist Gewinn an Wesentlichem" und "Geburten-/Konsumstreik als Tatbeweis nicht nur des Klimastreiks.
Mein Vorschlag: Werden Sie Mitglied fürs Edental. https://turnaround-to-eden.webnode.com/ (soll im März überarbeitet werden, leider ist meine Produktivität infolge Umwelt man-made eher tief): Ein Prototyp (an physiologischen Erfordernissen orientiert statt an wohngestalterischer Einfallslosigkeit alias Einfaltsreichtum), geografisch begrenzt, dafür inhaltlich maximal gesund/naturgesetzlich (Greta möchte ALLES ändern und jetzt) zwecks Heureka, Aha- und Dominoeffekt.

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