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Leserbrief

Kanonendonner zum Neujahr

Albert Jörger,
03. Januar 2019, 16:50:54

Vals "Ds Tälli liidet", Kanonendonner zum Neujahr.

Am Neujahrsabend 1. Januar 2019 gegen sieben Uhr wurden wir im Dorfkern Vals aufgeschreckt von einem unerhörten Kanonendonnerschlag, sodass in den alten Häusern die Wände zitterten zusammen mit ihren schockierten Bewohnern und Gästen. Es war dies in einer Lautstärke, die für Mensch und Tier als Zumutung und Qual, hartherzig und rücksichtslos, anzuklagen ist.

Unsere Vorfahren haben in rauher Bergwelt eine bodenständige Kulturlandschaft geschaffen und uns eine nachhaltige Lebensart vorgemacht, die Respekt und Rücksicht für alle Mitmenschen einschliesst. Nachdem das Feuerwerk mit Kriegskanonendonner, wie man vernimmt, zum Neujahrsprogramm des Hotels Therme gehört, fragt man sich, ob dies nicht eine Bewilligung der Gemeinde voraussetzt, und wie sich das mit dem Tourismus-Leitbild des "stillen Bergdorfes" verträgt. Und muss man befürchten, dass das die Vorboten des grössenwahnsinnigen Turmbauprojekts sind? Leider ist es in unserm Valsertal je länger je mehr wie Anna Maria Bacher sagt: "ds Tälli liidet".

Helena Jörger, Handlung, Vals.
3. Jan. 2019

Dieser Leserbrief sende ich im Auftrag meiner Tante (88 Jahre alt), die sich von diesem Schock noch nicht erholt hat.

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Sehr geehrte Frau Jörger,
herzlichen Dank für Ihren Leserbrief, dass Sie diese Missstände öffentlich bekanntmachen. Und mein Mitgefühl.
Ich bin seit Jahren an diesem Thema, was völlig unnötiger Lärm an Gesundheitsschäden bis letztlich dem Tod verursacht, während Spitäler/Rehas mit Riesenaufwand gutzumachen versuchen, was je nach Umstand nicht mehr gutzumachen ist, deshalb an dieser Stelle meine Frage an die Gesundheitsverantwortlichen – Politiker und Mediziner – ob sie bitte ihr Prestige für Prävention hier einzusetzen bereit sind.
Siehe meinen Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2018-12-07/regierung-muss-ueber-d…
An die Vierte Gewalt bzw. Somedia meine Bitte, aufzuarbeiten an diesem Beispiel Vals, ob derartige Dezibels erlaubt sind 1) falls nein, wie man den Verursacher zur Rechenschaft ziehen könnte; 2) falls ja, wie man die entsprechenden Gesetze "heilen" könnte.