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Klima gerettet, Umwelt vergiftet

Im Artikel „Katapultieren Windräder Umweltgifte auf die Alpweiden?” (Südostschweiz, 13. Februar 2026) wird die PFAS-Problematik bei Windkraftanlagen thematisiert – eine Gefahr, die systematisch unterschätzt wird. Für unseren Tourismuskanton besteht ein hohes Risiko.

Die Regierung lässt den Boden rund um das Windrad in Haldenstein untersuchen. Das ist Augenwischerei. PFAS-Partikel werden durch den Rotor-Windkanal kilometerweit in Richtung Malans geschleudert, wo die Luftmassen an die Bergflanke prallen. Dort müsste gemessen werden. Wer am falschen Ort sucht, will nichts finden. Diese Strategie beruhigt die Bevölkerung mit wertlosen Messwerten. In unserem Tourismuskanton, in dem saubere Natur und unberührte Landschaften das wichtigste Kapital sind, ist eine solche Täuschungsstrategie besonders unverantwortlich.

Auch ein "Monitoring" nach der Inbetriebnahme ist ein blanker Hohn. Wenn die Windmonster laufen, ist es zu spät. PFAS sind nicht abbaubar – jedes freigesetzte Milligramm vergiftet den Boden für immer. Die Behörden verkünden stolz, dass die Grenzwerte ein-gehalten würden. Dabei wird die die Akkumulation jedoch völlig ignoriert. Die Frage ist nicht ob, sondern wann die Grenzwerte überschritten werden. Durch den Zerfall der Lackbeschichtungen steigt die Freisetzung mit dem Alter exponentiell an. In zehn Jahren werden wir in Haldenstein und in Malans nicht nur die doppelte, sondern ein Vielfaches der Giftmenge haben.

Dass Windräder für die Stromerzeugung sinnvoll sind, bestreitet niemand. Doch sie vergiften die Umwelt mit einer Ewigkeitschemikalie, die unsere Enkel in 1'000 Jahren noch im Boden finden werden. Wir erkaufen uns die Klimarettung somit mit einer dauerhaften Umweltvergiftung. Unsere Umwelt wird durch Windräder zu einer Sondermülldeponie.

Solange der Profit wichtiger ist als das Vorsorgeprinzip, regnen bei jeder Umdrehung PFAS-Partikel auf unsere Bergweiden nieder. Wer Windräder ohne PFAS-freie Beschichtungen in den Alpen zulässt, opfert die Umwelt dem Klima. Doch beides zu retten ist möglich - wenn der politische Wille vorhanden wäre. Die Gemeinden als Grundeigentümer können entsprechende Auflagen machen.

Die Schweiz sollte PFAS-freie Windkraftanlagen zur Pflicht machen. Andernfalls verdienen die Energiekonzerne Millionen, während die Gemeinden die Last der vergifteten Weiden tragen. Die Bevölkerung muss handeln - bei der nächsten Abstimmung.

Julius Candinas
16.03.26 - 21:16 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
Südostschweiz, 13. Februar 2026, Artikel: "Katapultieren Windräder Umweltgifte auf die Alpweiden"
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Die SVP hat einen neuen Sündenbock für die Verseuchung unserer Böden durch PFAS gefunden: Die Windräder. Dabei ist diese Verunreinigung schon länger ein Thema und die wahren Verursacher sind bekannt.
PFAS im Schweizer Boden stammen aus mehreren grossen Quellen und sind heute fast flächendeckend nachweisbar. Besonders ins Gewicht fallen dabei bestimmte Branchen und Anwendungen. Wichtige PFAS-Quellen im Boden sind
- Löschschäume und Löschübungsplätze. Feuerlöschschäume mit PFAS wurden über Jahrzehnte bei Feuerwehren, auf Flughäfen und in Industriearealen eingesetzt. Entsprechende Übungsplätze zeigen oft sehr hohe Bodenbelastungen.
- Klärschlamm auf Feldern: Viele landwirtschaftliche Böden sind erhöht belastet, da früher PFAS-haltiger Klärschlamm als Dünger ausgebracht wurde. Industrie und Deponien: Galvanikbetriebe, die Chemie- und Metallindustrie sowie Deponien gelten als typische Punktquellen mit hohen Konzentrationen im Unter- und Oberboden.
- Verbrauchsprodukte: PFAS gelangen diffus über Outdoor-Textilien, Reinigungsmittel, beschichtete Pfannen usw. in die Umwelt. Diese Hintergrundbelastung findet sich inzwischen sogar in abgelegenen alpinen Böden.
Die Entdeckung der Windräder als Hauptquelle ist ein Ablenkungsmanöver, das darauf abzielt, die Förderung von Atomenergie voranzutreiben.

Stimmt, Umwelt vergiftet.
https://www.infosperber.ch/politik/schweiz/pfas-steuerzahlende-bekommen…
Windräder bringen in der Schweiz zu wenig Strom, man müsste wohl massenhaft damit unseren "Lebensraum" kontaminierend verschandeln, um Atomkraftwerke zu verhindern. Wie beim Lärm gilt beim Strom: An der Quelle anzusetzen ist Ursachenbehandlung statt Symptombehandlung. Wer sich dem Stromsparen verweigert (inklusive dem unnötigen Verbrennen von Milliarden (!) Litern Treibstoff JEDES Jahr), der hat erst recht keine PFAS-Windräder aufzustellen zu unser aller Schaden.
Ich sehe leider immer mehr PRopagandisten (ideologisch "Geimpfte") und immer weniger Vernunft in der Welt. Man made halt.

Ich stimme Herrn Reuss zu, dass man noch vor der Wahl der Energieerzeugung zuerst mal sparen sollte. Was allen dienen würde, nämlich das zeitraubende Pendeln weitgehend zu vermeiden, ist aber für aktuelle Politikerinnen und Politiker eine Nummer zu gross. Es brauchte überall ungefähr so viele Arbeitsplätze wie Wohnraum, damit die meisten Leute zwei oder mehr Stunden täglich Zeit sparen könnten, weil sie kaum mehr pendeln müssen. Man könnte so auch viel Energie sparen und Lärm vermindern. Eine weitere Idee wäre, dass es nur noch kleine Autos geben sollte, anstatt möglichst grosse. Dann könnten wir die Hälfte des Sprits einsparen. Doch Ideen, welche ein Übel an der Wurzel packen, gelten als Utopien, sind auch nicht immer sofort umsetzbar und werden belächelt.

PFAS (TFA im Regenwasser, also überall, ubiquitär) werden immer mehr, AKKUMULIEREN sich.
Grenzwerte sind politisch (willkürlich), nicht naturwissenschaftlich begründet. Je weniger geforscht wird (und je naiv-gutgläubiger das Volk), um so höher dürfen die Grenzwerte sein. Denn wer erkrankt oder stirbt, dem fehlen Studien und Beweise über die Ursache.
Beispiel aus SALDO 21.1.2026:
https://www.saldo.ch/artikel/artikeldetail/bund-verharmlost-gefahren-fu…
Parlament finanziert Weinwerbung – und stoppt PFAS-Studie
Das Bundesamt für Gesundheit untersuchte in einer Studie die PFAS-Belastung der Bevölkerung in den Kantonen Bern und Waadt. Wie hoch die übrige Schweiz belastet ist und wo Einwohner den Chemikalien am meisten ausgesetzt sind, ist weitgehend unbekannt. Eine geplante Studie hätte auf genau diese Fragen Antworten liefern sollen. Doch der Bundesrat stellte die Studie Anfang 2024 ein.
PFAS-Fachleute schütteln über den Studienabbruch den Kopf. Toxikologe Lothar Aicher von der Uni Basel: «Sie finden in der ganzen Schweiz keinen Toxikologen, der diesen Entscheid versteht.» Auch Martin Scheringer von der ETH Zürich spricht von einem gravierenden Fehlentscheid: «Ohne diese Untersuchung bewegen wir uns im Blindflug.» Der Bundesrat schrieb, er erachte es nicht als seine Aufgabe, die Beschaffung solcher Daten zu finanzieren.
In der vergangenen Dezember-Session bestätigte das Parlament den Studienstopp. In der gleichen Session bewilligte das Parlament 10 Millionen Franken für die Absatzförderung von Wein. Die PFAS-Studie hätte 10 bis 12 Millionen Franken gekostet.
saldo fand mit Hilfe des Öffentlichkeitsgesetzes heraus: Der Bundesrat verwarf günstigere Studienvarianten, die nur rund 7,5 Millionen Franken pro Jahr gekostet hätten. Eigenartigerweise stoppte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider die Gesundheitsstudie, bevor ein bestelltes Gutachten (Kostenpunkt 50'000 Franken) über die Finanzierungsmöglichkeiten vorlag.
PS:
«Die PFAS-Belastung der Bevölkerung ist besorgniserregend hoch», sagt PFAS-Spezialist Martin Scheringer von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH).

Sicher sollen auch Windkraftanlagen umweltfreundlich sein, doch sind mir diese viel lieber als Atomkraftwerke. Unabhängig davon, wo wir messen, sind PFAS oder auch Mikroplastik weltweit nachweisbar, sogar in den Polarregionen. Sie sollten also schleunigst durch Ersatzprodukte ersetzt werden.

Gerade heute (17. März 2026) steht in der „Südostschweiz” auf der letzten Seite: „PFAS in fast allen Schweizer Böden”. Und dieses Gift (auch Ewigkeitschemikalien) stammt bestimmt nicht von Windrädern.
Die wichtigsten Lieferanten von PFAS sind nämlich
- Klärschlamm und Komposte. Klärschlamm wurde früher häufig als Dünger auf Felder ausgebracht (in der Schweiz war dies bis 2006 erlaubt).
- Feuerlöschschäume: PFAS-haltige Löschschäume auf Übungsplätzen, an Flughäfen, bei Militärstandorten und bei Grossbränden führen lokal zu sehr hohen Bodenbelastungen.
- Industriebetriebe: Emissionen aus Textilbehandlung, Galvanik, Papier- und Kunststoffverarbeitung.
- Landwirtschaft: Zusätzlich zu Klärschlamm können PFAS über belastete Bodenverbesserer, Pflanzenschutzmittel oder bewässerndes Grundwasser auf Acker- und Wiesenflächen gelangen.
Windräder als Sündenböcke zu verkaufen, obwohl jeglicher Beweis fehlt, ist billige Propaganda. Vor allem die SVP verteufelt Windräder, um Atomkraftwerke zu fördern. Strahlung und Atommüll statt frischer Wind sollen besser sein?

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