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Die USA als Amerika zu bezeichnen bedeutet Förderung von Neokolonialismus

Unter den aktuellen Umständen, des imperialistischen Verhaltens der USA unter der aktuellen Administration unter Präsident Trump kommt es immer wieder vor, dass in der "Südostschweiz" oder anderen Medien, wie auch im SRF die USA als Amerika bzw. die US-AmerikanerInnen als „AmerikanerInnen“ bezeichnet werden.
In einer Zeit wo sich die US-amerikanische Administration in mehreren Bereichen und an mehreren Orten auf der Welt um das internationale Völkerrecht foutiert und einen selbstherrlichen Krieg an der Seite einer bereits der Kriegsverbrechen angeklagten israelischen Administration führt, ist die Verwendung und damit Förderung des Begriffes „Amerika“ oder „amerikanisch“ äusserst fragwürdig, da sie den damit offensichtlichen Neokolonialismus und Imperialismus unterstützt. Die Medien machen sich - in dem sie nicht konsequent Amerika als Doppelkontinent - als "die Amerikas" - und die Vereinigten Staaten von Amerika als USA oder US-amerikanisches, nordamerikanischen Land bezeichnet - mit zu Komplizen dieser Verzerrung der Wirklichkeit.
Fest steht, dass es sich beim dekolonisierten Begriff „Amerika“ nur um die Bezeichnung eines Doppelkontinents handelt, welcher aus Süd-, Mittel- und Nordamerika besteht. Auf dem Kontinent Amerika gibt es zusammen mit der USA 35 Nationen mit sehr unterschiedlichen Kulturen, die 982 verschiedene Sprachen aus mehreren Sprachfamilien sprechen; es gibt weder „amerikanische“ Einheitssprache noch Kultur und hat sie auch noch nie gegeben.
In einer dekolonisierten, modernen Sichtweise - gerade auch auf Grund der modernen, internationalen Archäologie und Anthropologie - wird darum heute nur noch von „den Amerikas“ gesprochen. Spätestens seit den neueren Erkenntnisse über die präkolumbianische Zeit des Kontinentes Amerika vor 1491 wurde klar, dass die Amerikas schon Jahrhunderte vor deren Kolonialisierung durch die Europäer viele, weit entwickelte und faszinierende Hochkulturen hervorgebracht haben.
Damit ist es höchste Zeit festzustellen und in Europa, in der Schweiz und in den schweizerischen Medien die dringend notwendige Abgrenzung vorzunehmen, die USA nicht mehr als „Amerika“ zu bezeichnen, da dieser Begriff seit der Staatsgründung 1776 zuerst kolonialistisch (brutale Niederwerfung und Unterdrückung der Indigenen Urbevölkerung etc.), dann postkolonialistisch (verwerfliche Lebensumstände der meisten Indigenen in der USA heute etc.) und heute neokolonialistisch gegenüber Europa und der ganzen Welt verwendet wurde und wird.

Thomas Rüedi
10.03.26 - 10:07 Uhr
Leserbrief
Ort:
Domat/Ems
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Es ist noch viel schlimmer, Thomas Rüedi.
Bald wird der ganze Planet den USA gehören und von ihnen "America" (der Zweite Buchstaben in MAGA) genannt werden.
Merke: die USA haben als einziges Land kein Aussenministerium, sondern State Departement; kein Verteidigungs-, sondern Kriegsministerium; als einziges Land Atom-Angriffskriegs-Doktrin.
Davor warne ich seit Jahren.
Aber entweder es interessiert niemanden. Oder gewisse klugschei . . . ternden "Kommentatoren" behaupten das Gegenteil. Wie bl . . . ind kann man sein?
Arme Welt.

Amerika wurde nach dem italienischen Seefahrer Amerigo Vespucci benannt, dessen Vorname in lateinischer Form „America“ auf eine Weltkarte von 1507 geschrieben wurde. Vespucci segelte von 1499 bis 1502 an die Küsten Südamerikas und beschrieb, dass es sich nicht um Asien, sondern um einen eigenständigen neuen Kontinent handele.
Der deutsche Kartograf Martin Waldseemüller zeichnete 1507 eine Weltkarte, auf der der neue Kontinent erstmals als eigener Erdteil erschien. Sein Kollege, der Humanist Matthias Ringmann, hatte Vespuccis Berichte gelesen und schlug vor, den Kontinent zu Ehren Amerigos „America“ zu nennen. Waldseemüller übernahm diesen Namen auf seiner Karte.
Somit sollte der Begriff Amerika, analog zu Asien, Afrika oder Europa, den vollständigen Kontinent beschreiben.

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