Häusliche Gewalt gibt es auch gegen Männer
Mit der nationalen Kampagne gegen „häusliche, sexualisierte Gewalt“ ist in der Medienlandschaft zu beobachten, dass Beiträge spezifisch und ausschliesslich über Gewalt an Frauen berichten. Dies ist zwar leider eine Tatsache und völlig inakzeptabel; ist das aber eine wirksame Form dafür?
Für einen besseren Einbezug der Männer in die Gesamtthematik wünschen wir uns in der Männerberatung und -arbeit, dass eine solche Kampagne und auch die Medienberichte innerhalb eines Kontextes aufgezogen werden können; welcher in der Definition von häuslicher Gewalt des EBG (Eidg. Büro für die Gleichstellung von Mann und Frau) heisst: „Häusliche Gewalt umfasst alle Formen körperlicher, sexueller, psychischer oder wirtschaftlicher Gewalt - und betrifft Personen jeden Geschlechts und Alters"! Ohne diesen Zusammenhang könnte der Eindruck entstehen, dass häusliche Gewalt nur bei Männern als Täter und Frauen als Opfer entsteht - dies trifft nicht zu und kann auf der Seite der Männer als sexistisch wahrgenommen werden.
Wussten Sie zum Beispiel, dass gemäss einer publizierten Studie des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen e.V. und der „Weisser Ring“-Stiftung in Deutschland aus dem Jahr 2024 jeder 2. Mann (54 %) Gewalt in seiner Partnerschaft erlebt …! Die landläufigen Zahlen von ca. 20 - 30 % Anteil Gewalt Frauen an Männern sind darum zu tief, weil sie die erhebliche Dunkelziffer an Männern, die sich aus Scham nicht für eine Betreuung oder Beratung anmelden, nicht berücksichtigen. Es gibt viele Studien zur Situation von Frauen zum Thema, jedoch ist mir keine einzige, publizierte Studie in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten bekannt, die sich der Problematik ernsthaft und wissenschaftlich angenommen hätte. Wäre es nicht Zeit, diese Zahlen mit aktuellen Studien - wie in Deutschland - zu berichtigen und neben einer nationalen Kampagne zum Schutz der Frauen auch eine solche - als eigentlicher Tabubruch - zum Schutz von Männern vor häuslicher Gewalt durchzuführen?
Und wie steht es um Gewalt an Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und Senioren in jeder denkbaren Täter- und Opfer-Konstellation? Für mich persönlich gibt es nichts Belastenderes als Missbrauch durch Männer oder männliche Sippenmitglieder an schutzbedürftigen Mädchen und weiblichen Jugendlichen in der Familie oder der Missbrauch von Müttern an ihren männlichen (Klein-)Kindern …
Sehr geehrtes Eidgenössisches Departement des Inneren (EDI) - wann sind die Kampagnen für alle anderen Gewaltopfer geplant?
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Früher schimpfte man Männer,…
Früher schimpfte man Männer, die häusliche Gewalt erlebten, Pantoffelhelden. Nervenkrieg ist auch Gewalt. Finden zumindest auch die Kreise, die Gewalt gegen Frauen bekämpfen. Trotzdem ist es völlig egal, welches Geschlecht Nervenkrieg führt.
Beispiel: Gewalt gegen Tiere…
Beispiel: Gewalt gegen Tiere:
https://www.lebensmittelschutz.ch/protestbrief-schweine-teilen
Es wäre bei allen Gesetzen…
Es wäre bei allen Gesetzen sinnvoll, nicht nach Frauen und Männern zu unterscheiden (es sei denn, dass es echte geschlechtsspezifische Unterschiede gibt), sondern alle Personen als "Menschen" zu bezeichnen. Dann wäre klar, dass niemand unter Gewalt leiden sollte, weder Frauen, Männer, Kinder oder Behinderte oder Diverse.