Pflegeberuf - der schönste Beruf ist besser als sein Ruf
Aktuell wird in den Medien zwischen Pflegeinitiative, Fachkräftemangel, unhaltbaren Zuständen und Forderung nach einer Kantons-Pflegefachperson hin und her diskutiert. Kein Wort über den Beruf selbst. Mit den vielen Negativ-Schlagzeilen verhindern wir eher, dass junge Menschen einen Beruf in der Pflege wählen, als das wir das fördern.
Seit 1983 arbeite ich mit Freude und Engagement im Pflegeberuf. Ich durfte in Städten wie Zürich, Bern und Luzern zehn Jahre lang Erfahrung sammeln, seit bald 30 Jahren bin ich zurück im Kanton Graubünden. Dank guten und innovativen Arbeitgebern gelang es mir, Karriere zu machen, und unter Anderem einen Master an einer Fachhochschule zu absolvieren. Durch meinen Beruf konnte ich eine 5-köpfige Familie ernähren und drei Kindern die Möglichkeit für gute Ausbildungen und Universität bieten.
Ich versuche bei meinen Tätigkeiten an verschiedenen Oberstufenschulen und höheren Fachschulen jungen Menschen den Beruf in der Pflege schmackhaft zu machen. Immer häufiger höre ich aber, nein diesen Beruf nicht, der ist ja nur schrecklich. Das stimmt mich nachdenklich und ich schiebe diese Entwicklung nicht auf die unhaltbaren Zustände, sondern eher darauf, dass der Beruf und die Bedingungen schlechter dargestellt werden, als sie sind. Wir haben in den letzten Jahren sehr viel erreicht und Verbesserungen sind eingetreten, der Pflegeberuf ist aufgewertet. Wir dürfen dran bleiben, aber bitte auch etwas sachlicher.
Ich erhoffe mir, dass Berichterstattungen wieder mehr auf das Positive des Pflegeberufes hinweisen, und nicht nur auf das Negative, unattraktive, schwierige fokussiert wird. Das könnte helfen, junge Menschen vermehrt für die Pflegeberufe zu motivieren!
Margrith Meier-Kessler, Pflegefachfrau mit Stolz
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Zu obigem Kommentar: da…
Zu obigem Kommentar: da steht nun leider (wieder) der Name meines Mannes. Liegt wohl am Abo. Er stammt aber von mir, Renate Rutishauser, Präsidentin Pflegeberufsverband SBK GR.
Liebe Margrith, Im „Year of…
Liebe Margrith,
Im „Year of the nurse“ konnten wir mit deiner lieben Schwester eine wunderbare Serie zu Vielseitigkeit und Bedeutung unseres Berufs realisieren: https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https…. Ich weiss nicht, ob der Link funktioniert…Auch du und deine Arbeit sind schon porträtiert worden.
Natürlich haben die Medien nicht immer Interesse an einer solchen Berichterstattung und greifen - wie ich finde auch zurecht- Meldungen auf, die für Leserschaft sorgen. Eine kantonale Pflegefachperson soll dafür sorgen, dass die Kompetenzen und Möglichkeiten unseres Berufs sichtbar gemacht und angesichts der grossen Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung gezielt eingesetzt werden. Ein wie ich finde wichtiges Thema gerade für die Gewinnung und den Erhalt von Pflegenachwuchs. Leider gibt es da und dort Probleme, die meistens mit strategischen Fehlern und Führungsmängeln zusammenhängen. Diese haben aber nichts mit der Bedeutung und Qualität des Pflegeberufs zu tun. Es wäre tatsächlich schön, wenn dies medial wieder einmal aufgegriffen würde.
Sie haben sicher Recht. Wenn…
Sie haben sicher Recht. Wenn Medien einseitig berichten, werden die Menschen auch einseitig informiert.