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Chaos Initiative 14. Juni 2026

Eine Initiative, die nicht heilt - sondern schadet

«Die Betten sind da, aber das Personal fehlt.» Dieser Satz beschreibt den Alltag in vielen Bündner Spitälern und Heimen. Als Vizepräsidentin des Bündner Heim- und Spitalverbands und Grossrätin weiss ich, wie ausgeprägt der Fachkräftemangel ist: Pflege, Medizin und Therapie sind auf genügend qualifizierte Mitarbeitende angewiesen – doch genau diese fehlen.

Die sogenannte Chaos-Initiative mit ihrem starren Bevölkerungsdeckel (Stichwort: 10-Millionen-Schweiz) würde diese Lage weiter verschärfen. Wird die Zuwanderung pauschal begrenzt, fehlen genau jene Fachpersonen, auf die unser Gesundheitswesen angewiesen ist. Operationen müssten verschoben werden, Wartezeiten würden steigen, die Versorgung geriete zunehmend unter Druck. Grenzregionen und ländliche Gebiete wären besonders stark betroffen.

Gleichzeitig nimmt der Pflegebedarf mit der alternden Bevölkerung weiter zu. Dies auszublenden, hilft nicht weiter. Eine verlässliche Gesundheitsversorgung braucht genügend Personal und tragfähige Rahmenbedingungen – nicht starre Verfassungsartikel.

Darum stimme ich am 14. Juni Nein zur Chaos-Initiative.

Erika Cahenzli-Philipp, Vizepräsidentin Bündner Spital- und Heimverband BSH.

Erika Cahenzli-Philipp
27.04.26 - 11:17 Uhr
Leserbrief
Ort:
Untervaz
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Sehr geehrte Frau Erika Cahenzli-Philipp,
Vizepräsidentin Bündner Spital- und Heimverband BSH und
SP-Grossrätin und
Vize-Fraktionspräsidentin und
Präsidentin des Kirchenrates Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden Baselgia evangelica refurmada dal Grischun Chiesa evangelica riformata Grigionese
Ich weiss zwar nicht ganz, was mit "Chaos-Initiative" gemeint sein soll. Etwa eine nicht unbedingt christliche Verhunzung jener Bezeichnung, die von den Initianten stammt: Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeits-Initiative?
Statt Schlagworte würde ich Antworten erwarten, etwa auf Fragen wie:
►Warum sehe ich bei allen anderen Parteien keine Massnahmen gegen Dichtestress (sondern im Gegenteil Verdichtung/Kompression)?
(Infosperber.ch 24.04.2026 titelt:
Dichtestress? – Darf man sagen!
Werner Vontobel
https://www.infosperber.ch/gesellschaft/dichtestress-darf-man-sagen/
►Ewiges Wachstum ist letal, fragen Sie die Onkologie.
►Warum kommen die "Tausende Gesundheitswesen-Arbeitslosen in der Schweiz" nicht nach Graubünden zum Arbeiten, wenn wirklich ein Mangel herrscht in GR?
►Oder wenn schon, warum werden die Grenzen nicht geschlossen wenigstens für jene, die nicht im Gesundheitswesen arbeiten?
►Wer ist bereit zu helfen insbesondere Schwerkranken, Vulnerablen, die unter Dichte bzw. Wohnen-Immissionen leiden?
Ich fand bisher niemanden.
Bevor sich das nicht gesundet, bitte ich um Verständnis, dass ich auf Sonntagsreden allergisch bin.

Zusatzfrage: Wäre es nicht christlicher, wenn das Schweizer Personal im Gesundheitswesen bessere Arbeitsbedingungen und besseren Lohn bekäme, statt dass wir aus dem Ausland Personal "wegsaugen", das dann in diesen Ländern fehlt?
Siehe Youtube:
Florian Homm - "Die schmerzvollste Prognose meiner Karriere"
https://www.youtube.com/watch?v=yT0ENSnlKeM
PS: Roboter dürften eingesetzt werden, auch wenn genügend Personal da ist, einfach wenn Roboter billiger sind.
Humanoider Roboter im Altersheim - SRF 14.04.2025
Schon in 25 Jahren werden in der Schweiz mehr als doppelt so viele 80-jährige leben, wie es heute sind.