Chalandamarz 2026 – die Optik ist nicht alles
Auch uns ist es nicht entgangen: Der Chalandamarz hat sich an die mediale Auswertung angepasst und ist zu einer Marke geworden, die inzwischen für ganz Graubünden steht. Man kennt ihn, manche lieben ihn, viele schauen hin, aus der ganzen Schweiz und auch ein bisschen international. Seht her: Das Engadin ist nicht nur ein Terrain für Geldadel, Stars und Trendsportarten, es soll dort auch gewachsene Traditionen geben.
Sicher, man könnte die Medialisierung beklagen. Doch dieses Schicksal teilt der Chalandamarz mit vielen anderen Schweizer Traditionen, von Landsgemeinden über Alp-Abzüge, die Basler Fasnacht und das Silvesterchlausen bis hin zum Schwingfest.
Wir finden: Wenn Augen und Ohren auf den Chalandamarz gerichtet sind, dann ist das auch eine Chance, sich zu präsentieren. Gut aussehen tun sie ja bereits, die Engadiner Kinder und Jugendlichen am ersten März. Perfekt herausgeputzt, die Glocken und Plumpen alle picobello und in der richtigen Grösse. Und das Peitschenknallen wirkt sehr dynamisch, besonders, wenn auch Mädchen es beherrschen.
Nur an einem Punkt wäre unserer Ansicht nach noch etwas Luft nach oben – zumindest bei den Gruppen, die wir in Netz und TV mitbekommen haben: Das Klangbild des stolzen Engadins könnte sich noch etwas mehr der social-media-kompatiblen Optik anpassen. Wenn – sagen wir mal – die Hälfte des Ehrgeizes, der für das authentische Aussehen aufgewendet wird, auch in die Lieder gesteckt würde, dann wäre der Chalandamarz eine wirklich runde Sache.
Kommt, Leute, das ist nicht so schwierig! Zwei zusätzliche Proben, dann würde es auch so gut tönen wie es aussieht.
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Chalandamarz ist nicht…
Chalandamarz ist nicht Dreikönigstag!
Dieser Leserbrief ist leider…
Dieser Leserbrief ist leider eine Promotion auf die Tiktok-isierung und Kommerzialisierung ("Glocken und Plumpen alle picobello und das Peitschenknallen wirkt sehr dynamisch, besonders, wenn auch Mädchen es beherrschen", es scheint den Leserbriefschreibern ungewöhnlich, dass Mädchen die Lärmerei beherrschen), also das Gegenteil des lobenswerten Leserbriefs von Paolo Passerini.
Weder - noch. Die…
Weder - noch. Die Tiktokisierung ist Fakt und durchzieht alle unsere Lebensbereiche. Das kann man schlimm finden, aber ändern tut man damit nichts. Wir nehmen sie einfach zur Kenntnis, mehr nicht. Und mindestens ein peitschenknallendes Mädchen in Tracht gehört seit einigen Jahren in jeden Chalandamarz-Bericht und steht ebenso für den Zeitgeist. - Es ist bemerkenswert, dass für Sie nur lobenswert ist, was ordentlich gesellschaftspolitisch poltert, auch wenn es null Impact hat und eigentlich nur dazu dient, der Welt zu zeigen: «Seht her, ich stehe auf der richtigen Seite!». Wir mögen es ein paar Nummern kleiner und machen einfach nur einen bescheidenen Vorschlag, der sich umsetzen lässt.
Felix Benesch beschreibt…
Felix Benesch beschreibt sich hier selbst, will es aber mir unterschieben. Sein Geldverdienen-Drang sei "ein paar Nummern kleiner", ebenfalls ein Widerspruch in sich. Ob wir Tiktokereien hypen oder boykottieren, ist sehr wohl in unserer Hand, andernfalls könnten wir die ganze Politisiererei als überflüssig unterlassen, wenn eh alles "gottgewollt" ist wie Trumps USrael.
Wolfgang Reuss, der Bündner…
Wolfgang Reuss, der Bündner König des Whataboutism, kann mir sicher erklären, wie ich oder wir mit diesem kleinen, auch ein bisschen humorvoll gemeinten Einwurf Geld verdienen können. Das wäre wirklich interessant zu erfahren!
Eine Bemerkung zur…
Eine Bemerkung zur Verwendung vom Stichwort "Medialisierung": Wenn RTR bzw. die SRG über den Chalandamarz berichten, ist kein Kommerz-Gedanken dahinter. Die SRG bzw. RTR hat durch die Schweizer Bundesverfassung unter anderem den Auftrag, über Kultur und Besonderheiten zu berichten (Auszug Art. 93 der BV): "Radio und Fernsehen sollen zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung und zur Unterhaltung beitragen, auf die Besonderheiten des Landes und die Bedürfnisse der Kantone Rücksicht nehmen, die Ereignisse sachgerecht darstellen und die Vielfalt der Ansichten widerspiegeln.".
Im Gegenteil! Wir finden die…
Im Gegenteil!
Wir finden die mediale Verbreitung (gerade durch RTR/SRG) als etas sehr Positives - wie überhaupt die Arbeit dieser Medien, welche breit und fundiert Kultur transportieren - eben nich kommerzialisiert!
Wir meinen, dass es für die Veranstalter eine gute Gelegenheit sein könnte, noch mehr zu glänzen, wenn auch der Gesang so schön herausgeputzt wäre, wie alles Andere!