Gleichberechtigung darf Betreuungs-Arbeit nicht bestrafen
Die geplante Individualbesteuerung wird als Schritt zu mehr Gerechtigkeit verkauft. Für viele Familien fühlt sie sich jedoch genau gegenteilig an.
Schon heute werden Eltern belohnt, wenn sie ihre Kinder fremdbetreuen lassen… Diese Kosten kann man von den Steuern abziehen. Wer sich entscheidet, die Kinderbetreuung selbst zu übernehmen, bekommt dafür keinen Ausgleich. Und genau dieses Ungleichgewicht soll mit der Reform noch grösser werden.
Künftig würden vor allem Familien profitieren, in denen beide Eltern möglichst viel verdienen. Wer sich bewusst dafür entscheidet, Zeit für die eigenen Kinder zu haben und dafür im Beruf kürzerzutreten, wird dagegen stärker belastet. Das ist keine Gleichstellung, das ist eine klare Bevorzugung eines einzigen Lebensmodells.
Was mich wütend macht ist, es wird so getan, als wäre Betreuungs-Arbeit weniger wert als Erwerbsarbeit. Dabei spart sie dem Staat Betreuungskosten, schafft Stabilität für Kinder und trägt unsere Gesellschaft mit. Trotzdem soll sie steuerlich bestraft werden?!
Gleichberechtigung bedeutet nicht, alle in dasselbe Modell zu drängen. Sie bedeutet Wahlfreiheit. Wer sich für die Familie entscheidet, egal ob Mutter oder Vater, darf dafür nicht zur Kasse gebeten werden.
Eine Reform, die genau diese Menschen stärker belastet, ist nicht gerecht. Sie ist ein Schlag ins Gesicht für all jene, die täglich Verantwortung für ihre Kinder übernehmen…
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