Den Hut ziehen statt das Smartphone
Das Narrenspieglein (Smartphone) kann selber ja nichts dafür, dass Hinz und Kunz sich darin pausenlos spiegeln. Einst zog man voreinander den Hut, heute den Narrenspiegel. Spieglein, Spieglein an der Wand (oder besser im Hosensack), wer ist die Schönste, Liebste, Beste und Tollste im ganzen Land? Das Spieglein versichert untrüglich und überall, dass man dazugehört und wichtig ist. Es beglückt mit den scheinbar unverzichtbaren Segnungen der Kommunikation und Information und neuerdings wird auch inflationär damit bezahlt. Diesen Herdentrieb nehmen sich nun auch die gnädigen Herren der Verkehrsbetriebe an ihre modebewusste Brust. Nicht aus allgemeiner Bequemlichkeit, wie man annehmen könnte, sondern um angeblich Kosten zu sparen, wird nun auch im Bus verlangt, dass jeder Erdenbürger seinen Narrenspiegel zückt und zum Glühen bringt.
Bargeld bewährt sich schon seit 2700 Jahren und benötigt noch heute keinen Akku. Jung und Alt haben nun also fortan in ihrem gewöhnlichen Alltag und zunehmend bei allen öffentlichen Verrichtungen permanent unter Strom zu stehen. Das haut doch der Katze den Schwanz ab.
Der Narrenspiegel hat die Gesellschaft im Würgegriff. Das Röcheln wird lauter. Nicht nur das Spitexpersonal und die Pöstler werden gegängelt. Mein Rezept gegen diesen tiefen Fall ins Digi-Tal wäre: Tauscht Euer Internet-Spieglein wenn irgendwie möglich gegen ein einfaches Telefon-Handy ein. Es macht frei und man ist sogar hip. Übrigens, es wird wieder vermehrt angeboten.
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