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SRG-Initiative - Parole Gewerbeverbände

Mit Mitteilung vom 19. Januar hat der Bündner Gewerbeverband (BGV) die Ja Parole zur SRG-Initiative herausgegeben - und folgt damit dem Schweizer Gewerbeverband (SGV). Als Hauptargument wird auf der Website "die ungerechte umsatzbasierte TV- und Radio-Abgabe für Unternehmen" aufgeführt. Die beiden Berufsverbände hätten sich beispielsweise für eine diesbezügliche Änderung der Finanzierung einsetzen können. Aber nein, sie setzen sich dafür ein, dass der SRG ein drastischer Schaden zugefügt wird, indem ihre Mittel um rund 50 Prozent gekürzt werden.

"Bei einer Annahme der Initiative müssten das Bundesgesetz über Radio und Fernsehen sowie der Auftrag an die SRG angepasst werden" meint der BGV-Vizepräsident. Woran er wohl denkt, wenn er sich die SRG-Halbierung vorstellt? Das Ansinnen der Initiative greift den SRG Auftrag bis auf Stufe Bundesverfassung an, in der z. B. steht: "Radio und Fernsehen sollen zur Bildung und kulturellen Entfaltung, zur freien Meinungsbildung und zur Unterhaltung beitragen, auf die Besonderheiten des Landes und die Bedürfnisse der Kantone Rücksicht nehmen, die Ereignisse sachgerecht darstellen und die Vielfalt der Ansichten widerspiegeln."

Man soll sich das einmal aus Konsumenten-Sicht betrachten. Wo sollten wir in Zukunft Unterhaltung, Kultur, Sport etc. beziehen? Würden dies private Medien in besserer Qualität, Auswahl und Vielfalt anbieten - und dabei auch noch günstiger als für die vermeintlich eingesparten 135 Franken? Der geringe Nutzen dieser Initiative steht in keinem Verhältnis zum immensen Schaden für die Allgemeinheit.

Nicolo Pitsch
26.01.26 - 22:59 Uhr
Leserbrief
Ort:
Ftan
Zum Artikel:
Öffentliche Mitteilungen SGV und BGV.
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