Gute Argumente um die Initiative «200 Franken sind genug! (SRG- Initiative)» zu bodigen
Am 8. März stimmen wir über die Initiative "200 Fr. sind genug" ab. Wenn ich derzeit bestimmte Diskussionen um die Initiative verfolge, bin ich erschüttert. Das CH Volk steht vor folgender Frage: Wollen wir weiterhin neutrale Berichterstattungen über die Geschehnisse dieser Welt, in denen verschiedene Parteien zu Wort kommen, oder genügen uns die Berichterstattungen von Medien privater Investoren? Diese Investoren kaufen immer mehr vom Medienmarkt auf und es besteht das Risiko, dass uns diese eines Tages durch Radio und Fernsehen ihre Meinungen und Ideologien diktieren, was bekanntlich bei einzelnen Zeitungen und digitalen Medien bereits heute der Fall ist. In verschiedenen Ländern sehen wir eklatant, welche gravierenden Folgen die Interessenpolitik von Investoren für die Demokratie hat. Das darf in der Schweiz, der direktesten Demokratie der ganzen Welt, nicht geschehen.
Ein Ja zur Initiative würde einen grossen Einschnitt bei den Radio- und Fernsehsendern der SRG SSR bedeuten. Die SRG SSR ist das einzige Medium, das über regionale, kantonale, nationale und internationale Ereignisse berichtet.
Niemand sollte sich mehr bewusst sein als wir Rätoromanen, dass das Medienhaus RTR nicht nur das einzige romanischsprachige Radio- und Fernsehmedium ist, sondern gleichzeitig eine einzigartige Werbeplattform für unseren Tourismuskanton bietet. Mir ist kein effizienteres Werbemittel bekannt und ich wage sogar zu behaupten, dass RTR mit seinen Fernsehsendungen «DER BOTSCHAFTER» für unseren Kanton Graubünden ist. Es ist falsch anzunehmen, dass der Radio- und Fernsehkonsum mit der Initiative günstiger würde. Bei privaten Pay-TV-Anbietern kostet ein Abonnement für die Berichterstattung über Sport mehr als die 335 Franken pro Jahr, die wir für ein breites Angebot an Information, Bildung, Sport, Kultur und Unterhaltung bezahlen. Der Bundesrat hat die SRG SSG unter die Lupe genommen und im Hinblick auf diese Initiative beschlossen, die Abgabe (auf Basis Verordnung) von 335 auf 300 Franken zu senken. Damit erhält die SRG SSG bereits eine klare Sparauflage für die Zukunft und muss unabhängig von der Initiative eine nennenswerte Neuausrichtung vornehmen. Bereits dies wird schmerzen und Auswirkungen auf das Angebot haben. Aus all diesen Gründen werde ich die Initiative «200 Fr. sind genug» mit Überzeugung ablehnen. Nur so können wir die Vielfalt von Radio und Fernsehen in unseren vier Landessprachen weiterhin gewährleisten. Das ist mir auf jeden Fall 1 Franken pro Tag wert!
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.