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Abschaffung Billettverkauf im Postauto

Faule Argumente?

Im Postauto steht das Aus für den Billettverkauf bevor und die ‘Südostschweiz’ hat dazu Kommentare und Meinungen zitiert. Ohne das ganze Gerumpel auf Social Media selbst gelesen zu haben: Wer da zum Besten gibt, dass die Postauto-Fahrer nun schon zu faul seien für den Ticketverkauf, der irrt mindestens zweifach.
Erstens ist es selten bis inexistent, dass wir Postauto-Chauffeure in der Planung solcher Entwicklungsschritte konsultiert geschweige denn miteinbezogen würden, recht ähnlich, wie’s wohl anderen Front-Dienstleistern heutzutage auch ergehen wird. Ob der Dünkel, der sowas grundsätzlich nicht nötig hat, im Management oder in der Politik verbreiteter ist, soll offen bleiben.
Und zweitens: Eine grosse Zahl der Berufschauffeure im Linienverkehr würden sich entschieden für die Beibehaltung des Billettverkaufs im Bus einsetzen! Wir erleben täglich an der Kundenfront mit, wie sehr das eine wertvolle und geschätzte Dienstleistung ist, gerade auch für unsere älteren Fahrgäste und überhaupt für alle, die nicht einfach für jeden Käs’ auf ihrem Handy herumwischen wollen oder auch ganz grundsätzlich dem Zwang zur Digitalisierung kritisch gegenüberstehen.
Auch die Einhaltung des Fahrplans kriegt das Postauto übrigens allermeistens hin, selbst wenn wir nach dem Zeitverlust beim Einstieg auch noch mit dem Gepäck beim Aussteigen kurz helfen, weil wir ja dank Billettverkauf mitgekriegt haben, bis wo unser Fahrgast mitfährt. – Eigentlich doch nur Vorteile und gar eine Prise Menschlichkeit durch archaisch-analogen Kontakt…

Philipp Werlen
19.11.25 - 12:57 Uhr
Leserbrief
Ort:
Thalkirch
Zum Artikel:
Reaktionen zum Aus des Billettverkaufs in Postautos, GR 18.11.2025
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Ich möchte mich bei allen Postautochauffeuren und -chauffeurinnen herzlich bedanken. Schon mehrmals durfte ich erleben, wie zuvorkommend und hilfsbereit diese Berufsgruppe ist. Der Höhepunkt dieser liebevollen Fahrgastbetreuung war jedoch, als der Busfahrer erkannte, dass wir eine zusammenhängende Gruppe waren, und einen Umweg machte, um uns alle punktgenau an unser Ziel zu bringen. Das nennt man SERVICE!