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Vaterlandspflicht - oder Dienst in der Hölle

Mir scheint, nicht die Klimaveränderung beim Wetter, sondern die in der Armee ist verantwortlich für die jüngsten Spitalaufenthalte von vier Rekruten. Nachfolgend ein paar Erlebnisberichte zusammengefasst:
Voller Stolz und auch mit Vorfreude auf viele einzigartige Erlebnisse in toller Kameradschaft, traten wir die RS an. Gefasst auf strikte Disziplin und grosse körperliche Herausforderungen. Was wir aber vorfanden, glich einem Albtraum!
Morgens um fünf Weckruf. Schnell aus den Federn, ins Bad, Zimmer aufräumen und dann zum Frühstück. 100 Mann vor uns...das reicht niemals, um pünktlich zum Appell zu erscheinen. Also zurück ins Zimmer, Griff ins Fresspäckli, Essuniform ab, Kämpfer an. Ein paar haben zu lange in der Fassschlange gehofft und kommen zu spät. Ein Anpfiff unter allen Gürtellinien fliegt uns um die Ohren. Gefolgt von Strafrunden secklä. Einer war zu langsam, also alle auf den Boden für Liegestützen. Bei jeder muss französisch gezählt werden. Spätestens bei diss mussten wir wieder von vorne beginnen. So stolperten wir von einer Strafe in die nächste. Am Mittag wieder keine Zeit zum Essen, da niemals alle Schuhe blank genug waren. Am Nachmittag Hindernislauf in voller Montur. Bei der abschliessenden Kontrolle fehlt ein kleines Gewehrteil. Tschau Znacht - suchen hopp. Zwei Stunden kriechen wir übers Gelände bis der Wachtmeister plötzlich das gesuchte Teil aus dem Hosensack zaubert. Wir waren so froh, endlich ins Bett zu kommen, dass uns erst viel später der Zweifel beschleicht, wann genau das Teil verloren bezw gefunden wurde. Grad mal fünf Minuten bleiben uns noch für Bad, Riegel kauen und Nachschub bestellen. Denn nun darf niemand mehr einen Mucks machen, geschweige denn das Bett verlassen, auch nicht für WC! Und so ging es wochenlang non stopp.
Zum Thema Gesundheit: Bis zu fünf Impfungen gleichzeitig mit Hochleistungssport gleichentags, inkl Essens- und Schlafentzug. Erbetene Arzttermine werden tagelang ignoriert. Gebrochene Schlüsselbeine beim Anbringen von Abzeichen, verschleppte Lungen-und Gelenksentzündungen führen zu Abbrüchen und IV Fällen.
Im zivilen Leben würde sich das zum Glück niemand gefallen lassen! Aber unter dem Deckel RS geht es zu wie andernorts vor ca 80 Jahren! Aus meiner Sicht eine beschämende und gefährliche Armee Klima Entwicklung.
Liäbi Purschtä, wehrt euch! Ihr seid keine Dienstverweigerer, Weicheier oder gar schlechte Kameraden, wenn ihr für Gerechtigkeit, Respekt und Gesundheit einsteht. Solche Männer braucht das Land!

Anita Stoffel
18.08.25 - 21:28 Uhr
Leserbrief
Ort:
Hinterrhein
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...ääh, wo war das? In Moskau? In einem US-Bootcamp? Aus meinem Militärdienst ist mir sowas kaum bekannt. Sollte das tatsächlich hier und heute so stattgefunden haben, gehörte das zuständige Kader wegen Wehrkraftszersetzung vor Divisionsgericht.

Militärgericht?
Das Militär soll sich selbst verurteilen?
Was dabei "herauskommt":
Die Schuldige wurde BEDINGT bestraft und inzwischen zum Major befördert.
Eine Armeekommandantin ordnete gewaltsame Beförderungsrituale in der Kaserne Colombier an. Das Militärkassationsgericht verurteilte die verantwortlichen Offiziere zu bedingten Geldstrafen. Zweiundzwanzig Rekruten erlitten durch Faustschläge Verletzungen auf Schultern sowie Schlüsselbein.
https://www.blick.ch/schweiz/hoechstes-militaergericht-beurteilte-jetzt…