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Katholische Kirche

Wieder einmal nutzt Pierina Hassler die Gelegenheit, gegen die Katholische Kirche zu hetzen. 2023 haben sich die Austritte aus der Katholischen Kirche verdoppelt. Pierina Hassler übernimmt die Behauptung des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen (SPI), wonach diese hohen Austrittszahlen vor allem mit der Veröffentlichung der Studie zu sexuellen Übergriffen zu tun hätten. Was sie unerwähnt lässt: Auch bei der reformierten Kirche sind die Austritte um knapp ein Drittel angestiegen; die Zahlen waren so hoch wie nie zuvor. Dann führt sie Ermittlungen des Vatikans gegen mehrere Schweizer Bischöfe und weitere Kleriker an, ohne zu erwähnen, dass die Bischöfe freigesprochen wurden (einzig ein Abt erhielt eine formelle Rüge). Wider besseren Wissens unterstellt sie den Bischöfen, diese hätten gelogen, vertuscht und Sexualstraftäter geschützt. Die Bischöfe würden «noch immer auf dem hohen Ross sitzen». Wer sich wirklich mit der Sache beschäftigt, weiss, dass die Katholische Kirche seit Jahren den Missbrauch systematisch bekämpft und viel in Sachen Prävention leistet. Wenn Frau Hassler aufgrund persönlicher Ressentiments nicht fähig sein sollte, sachlich und fundiert über die Katholische Kirche zu berichten, sollte sie sich ein anderes Ressort suchen.

Rosmarie Schärer
20.11.24 - 08:54 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
Das passiert, wenn man lange lügt, Südostschweiz GR, 20.11
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Es ist nicht nur der sexuelle Missbrauch von Kindern, Frau Schärer! Vergessen wir nicht den Vortrag, den der Churer Bischof Huonder im Oktober 2018 anlässlich des Forums «Freude am Glauben» im deutschen Fulda gehalten hat, als er bezüglich der Homosexualität insbesondere zwei Stellen aus dem Buch Levitikus zitierte, darunter den Vers «Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen.» Wenn das keine Hassrede war, was dann? Ein Imame wäre aus der Schweiz ausgewiesen worden.
Huonder glaubte wohl, dass sich Schwule es ausgesucht hätten schwul zu sein. Man stelle sich vor, wie sich da ein gläubiger schwuler Katholik bei diesem Vortrag gefühlt hat. Huonder strotzte nur so vor Mangel an Empathie. Feige wie er war, krebste er nach Androhung einer strafrechtlichen Verfolgung zurück: Es täte ihm leid, wenn er die Gefühle von «homosexuell empfindenden» Menschen verletzt hätte! Wie nett!

Eine ehrenwerte Gesellschaft, die über sich selbst "zu Gericht" sitzt? Ein selbstgerechter Leserbrief, während seit Jahrzehnten angeprangerte und seit Jahrhunderten bestehende Missbräuche nicht ausgerottet sind (die Indianer aber praktisch schon)? Eine Leserbriefschreiberin, die statt grosser Worte besser "die Lippen zusammengepresst" hätte? Ein Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Chur, der vor Gericht als Verteidiger des monatelangen Belästigers und dann Vergewaltigers sagt: «Sie [das Opfer] hätte halt die Beine zusammenpressen müssen.»?

Es mag schon sein, dass die Katholische Kirche Missbräuche zu bekämpfen versucht. Doch darf für diese Institution kein eigenes Recht, das Kirchenrecht (Codex Iuris Canonici), gelten. Die Strafverfolgungsbehörden des Staates müssten im Falle einer mutmasslichen Straftat aktiv werden. Es gibt auch kein eigenes Recht für die Ölindustrie oder die Pharmaindustrie, welche die Auswirkungen der Aktivitäten solcher Firmen untersucht, um zum Ergebnis zu kommen, es sei im Falle einer Irregularität "alles mit Rechten Dingen" zugegangen. Ob diese Industrien anlässlich angerichteter Schäden durch die Justiz wirklich hart genug bestraft werden, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

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