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Ein klares Nein zum Autobahn-Ausbau

Der geplante Autobahn-Ausbau ist ein Projekt, das uns alle teuer zu stehen kommen wird – finanziell, gesellschaftlich und ökologisch. Das erste Paket des Vorhabens beläuft sich bereits auf 5 Milliarden Franken, eine enorme Summe, die pro Schweizer Familie etwa 2.000 CHF entspricht. Dieses Budget entspricht einem Jahr der regulären Strassenverkehrsentwicklung landesweit oder sogar 100 Jahren Investitionen in die Langsamverkehrsinfrastruktur.

Die Details des Projekts sind alarmierend: Drei Tunnels, deren Baukosten pro Kilometer rund zehnmal so hoch sind wie beim Gotthard-Tunnel, der Abriss Olma Hallen und historischer Gebäude, acht Fahrspuren, ein zweistöckiger Autobahnabschnitt, unterirdische Kreisel und eine Autobahnausfahrt in einem Tempo-30-Quartier. Hinzu kommt eine riesige Baustelle, die zehn Jahre andauern und ein Verkehrschaos in den betroffenen Gebieten verursachen wird. Diese Fakten zeigen, warum sich Behörden bereits gegen viele Teilprojekte ausgesprochen haben und über 300 Verkehrsexperten ein klares Nein zu diesem Vorhaben empfehlen.

Die Versprechen des Projekts, wie Staureduktion, halten einer realistischen Betrachtung nicht stand. Das Beispiel der Querspange im Kanton Glarus hat uns gezeigt, dass zusätzliche Strassen nicht automatisch zu weniger Stau führen. Stattdessen ziehen sie mehr Verkehr an, der letztlich wieder in den Städten endet. In einer Zeit, in der der Klimawandel dringend ein Umdenken im Verkehr erfordert, erscheint es widersinnig, auf eine Erweiterung des Autoverkehrs zu setzen.

Nordische Länder haben uns gezeigt, dass es Alternativen gibt. Eine hochqualitative Langsamverkehrsinfrastruktur kann bis zu 50 % des Verkehrs aufnehmen. Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel und Velowege könnten den Verkehr nicht nur nachhaltiger, sondern auch effizienter gestalten.

Stimmen wir heute Nein zu diesem schlecht durchdachten Projekt, um in Zukunft Ja zu einer harmonisierten Koexistenz aller Verkehrsmittel sagen zu können – ohne Stau und mit einem klaren Blick auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Jede Stimme zählt!

Ludovic Howald
19.11.24 - 20:55 Uhr
Leserbrief
Ort:
Schwändi bei Schwanden
Zum Artikel:
https://www.suedostschweiz.ch/blogs/masueger-sagts/bei-den-strassen-tic…
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