Der Nahe Osten kennt schon lange nur Verlierer
Natürlich ist der plötzliche, sehr erstaunliche, barbarische Anschlag der Hamas auf Israel zu verurteilen und zu ächten.
Als vor etlichen Jahren Reisender mit Aufenthalt in einem Kibbutz in Israel wird bei genauerem Hinsehen klar, dass beide Völker jetzt und schon lange leiden - die Israeli und die Palestinenser. Beide Völker werden von zwar demokratisch legitimierten Regierungen geleitet, jedoch sind diese samt ihren Völkern kollektiv-traumatisiert aufgewachsen und beide haben sich durch - daraus sehr oft hervorgehende - zweifelhafte, auch postkoloniale Ideologien, nach den im Sande verlaufenen Friedensinitiativen wie im Jahre 1993, immer weiter radikalisiert und so jede Hoffnung auf eine «Zwei-Staaten-Lösung» zerstört.
Die zunehmende Gut-und-Böse-Polarisierung der letzten Jahre fast überall auf der Welt öffnet der Unvernunft Tür und Tor und lässt Konflikte eskalieren, zeigt uns die schiere Unlösbarkeit auf, wenn radikalisiert- und ideologisch-entrückte Parteien miteinander sprechen sollten. So sollten wir jetzt in erster Linie mit unserem Mitgefühl bei den leidenden Menschen sein - auf beiden Seiten, gleichzeitig - in der Hoffnung auf die baldige Rückkehr der Vernunft.
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Ein verständnisvoller und…
Ein verständnisvoller und neutraler Text von Herrn Rüedi. Zum Verhalten der Hamas gibt es keine Entschuldigung. Aber die Frage, ob es eine Hamas gäbe, wenn die Grenzen des palästinensischen Gebietes von 1947 respektiert worden wäre, muss gestattet sein.