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Velo versus Grosstadtpanzer

Velo versus Grosstadtpanzer

Ich bedanke mich herzlich beim Loë Quartierverein, dass er sich stark macht für eine Temporeduktion auf der Loëstrasse.
Tagtäglich werden Anwohner Zeuge, wie hier dem motorisierte Individualverkehr der Vorzug gegeben wird. Fussgängerstreifen sind teils unübersichtlich, Trottoirs für Kinder und Betagte gefährlich, wenn sie auch als Parkgelegenheit für rasches Einkaufen genutzt werden.
Im November wurde zu einem Referat eines Verkehrsplaners eingeladen, der die evidenten Vorteile einer Temporeduktion aufgezeigt hat.
Auf der Strasse fühle ich mich oftmals als störender Fremdkörper und fürchte um meine Kinder, die im Anhänger mitfahren. Ich fühle mich genötigt, bei herannahendem Stadtbus oder Autos, auf das Trottoir zu flüchten und Platz zu machen.
Doch ist das ein respektvolles Miteinander, wenn ich als schwache Verkehrsteilnehmerin den Weg räume? Nicht nur in Chur ist ein regelrechtes Aufrüsten der Fahrzeuge zu Grosstadtpanzern zu erkennen. Sogar Herr Bolliger vom TCS spricht in der Sendung Einstein, dass dies konträr ist zur erforderlichen Reduktion der CO2-Emissionen und für sinkende Opferzahlen im Strassenverkehr. Danke für einmal an den TCS für diese leisen, aber klaren Worte.

Giulia Casale
30.11.21 - 13:50 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur

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Das gilt nicht nur für die Loëstrasse sondern für alle Strassen in Chur und sogar für die Ringstrasse, die schon längst nicht mehr eine Umfahrungsstrasse ist und z.T. durch ein dicht besiedeltes Quartier führt. Am 18. Oktober wurde da auf der Höhe der Tankstelle beim Coop Pronto ein Mann auf dem Fussgängerstreifen angefahren und landete 12-15 m weiter schwer verletzt am Strassenrand. (Ich war oben im Update.) Ich erlebe leider nur zu oft und v.a. bei schlechtem Wetter, dass bei Zebrastreifen Autofahrer sich nicht an die Vortrittsregel für Fussgänger halten. An der Rheinstrasse beobachte ich auch regelmässig, dass bei Schulschluss, wenn der Bus ankommt, Banden von Kindern über die Strasse rennen; das ist Herdenverhalten und da nützt jede Verkehrserziehung nichts. Fünfzig km/h sind in einer Stadt einfach viel zu viel. Ich fürchte aber, dass die meisten Autofahrer temposüchtig sind. Praktische Gründe gegen Tempo 30 in einer Stadt oder Dorf gibt es nun mal einfach keine.