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Leserbrief

«Auto & Motor» Seite, Südostschweiz vom Montag, 6. April 2020

Walter Brunner, Chur
13. April 2020, 12:09:35

Sehr geehrte Südostschweiz

«Südostschweiz»-Redaktor Dario Morandi, unterhält uns in regelmässigen Abständen auf der Spezialseite «Auto & Motor» mit Berichten über Testfahrten mit
ausgesuchten Automobilen. So beschreibt er am 6. April den Audi R8, ein «Hochleistungssportler und Spassmobil zugleich», so Herrn Morandis Urteil. Der Wagen sei zwar «kein Freund der Familie, sondern ein fahrbares Spielzeug für zahlungskräftige Jungs und Mädels», «dessen Produktion leider eingestellt» werde. Offenbar gibt’s doch nicht genug von diesen zahlungskräftigen Jungs und Mädels, denen das «heisere Brüllen» dieses «Raubtiers» (so Herr Morandi) 253’000.- Franken wert ist?

Am Endes der mehr als halbseitigen Reportage (inklusive Fotografie des «Raubtiers vor dem Sprung», beim Eingang des Somedia Medienhauses), werden wir Leser in einer Fussnote darüber orientiert, dass die Südostschweiz das Auto nicht regulär mieten musste, sondern dass es ihr bzw. Herrn Morandi «von Amag Import für einen Alltagstest zur Verfügung gestellt» wurde. Dies zur Beruhigung der Leserinnen und Leser.
Was mich und vermutlich auch einige andere Leser aber v.a. interessieren würde: Wer zahlt diese Autoreportagen? Entlöhnt die Südostschweiz – und damit also zum Teil auch wir Abonnenten – ihren Redaktor für diese Beiträge? Oder zahlt die Automobilbranche? Müsste dann nach verlegerischen und journalistischen Standards «Auto & Motor» seriöserweise nicht als Publireportage-Seite gekennzeichnet sein?

Stellungnahme der Redaktion:
Die erwähnte «Auto & Motor» -Reportage über den Audi R8 ist keine Publireportage. Sie gehört zum redaktionellen Angebot der «Südostschweiz» und des «Bündner Tagblattes» und wird weder durch die Autoindustrie noch aus anderen Drittquellen finanziert. Die Berichterstattung erfolgt nach den üblichen journalistischen Kriterien.

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Das darf ja nicht wahr sein! Jahrelang habe ich die Autoreportagen über mich ergehen lassen, weil ich davon ausging, dass sich meine Zeitung noch etwas dazuverdient, um wenigstens im restlichen Teil der Zeitung Substanzielles bieten zu können. Dass sich dieses Geschreibe über röhrende Motoren und unsinnig viele PS von weitgehend kaum bezahlbaren Fahrzeugen aber an den «üblichen journalistischen Kriterien» orientieren soll – da wäre ich nicht im Traum darauf gekommen!

Von mir aus – und bestimmt nicht nur von mir aus – können Sie in Zukunft sehr gerne auf diese Autoreportagen verzichten – finanziell verlieren Sie damit ja nichts (ausser die Gelegenheit, mit Autos rumzufahren, die jeglichen Verstand vermissen lassen).

Sehr geehrte Redaktion

danke für die Klarstellung auf der Leserforum-Seite, dass die Autoindustrie bei der “Auto & Motor” Seite finanziell nicht mitmischt, und dass “die Berichterstattung nach den üblichen journalistischen Kriterien” erfolgt.

Da hätte ich allerdings einen gut gemeinten Vorschlag, der übrigens bestens zu Ihrer “gemeinsamfürgraubünden” Kampagne passen würde: öffnen Sie das “redaktionelle Angebot”, wie Sie es nennen, auch z.B. unseren Weinbauern und Restaurants. Die Seite könnte z.B. “Essen & Trinken” heissen. Die Unternehmen würden ihre Produkte zur Degustation der Redaktion gratis zur Verfügung stellen und einer ihrer Mitarbeiter würde ähnlich inspirierte Reportagen nach diesen üblichen journalistischen Kriterien verfassen wie Herr Morandi über Automobile. Das würde unseren lokalen Gastrobetrieben, wenn sie uns denn in noch unklarer Zukunft wieder verwöhnen dürfen, und den lokalen Weinproduzenten sicher gut tun. Vielleicht würde da auch gastronet gelegentlich einen kleinen Artikel beisteuern, wie ampnet auf der “Auto & Motor” Seite.

Es liessen sich auch noch zahlreiche ähnliche Projekte ausdenken für Geschäftsbereiche, die nicht nur im Moment Ihre und unsere Solidarität und Unterstützung mindestens so dringend brauchen wie die Autobranche. Wie wär’s mit “Mode & Frisuren” für die lokalen Kleidergeschäfte und Coiffeursalons, deren Kollektionen und Kreationen ihre Redaktoren und Redaktorinnen testen könnten? Ihrer Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt. Und das würde die Südostschweiz ja auch nichts kosten – ausser der üblichen Entlöhnung Ihrer Mitarbeiter. Am Interesse der Leserschaft dürfte es jedenfalls kaum fehlen.

Mit freundlichen Grüssen
Walter Brunner

Ja Herr Walter Brunner... und was ist da so verwerfliches daran?
Ihr völliges Unverständnis gibt zu denken; warum muss man überhaupt ein solches Schreiben in Form von einem Leserbrief publizieren? Was haben Sie für ein Problem; könnte es sein, dass Sie wegen der Quarantäne Depressiv geworden sind und einfach mal schlecht drauf sind? Ich kann Ihren Leserbrief nicht nachvollziehen und schon gar nicht verstehen. Sollte etwa "Auto & Motor" eher etwas über Ihr schwierigstes Problem mit dem Auto berichten und wie haben Sie es gelöst? Oder löst das bei Ihnen Wünsche kontra Bedürfnisse aus? Sie sehen das neue Auto des Nachbarn und sofort sagt einen innere Stimme: "Das will ich auch!" In solchen Situationen sind Sie am besten beraten, das was Sie nicht haben, sich nicht leisten können, und damit anfangen die Fülle zu schätzen die Sie haben...

MfG Giacumin Bass

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