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Die "Republik" soll sich bezahlt machen

Neben dem Urteil der WEKO, welches Regierungsratskandidat Felix den Kopf gekostet hat, beschäftigt momentan vor allem die Bericht-Serie des Online-Magazins „Republik“ Graubünden. Die erhobenen Vorwürfe, welche weit über das WEKO Urteil hinaus gehen, sind erheblich und müssen ohne Zweifel lückenlos untersucht, aufgeklärt und allenfalls sanktioniert werden.
Ein wesentlicher Faktor in unserem Rechtsstaat ist die Unschuldsvermutung. Sie erfordert, dass der Beschuldigte nicht seine Unschuld, sondern die Strafverfolgungsbehörde seine Schuld beweisen muss. Dieser Grundsatz hat auch für Regierungsratskandidaten, Politiker und Institutionen im Wahlkampf zu gelten.
Bevor eine Untersuchung nicht durchgeführt und abgeschlossen wurde, sollte auch kein (Vor-)Urteil gefällt werden. Was aufgrund der Berichte der "Republik" jedoch durch die Medien oft unkritisch nachgeschrieben wird, ist politische Hexenjagd und massive Vorverurteilung in Reinkultur. Zuerst kommt BDP-Regierungsrat Parolini durch eine Aussage des Whistleblowers beim Online-Magazin „Republik“ dran. Wiederholt wird das gesamte Tiefbauamt diskreditiert, welches seit Jahren von der CVP geführt wird. Nun rollt die nächste Welle an Vorverurteilungen aufgrund der „Republik“ Berichterstattung gegen FDP-Regierungsrat Rathgeb und Polizeikommandant Schlegel (SVP). Mittlerweile wird ganz Graubünden als Mafia durch die Medien gezogen. Das geht nicht! Nicht bevor die Sachlage untersucht wurde. Ich stehe klar für die Aufklärung des Sachverhalts. Die Geschichte der „Republik“ basiert jedoch im Wesentlichen auf den Aussagen eines einzigen Zeugen. Wenn Aussage gegen Aussage steht, hat der Whistleblower bei Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung recht. Ebenso, wenn ein Sachverhalt aufgrund eines laufenden Verfahrens nicht kommentiert werden darf. Die Unschuldsvermutung ist aktuell ausser Kraft gesetzt. Die Geschichte wurde von der "Republik" unzweifelhaft gezielt in der heissen Wahlkampfphase platziert. Unter dem Titel „Millionär, links, sucht Medium“ verwies die NZZ am 16.1. im Hinblick auf die Lancierung der "Republik" darauf, dass das Medium massgeblich von linken Millionären finanziert wurde. Eine Investition in die Zukunft, welche sich bei den Wahlen am 10. Juni für die linken Investoren erstmals bezahlt machen soll.

Oliver Hohl
03.05.18 - 16:45 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
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Aus dem Täter wird das Opfer
1. Frage, wurde bisher von einer neutralen und kompetenten Stellle einmal nachgerechnet, ob die Preise wirklich übersetzt waren oder lediglich den notwendigen Kalkulationsgrundlagen für eine gesunde Firmenstruktur (mit sozialen Arbeitsbedingungen) entsprochen haben? Was die Unterangebote iim Bauhaupt- und Baunebengewerbe imstande sind zu verursachen, zeigen aktuell Figura Pitsch in Konkurs und in der Vergangenheit Lohndumping auf Großbaustellen wie Interconti Davos, The Chedi Andermatt oder Kempinski St. Moritz. Die direkten und indirekten Folgen für die Arbeiter welche z.t. kein Geld für ihre geleistete Arbeit erhielten und die eingemischte Gesellschaft sind traurig! Die 2. Frage stellt sich, wieso sich jetzt alles auf die ausführende Baubranche fokussiert, obwohl gerade in dieser Sparte wohl kaum die große Wertschöpfung möglich ist und einheimische Firmen (regionale Arbeitsplätze) stark durch auswärtige oder sogar ausländische konkurriert werden. Wie sieht es denn aus mit den Pharmariesen oder dem Dienstleistungssektor? Es gibt offizielle Tarife, welche Stundenansätze ab 130 Fr. nennen, notabene ohne dass Offerten zu Positionen erfolgen, sondern nach Aufwand abgerechnet wird. Bestenfalls mit einem Kostendach, welches mit etwas Glück, Geschick und Filz mit einem Nachtragsauftrag erhöht wird. Kommt es zum Streit werden Rechtsanwälte eingeschaltet - mit Stundensätzen ab 250 Fr - ohne Offerte... 3. Frage, wieso wird der Whistelblower der selber - wahrscheinlich aus legitimen Gründen - dabei war, sich jedoch anscheinend mit den anderen verkrachte, jetzt als Opfer dargestellt?

Offenbar hatte der Whistleblower aber doch recht, wurden doch eine Reihe von Firmen gebüsst. Das hätte die Bündner Interessengemeinschaft für Bauabsprachen wohl gerne, alles reinwaschen und den Whistleblower wollten die Amtsstellen gar in die Psychi einweisen. So etwas geschieht in der Schweiz meine Damen und Herren !!

Der rechte Millionär BDP-Hohl moniert für alles Mögliche die Unschuldsvermutung, will hingegen dem Whistleblower aber offensichtlich immer noch nicht glauben und für Hohls Anschuldigungen an die "Republik" gilt die "Unschuldsvermutung" NICHT?
Hohl: "Unter dem Titel „Millionär, links, sucht Medium“ verwies die NZZ am 16.1. im Hinblick auf die Lancierung der "Republik" darauf, dass das Medium massgeblich von linken Millionären finanziert wurde. Eine Investition in die Zukunft, welche sich bei den Wahlen am 10. Juni für die linken Investoren erstmals bezahlt machen soll."
Hohl und Masüger mit demselben Vorwurf an jene investigativen Unterländer, die den "Bündner Somedia-Monopol-Platzhirschen" Journalismus vorleben?
Hinweis für alle, die in all den GR-Jahren über das Somedia-Monopol stöhnten:
https://www.republik.ch/
Sogar mit Sozialtarif.

Es ist zumindest sehr sehr eigenartig, wenn der Whistleblower so hart angefasst wird und gleich in die Psychiatrie eingeliefert wird (und dort nur dank dem Chefarzt) wieder raus kommt. Neben dem Polizeikommandanten und Kandidaten für den RR, Hr Walter Schlege, machte sich auch der Bezirksarzt unmöglich. So wird nicht vorgegangen in einem Rechtsstaat, Punkt. Da haben sic beide höchst verdächtig gemacht, Teil des Bau-Mafia-Systems zu sein.

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