Glarus: «Schubiger», «Blue Hill», «Ex Libris» – diese sechs Läden vermissen wir
Vom Warenhaus bis zum CD-Shop: Sechs Redaktionsmitglieder erzählen, welche Glarner Läden ihnen bis heute fehlen – und warum.
Vom Warenhaus bis zum CD-Shop: Sechs Redaktionsmitglieder erzählen, welche Glarner Läden ihnen bis heute fehlen – und warum.
Warenhaus «Schubiger»
Der Schubiger in Glarus war weit mehr als nur ein Geschäft – er war ein Treffpunkt. Und ehrlich gesagt: Er hat einen guten Teil dazu beigetragen, dass ich Glarus in meiner Jugend überhaupt «cool» fand. Dort gab es einfach alles – von Bettwäsche bis zu farbigen Kontaktlinsen. Als junge Teenagerin habe ich mir dort meine ersten Lippenstifte gekauft. Und als Kind war ich jedes Mal aufs Neue beeindruckt von der Süssigkeitenwand gleich beim Eingang.
Erinnert ihr euch noch an die grüne Rutsche ganz hinten im Laden? Alle, die da als Kinder runtergesaust sind, wissen genau, was ich meine, wenn ich sage: Es war wahrscheinlich die schmerzhafteste Rutschbahn überhaupt – und trotzdem konnte niemand widerstehen, sie immer wieder zu benutzen.
Kleiderladen «Blue Hill»
Kleiderläden waren in den 1990er-Jahren mehr als nur Geschäfte. Mein Lieblingsladen war der «Blue Hill» in Glarus. Zuerst an der Kirchstrasse, später an der Hauptstrasse. Als Jugendlicher stolperte ich öfter in diesen Laden. Die Preise waren für einen 16-Jährigen gesalzen, die Kleider dafür extrem cool. Für meinen ersten Levi's-Pulli sparte ich gefühlt eine Ewigkeit – ein zweiter sollte folgen. Für eine Converse-Jacke, die in meiner Erinnerung rund 120 Franken kostete, jobbte ich zwei Wochenenden in einer Bäckerei in Ennenda, wo ich einst geschnuppert hatte. So konnte ich sie mir leisten und stolz meinen Kumpels präsentieren. In meiner Jugend habe ich den einen oder anderen Franken in diesem Laden liegen lassen. Aber ehrlich: Cool sein gab es damals nicht gratis.
Café «Juice 1»
Streng genommen war das «Juice 1» ja kein Laden, sondern ein Café. Als Vegetarierin ist es in Glarus teilweise schwierig, schnell ein feines Zmittag zu finden. Das «Juice 1» an der Stampfgasse überzeugte, weil sie leckere vegane Bowls anboten, die auch wirklich satt machten. Quasi Fast Food, das auch noch gesund ist. Schade, dass die drei Gründer keine Nachfolgerin oder keinen Nachfolger fanden. Die Lücke konnte seither irgendwie niemand so richtig schliessen.
Spielwarengeschäft «Züger»
Hinter dem Zaunschulhaus, am Anfang der Schwertgasse, war das Spielwarengeschäft «Züger». In meiner Erinnerung war der kleine Laden von unten bis oben gefüllt mit Kartonschachteln, die Modellbausätze aus Plastik enthielten. Daneben die winzigen Farbtöpfe, Pinsel, Pinzetten, kleine Messer und was man sonst noch für den Modellbau braucht. Hinter der Ladentheke stand Frau Züger. Besonders fasziniert haben mich die Bausätze für Flugzeuge, mein Prunkstück war aber ein Modell von Kapitän Jacques Cousteaus Schiff «Calypso», das ich sorgfältig bemalt habe. Eine Zeit lang habe ich mein ganzes Sackgeld in den «Züger» gebracht.
Kleiderladen «Schild»
Am meisten vermisse ich den Kleiderladen von «Schild» in Glarus. Frauen haben den stilsicheren Blick, der mir abgeht. Und immer nur Jeans? Hier konnte ich eines Tages allein reinkommen und direkt der Chefin erklären, dass ich mich gern von ihr eingekleidet sehen würde. Sie fand zielsicher immer Passendes. Schade, dass der Laden 2018 zuging. Kleiner Trost: Nun find ich bei Botty dafür passende Schuhe.
Der CD-Laden «Ex Libris»
Ein Laden, den ich sehr vermisse, ist der «Ex Libris». An ihn habe ich die schönsten Kindheitserinnerungen. Früher sind meine Mutter, mein Bruder und ich immer dorthin gegangen. Mein Lieblingsprodukt waren definitiv die Pumuckl-CDs. Wir haben sie so lange gesammelt, bis wir alle 26 Gschichtli hatten!
Nicht nur das: Wir haben bei jedem Besuch einen Heliumballon von der lieben Verkäuferin bekommen und durften ihn für meinen Papa in den Himmel steigen lassen. Manchmal haben wir nur die Ballone steigen lassen, manchmal haben wir auch noch Zeichnungen gemalt und sie am Ballon befestigt.
Es roch immer nach frischem Papier, Plastik und einfach so gut, wie eine Buchhandlung eben riecht. Eine weitere schöne Erinnerung teile ich mit meiner ehemals besten Freundin aus der Primarschule. Bei unserer ersten eigenen Shoppingtour, ganz ohne Eltern, war der «Ex Libris» unser erster Halt. Ja, wir hatten eine Shoppingliste. An diesem Tag haben wir kleinen Krimskrams und Handwärmer gekauft. Es war nämlich Herbst oder Winter und ziemlich frisch.
Liebe Buchhandlung «Ex Libris», ich vermisse dich!
Was vermisst ihr?
Welche Glarner Läden vermisst ihr? Schreibt uns in den Kommentaren oder per Mail an glarus@suedostschweiz.ch.
Ueli Weber ist stellvertretender Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er hat die Diplomausbildung Journalismus am MAZ absolviert und berichtet seit über zehn Jahren über das Glarnerland. Mehr Infos
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