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Glarus

Breistift

Loslassen fällt manchmal schwer - alte Kleider genauso wie die Eltern

Ich war als Jugendlicher - und auch später noch lange - nicht sonderlich ordentlich. Zimmer aufräumen war nicht meine Stärke und vor allem mein Pult diente während Kanti und Studium in erster Linie als Ablagefläche, kaum je aber zum arbeiten oder lernen. Inzwischen klopft die 40 bald schon an die Tür und mein Bedürfnis nach Ordnung hat sich irgendwann in den späten 30ern doch noch breit gemacht. Also, nicht dass Ihr mich falsch versteht, mit Marie Kondo habe ich es definitiv auch nicht, aber inzwischen laufe ich doch öfter mit irgendwelchen Kleidern, Büchern, Spielsachen und anderem Kleinkram durch die Wohnung als ohne. Ich gebs ja zu, manchmal ist das kein Aufräumen sondern ein Umschichten, aber oft genug halt ich das Familie-mit-Kind-Chaos nicht mehr aus und sorge für Familie-mit-Kind-Ordnung - worüber Marie Kondo nur müde lächeln könnte, aber immerhin.

In Sachen Ordnungssinn erkenne ich inzwischen mein kindliches Ich im Kind. Kommen wir von Kindsgi oder Hort nach Hause liegen Schuhe, Jacken und Mitbringsel aller Art danach garantiert im Eingang verstreut herum, die Kleider, die lästigen, liegen auf Treppe, Wohnzimmerboden oder Küchenablage herum und wie es im Kinderzimmer aussieht, muss ich Euch Eltern kleiner Kinder kaum im Detail beschreiben. Aufräumen wird das alles natürlich das Kind - nicht. An Mama und Papa bleibt es normalerweise hängen. Was ich nicht weiter schlimm finde. Ich war ja früher nicht anders - aber ab und zu möchten wir das Kind zumindest dazu bringen mit uns zusammen das gröbste zu verräumen.

Das klappt so mittel. Richtig problematisch wird es, wenn wir - ein- bis zweimal pro Jahr - ein Grossräumaktion im Kinderzimmer starten wollen: ausmisten. Die Socken, Unterhosen, Kleidlis und Hosen, die wir im Sommer Anno Domini gekauft haben, seit mindestens letztem Jahr nicht mehr passen und endlich weg sollen? „NAAAAAAAAI, DIA BRUUCHI NO! DAS GOT MIAR IMFALL NO! LUAG, I LEGS GRAD AAH!“ Als temporäres Friedensangebot haben wir eine Verkleiderli-Kiste eingerichtet, wo das Zeug reinwandert - die ist für Freunde und Kuscheltiere gleichermassen. Tatsächlich genutzt wird das Zeug auch da: nie. Aber es ist aus dem Sinn und hin und wieder wandern dann einige der Sachen von dort in die Altkleidersammlung oder gleich in den Müll. Aber aufgepasst, wenn das Kind dann ein Papierli in den Kübel wirft und dabei einen Stoffzipfel der einst geliebten Leggins sieht, geht das Geheul wieder los.

Jaja, das mit dem Loslassen ist halt schwierig. Nicht nur alte Kleider, Baby-Bücher oder eines von Dutzenden von Kuscheltieren, die am Bettfuss ein unbeachtet trauriges Dasein fristen. Loslassen ist auch bei und für Mama und Papa manchmal schwierig. Aber schliesslich ist das Kind ja bald erwachsen, also Schülerin. Und dann wollen Kind und Eltern, den Schulweg nicht mehr gemeinsam bestreiten - in einer Grossstadt wie Winterthur ist das durchaus nicht ohne, gell. Jedenfalls üben wir das seit den Frühlingsferien: Jede Woche verabschieden wir uns auf dem Kindsgiweg ein Stück weiter vom Schul- und Kindsgi-Areal entfernt. Das klappt inzwischen in den meisten Fällen problemlos. Ab und zu packt das Kind dann aber doch den Trennungsschmerz und wir müssen noch eine Etappe weiter mitkommen.

Bis zu den Sommerferien haben wir zum Glück noch drei Wochen Zeit und dann die Sommerferien, um uns alle an den Gedanken der Schüler-Zukunft zu gewöhnen. Hach, sie werden einfach so schnell erwachsen…

Breistift

Loslassen fällt manchmal schwer - alte Kleider genauso wie die Eltern

Ich war als Jugendlicher - und auch später noch lange - nicht sonderlich ordentlich. Zimmer aufräumen war nicht meine Stärke und vor allem mein Pult diente während Kanti und Studium in erster Linie als Ablagefläche, kaum je aber zum arbeiten oder lernen. Inzwischen klopft die 40 bald schon an die Tür und mein Bedürfnis nach Ordnung hat sich irgendwann in den späten 30ern doch noch breit gemacht. Also, nicht dass Ihr mich falsch versteht, mit Marie Kondo habe ich es definitiv auch nicht, aber inzwischen laufe ich doch öfter mit irgendwelchen Kleidern, Büchern, Spielsachen und anderem Kleinkram durch die Wohnung als ohne. Ich gebs ja zu, manchmal ist das kein Aufräumen sondern ein Umschichten, aber oft genug halt ich das Familie-mit-Kind-Chaos nicht mehr aus und sorge für Familie-mit-Kind-Ordnung - worüber Marie Kondo nur müde lächeln könnte, aber immerhin.

In Sachen Ordnungssinn erkenne ich inzwischen mein kindliches Ich im Kind. Kommen wir von Kindsgi oder Hort nach Hause liegen Schuhe, Jacken und Mitbringsel aller Art danach garantiert im Eingang verstreut herum, die Kleider, die lästigen, liegen auf Treppe, Wohnzimmerboden oder Küchenablage herum und wie es im Kinderzimmer aussieht, muss ich Euch Eltern kleiner Kinder kaum im Detail beschreiben. Aufräumen wird das alles natürlich das Kind - nicht. An Mama und Papa bleibt es normalerweise hängen. Was ich nicht weiter schlimm finde. Ich war ja früher nicht anders - aber ab und zu möchten wir das Kind zumindest dazu bringen mit uns zusammen das gröbste zu verräumen.

Das klappt so mittel. Richtig problematisch wird es, wenn wir - ein- bis zweimal pro Jahr - ein Grossräumaktion im Kinderzimmer starten wollen: ausmisten. Die Socken, Unterhosen, Kleidlis und Hosen, die wir im Sommer Anno Domini gekauft haben, seit mindestens letztem Jahr nicht mehr passen und endlich weg sollen? „NAAAAAAAAI, DIA BRUUCHI NO! DAS GOT MIAR IMFALL NO! LUAG, I LEGS GRAD AAH!“ Als temporäres Friedensangebot haben wir eine Verkleiderli-Kiste eingerichtet, wo das Zeug reinwandert - die ist für Freunde und Kuscheltiere gleichermassen. Tatsächlich genutzt wird das Zeug auch da: nie. Aber es ist aus dem Sinn und hin und wieder wandern dann einige der Sachen von dort in die Altkleidersammlung oder gleich in den Müll. Aber aufgepasst, wenn das Kind dann ein Papierli in den Kübel wirft und dabei einen Stoffzipfel der einst geliebten Leggins sieht, geht das Geheul wieder los.

Jaja, das mit dem Loslassen ist halt schwierig. Nicht nur alte Kleider, Baby-Bücher oder eines von Dutzenden von Kuscheltieren, die am Bettfuss ein unbeachtet trauriges Dasein fristen. Loslassen ist auch bei und für Mama und Papa manchmal schwierig. Aber schliesslich ist das Kind ja bald erwachsen, also Schülerin. Und dann wollen Kind und Eltern, den Schulweg nicht mehr gemeinsam bestreiten - in einer Grossstadt wie Winterthur ist das durchaus nicht ohne, gell. Jedenfalls üben wir das seit den Frühlingsferien: Jede Woche verabschieden wir uns auf dem Kindsgiweg ein Stück weiter vom Schul- und Kindsgi-Areal entfernt. Das klappt inzwischen in den meisten Fällen problemlos. Ab und zu packt das Kind dann aber doch den Trennungsschmerz und wir müssen noch eine Etappe weiter mitkommen.

Bis zu den Sommerferien haben wir zum Glück noch drei Wochen Zeit und dann die Sommerferien, um uns alle an den Gedanken der Schüler-Zukunft zu gewöhnen. Hach, sie werden einfach so schnell erwachsen…

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