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Kann man darüber noch lachen? Das ist der Glarner Abfall-Wildwuchs in fünf Bildern

Die Abfallentsorgung im Glarner Hauptort sorgt immer wieder für rote Köpfe. Wir nehmen euch mit auf eine Reise durch den Glarner Güsel-Dschungel in fünf Bildern. 

Sebastian
Dürst
17.11.24 - 11:00 Uhr
Glarus
Ich gebe es zu: Ich bin mittlerweile einer der ganz grossen Profiteure der neuen Unterflurcontainer. So ein neues Exemplar steht nämlich unmittelbar neben meiner Wohnung. Und anstatt wie früher zwei Mal pro Woche frühmorgens aufstehen zu müssen, kann ich sieben Tage die Woche, 24 Stunden pro Tag meinen Müll entsorgen. Das war nicht immer so: Fast ein Jahr lang stand der Unterflurcontainer versiegelt da, ohne dass ich ihn hätte nutzen können. 

Ich verstehe also, warum die Abfallentsorgung in Glarus immer wieder so emotional diskutiert wird. Ich will euch deshalb mitnehmen auf eine kleine Reise in fünf Bildern durch Abfall-Glarus, das ich in den letzten Monaten fotografisch dokumentiert habe. 

Ob ihr darüber schon lachen könnt oder noch fluchen wollt, überlasse ich dabei gern euch. 

1. Der neue Kübel

Bild Sebastian Dürst

Er sieht in seinem silbernen Glanze so unschuldig aus! Seit die Sand- und Oberdorfstrasse in Glarus saniert wurden, steht da auch ein Sammelcontainer. Fast ein Jahr lang war er aber mit einem Kübelsack abgedeckt und mit einem Kabelbinder versiegelt. Hätte ich den historischen Moment, an dem ein Gemeindemitarbeiter den Kabelbinder durchtrennte nicht per Zufall beobachtet, hätte ich die «Eröffnung» dieses Containers glatt verpasst. Nun kann ich mir ein Leben ohne aber kaum mehr vorstellen: Weil Journalisten spät zur Arbeit gehen und die Ketrag die Sandstrasse früh räumt, waren die Abfalltage immer mühsame Tage. 

2. Schaut noch einmal genau hin!

Bild Sebastian Dürst

Wer beim obigen Bild genau hingeschaut hat, hat im Hintergrund Kübelsäcke entdeckt. Hier sind sie in Grossaufnahme zu sehen. Weil nämlich die Information der Anwohner nicht funktioniert hat, deponierten nach der Eröffnung des Unterflurcontainers noch lange Anwohnerinnen und Anwohner ihre Kübelsäcke direkt neben dem Container. Freundliche Mitarbeiter haben diese dann mit diesen Zetteln beklebt. Wobei ich mich gefragt habe, wie viele Glarnerinnen und Glarner ihre Kübelsäcke auf allfällige Mitteilungen der Gemeinde kontrollieren, nachdem sie sie auf der Strasse platziert haben. Na ja. Irgendwie scheinen die Menschen davon erfahren zu haben. In diesem Sektor der Sandstrasse stehen im Moment keine Kübelsäcke mehr an der Strasse. 

3. Ja, was soll man denn sonst machen?

Bild Sebastian Dürst

136 Meter sind es vom Unterflurcontainer bis zu diesem Bijou an der Sandstrasse. Hier zeigt sich eine weitere lustige Auswirkung: Natürlich sind alle froh um diesen Container, weil auch er ermöglicht, dass man den Abfall jeden Tag aus der Wohnung entsorgen kann. Es gibt dabei nur ein Problem: Der Container ist zu klein für all die Leute, die hier ihren Güsel entsorgen wollen. Und natürlich läuft bei einem vollen Container keiner mehr mit dem Abfallsack zurück in die Wohnung. Und dann sieht es am Montagmorgen hier jeweils so aus. 

4. Geht doch!

Bild Sebastian Dürst

Offenbar hat die Gemeinde Glarus mit Bewohnerinnen und Bewohnern in anderen Dorfteilen von Glarus mehr Mitleid. An der Postgasse in Glarus stand auf jeden Fall dieses Informationsschild mit nützlichen Informationen zur Abfallentsorgung. Als Kenner weiss ich: Es ist ein Platz, wo früher über die ganze Woche Kübelsäcke deponiert waren. Und heute ist der Platz ausser am Dienstag- und am Freitagmorgen frei von hässlichen Kübelsäcken. 

5. Symbolbild für wütende Glarnerinnen und Glarner

Bild Sebastian Dürst

So viel Ärger auf einem Bild! Ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn ich an diesem Container an der Stampfgasse vorbeifahre. Es zeigt in einer unglaublichen Dichte, was die Bewohnerinnen und Bewohner in den letzten Jahren wütend gemacht hat. Da ist natürlich die (hier offensichtlich) nicht funktionierende Abfallentsorgung. Es steht aber auch noch einer der letzten verbliebenen Velobügel davor. Er hat jetzt immerhin eine Funktion bekommen. Und im Hintergrund steht neckisch ein Auto hinter einer Parkverbotstafel – auf einem weissen Parkfeld. 

Sebastian Dürst ist Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er ist in Glarus geboren und aufgewachsen. Nach Lehr- und Wanderjahren mit Stationen in Fribourg, Adelboden und Basel arbeitet er seit 2015 wieder in der Heimat. Er hat Religionswissenschaft und Geschichte studiert. Mehr Infos

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