Werber: «Wir wussten, dass die Idee polarisieren wird»
Inzwischen ist klar, wer die Idee des Fotografierverbots in Bergün hatte: Hinter der Aktion steckt die Zürcher Werbeagentur Jung von Matt/Limmat, wie das «Bündner Tagblatt» berichtete. Es ist nicht das erste Mal, dass die Unterländer Graubünden weltweit in die Schlagzeilen bringen.
Inzwischen ist klar, wer die Idee des Fotografierverbots in Bergün hatte: Hinter der Aktion steckt die Zürcher Werbeagentur Jung von Matt/Limmat, wie das «Bündner Tagblatt» berichtete. Es ist nicht das erste Mal, dass die Unterländer Graubünden weltweit in die Schlagzeilen bringen.
Im Interview mit «persoenlich.com» spricht Kreativchef Dennis Lück über die Idee und Reaktionen. «Wir wussten, dass die Idee polarisieren wird», so der Werber des Jahres 2017. Und: «Die Google-Bildersuche nach Bergün explodiert.» Er ist sich aber auch bewusst, dass der Schuss auch nach hinten hätte losgehen können.
«Ziel war es, Fotos eines schönen Bergdorfes bekannt zu machen und so Begehrlichkeit zu wecken», sagt Lück. «Wir haben innerhalb von 24 Stunden über 50 Millionen Menschen weltweit erreicht. Das Fotografierverbot habe bewirkt, dass sich nun die ganze Welt Bilder von Bergün anschaue. Und das alles mit null Franken Media-Budget.
Zur Idee sagt Lück: «Wer sich auf Social Media schöne Ferienfotos von anderen ansehen muss, fühlt sich nach dem Betrachten der Fotos schlechter. Bergün wollte das nicht, so sei die Idee und die Umsetzung innerhalb eines halben Jahres entstanden. Und man habe stets mit dem Risiko gelebt, dass man sich auch unbeliebt machen könne. Dass eine Gemeinde für ein Marketing so viel Mut bewies, sei sensationell, so Lück weiter.
Die Werbeaktion für Bergün ist nicht die erste, die die Werbeagentur Jung von Matt/Limmat für Graubünden Ferien umsetzte. Vor zwei Jahren war es «The Great Escape», mit dem Passanten im Zürcher Hauptbahnhof überrascht wurden. Letztes Jahr das «Dorftelefon – im ruhigsten Dorf der Schweiz» und ein paar Jahre davor die Steinböcke Gian und Giachen.
Die Hintergründe der Geschichte:
Philipp Wyss ist Wirtschaftsredaktor der gemeinsamen Redaktion der Zeitung «Südostschweiz» und der Internetseite «suedostschweiz.ch». Mehr Infos





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Ich finde es alles dieselbe…
Ich finde es alles dieselbe Handschrift: Fotobergünverbot, die unkomisch komischen "Gian und Giachen", ebenso wie das "Dorftelefon Tschlin" und "Vrin ZH-HBf", die beide als Städtestress-Kontrast Ruhe versprechen, was sie aus Sicht von mir bzw. meines Gesundheitstourismus aber nicht erfüllen.
Als Marketing-Soufflé statt Inhalte Aufmerksamkeitserregung... finde ich unprofessionell, denn sogar ich Laie kenne die Marketing-Formel AIDA: A.ttention I.nterest D.esire A.ction
https://de.wikipedia.org/wiki/AIDA-Modell
Übrigens, welche "Unterländer Agentur" aus Zürich war denn das eigentlich, die die Werbekampagne für "Olympiade Graubünden 2026" machte?
Und Marcel Friberg war in der Zeitung abgebildet, wie er vor einer Grossprojektorleinwand stand, auf der tatsächlich die US-Flagge (oje) und in Grosslettern "Make Graubünden GREAT again" steht.
Bei diesem Anblick fühlte ich mich ganz KLEIN vor fremdschämen.
Wie wäre es, wenn endlich…
Wie wäre es, wenn endlich Bündner Graubünden lancieren statt "Unterländer"?