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Man weiss sich auch ohne Schnee zu helfen

Es scheint, als hätten diverse nationale Medien Gefallen daran gefunden, in den letzten Wochen «Skigebiets-Bashing» zu betreiben. Überall wurden Bilder von grünen Hügeln und schmalen Pisten gezeigt. Auch wenn Davos die schwierige Schneesituation relativ glimpflich überstanden hat: Auf der Schatzalp musste man sich nach Alternativen zum Skibetrieb umschauen.

Andri
Dürst
14.01.23 - 12:00 Uhr
Tourismus
Bis die Schatzalp-Schlittelbahn geöffnet werden kann, muss man sich noch ein wenig gedulden.
Bis die Schatzalp-Schlittelbahn geöffnet werden kann, muss man sich noch ein wenig gedulden.
zVg/DDK, Martin Bissig

«Es ist nicht das erste Mal, dass wir unser Skigebiet erst nach dem WEF öffnen können», erzählt Pius App, Verwaltungsratspräsident der Berghotel Schatzalp AG. Das im Jahre 2009 wiedereröffnete Strela-Gebiet musste auch schon Weihnachtsferien erleben, in denen man nicht die Skipisten herunterkurven konnte. Doch für sportliche Betätigung ist dennoch gesorgt: «Winterwandern ist bei uns auf vielen Wegen möglich. Zudem haben wir die Sesselbahn bis zum Strelaberg für Fussgänger in Betrieb genommen». Die so etwas verkürzte Wanderung zum Strelapass sei durchaus von vielen Leuten in Angriff genommen worden, sodass das Pass-Restaurant über die Festtage den Umständen entsprechend gut gelaufen sei. Auch die anderen Restaurants auf der Schatzalp hätten gut gewirtschaftet.

Ein stets beliebtes Angebot am Berg ist die Schlittelbahn bis ins Tal. Doch auch aus diesem Spass wurde wegen des Schneemangels nichts. «Wir haben für diese Saison neue Miet-Schlitten angeschafft, die immer noch nigelnagelneu im Lager stehen», erklärt App. Ohne Schlittelbahn würden einerseits die Mieteinnahmen wegfallen, andererseits könne man auch weniger Billette für die Standseilbahn verkaufen. Doch wäre es nicht möglich gewesen, mit der Sommerschlittelbahn eine Alternative zu bieten? «Wir haben die Anlage bereits Ende Oktober eingewintert. Der Aufwand, die Bahn wieder in Betrieb zu nehmen und dann vor dem nächsten Schneefall wieder winterdicht zu machen, wäre doch erheblich gewesen», erläutert der Schatzalp-Präsident dazu. Sollte es aber in den kommenden Jahren häufiger zu schneearmen Wintern kommen, würde man sich aber ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen, die Sommerschlittelbahn bei wenig oder keinem Schnee in Betrieb zu nehmen. Und was meint er zum Thema künstliche Beschneiung? «Das widerspricht unserem Prinzip». Als Slow-Mountain wolle man naturnahes Skifahren anbieten, weshalb Schneekanonen nicht zu ihrer Philosophie passen würden, ganz abgesehen von den hohen Kosten. Nun, da aber wieder Schnee gefallen ist, blickt App einer baldigen Öffnung des Skigebiets entgegen. Ziel sei es, nach dem WEF zu öffnen. Solange dies noch nicht möglich sei, habe die Schatzalp für die Mitarbeitenden Kurzarbeit beantragt.

Auch Loipenteam mit Spezialeffort

Keine einfache Zeit hat auch das Loipenteam um Hitsch Capol hinter sich. Zwar sei der Saisonstart mit der Snowfarming-Loipe im Flüela hervorragend gewesen – man habe die hohe Anzahl verkaufter Eintritte gegenüber letztem Jahr nochmals steigern können. Doch der wenige Schnee auf dem übrigen Loipennetz habe zu höheren Einsätzen der Mitarbeitenden geführt. «Entlang der Hauptachse zwischen Bünda und dem Langlaufzentrum mussten wir mit Traktor und Schneeschleuder Schnee ins Loipentrassee bringen». Man sei froh gewesen, dass die Landeigentümer ihr Verständnis zeigten und diese Massnahme zuliessen, betont Capol. Zusammen mit den beschneibaren Loipenabschnitten habe man ein Angebot bereitstellen können, das von vielen Gästen geschätzt worden sei. «Wir erhielten praktisch keine Reklamationen». Bis weitere Kilometer eröffnet werden können, brauche es aber doch noch eine grössere Portion Schnee, erklärt der Loipenchef. Ganz ohne Frau Holle geht es also doch nicht. Aber bis jetzt ist der Winter noch immer gekommen.

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