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Wintersperre am Flüela trotz wenig Schnee

Seit Sonntag, 22 Uhr, gilt am Flüelapass Wintersperre. Da diese vertraglich festgesetzt ist, lässt sich an ihr nicht rütteln – auch nicht, wenn wie derzeit günstige Verhältnisse herrschen würden.

Andri
Dürst
11.01.23 - 17:00 Uhr
Tourismus
Auch wenn Pro Flüela am Sonntag dem Neuschnee nochmals zu Leibe rücken musste – viel Schnee gibt es am Pass derzeit nicht.
Auch wenn Pro Flüela am Sonntag dem Neuschnee nochmals zu Leibe rücken musste – viel Schnee gibt es am Pass derzeit nicht.
zVg/ Pro Flüela Facebook

«Eine weitere Öffnung wäre momentan theoretisch durchaus möglich», erklärt Jürg Rocco, Sicherheitschef beim Verein Pro Flüela, am Montagmorgen auf Anfrage der DZ. Doch die Schlagbäume im Tschuggen und in Susch bleiben trotzdem unten. Grund ist ein fixes Datum, das in den Verträgen zwischen dem Kanton und Pro Flüela festgelegt wird. «Die Idee ist, dass wir im Januar noch an maximal zwei Wochenenden geöffnet haben können, um den Rückreiseverkehr der Feriengäste aus dem Engadin zu ermöglichen», ergänzt Rocco. Wie er feststellt, habe sich dies in diesem Winter auch gelohnt. Bei der alternativen Verkehrs­verbindung, dem Autoverlad Vereina, ­habe es kaum Wartezeiten gegeben.

Doch wenn der Schnee eine Öffnung des Passes weiterhin erlauben würde, wieso ist dies nicht möglich? Ramona Tiefenthal, Leiterin Kommunikation beim Tiefbauamt Graubünden (TBA), erklärt dazu, dass sich der Bündner Souverän 1985 bei einer Abstimmung relativ deutlich für den Vereinatunnel als wintersichere Verbindung ins Unterengadin ausgesprochen habe. Und deshalb gelte Folgendes: «Aufgrund von Kosten-/Nutzenüber­legungen, des geringen Verkehrsaufkommens und der Gleichartigkeit beziehungsweise gesamtheitlichen Betrach-tungsweise stand fest, dass die winter­sichere direkte Erschliessung auf ein Verkehrsmittel beschränkt werden muss. So wurden zum Beispiel die Bundesbeiträge an die Auflage geknüpft, dass Bundes­mittel für die Flüelapassstrasse nur noch soweit ausgerichtet werden, als dass sie für die Gewährleistung eines sicheren Sommerverkehrs notwendig sind.»

Wintersperre praktisch unbestritten

Um die Winteroffenhaltung des Flüela dennoch teilweise zu gewährleisten, bestehe seit dem Winter 2003/2004 mit dem Verein Pro Flüela eine Vereinbarung über die Flüelapassstrasse, blickt Tiefenthal zurück. «Aufgrund der guten Erfahrungen konnte diese Vereinbarung seither jeweils um fünf Jahre verlängert werden, letztmalig im Jahr 2019.» Zwar hätten der Vereina-Tunnel und die Wintersperre des Flüelapasses in der Vergangenheit immer wieder zu Diskussionen veranlasst, aber: «Inzwischen scheint die Wintersperre jedoch praktisch unbestritten zu sein.» Dem pflichtet auch Rocco bei. Er gibt zudem zu bedenken, dass eine längere Offenhaltung des Passes den Verein zusätzliches Geld kosten würde. «Sofern es keinen grösseren Druck für eine längere Offenhaltung gibt, wird sich am Schlussdatum nichts ändern», ist er sich sicher.

Mehr Flexibilität ist aber beim Eröffnungsdatum möglich. Die TBA-Mediensprecherin erklärt dazu: «Die Vereinbarung sieht grundsätzlich vor, dass bei ausserordentlichen Witterungsverhältnissen, zum Beispiel bei einem schneearmen Winter, und mit vorgängiger Bewilligung des Kantons, die Passöffnung allenfalls auch vor dem 30. April möglich ist.

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