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Alles neu macht der Mai – auch beim WEF?

Im Mai könne man die Trottoirs hochklappen, spottet man normalerweise in Davos. Nun, da Ende Monat das WEF-Jahrestreffen stattfinden wird, ist dies anders. Was tut man nun im Ort, um ihn von der besten Seite zu zeigen?

Andri
Dürst
15.05.22 - 07:00 Uhr
Tourismus
Wie jedes Jahr im Frühling sorgte die Gärtnerei des Werkdienstes mancherorts für Blumenpracht. Hier im Kurpark muss diese allerdings einige Wochen ihr Dasein hinter Gittern fristen.
Wie jedes Jahr im Frühling sorgte die Gärtnerei des Werkdienstes mancherorts für Blumenpracht. Hier im Kurpark muss diese allerdings einige Wochen ihr Dasein hinter Gittern fristen.
ad

Für viele Teilnehmende des WEF-Jahrestreffens sei die verschneite Davoser Landschaft jeweils etwas ganz Besonderes – und sie mache den Kongress einzigartig, hört man immer wieder. Heuer ist bekanntlich alles etwas anders, und da es nun bereits Mai ist, können weder Teilnehmerinnen mit Stöckelschuhen über verschneite Trottoirs gehen, noch senden TV-Stationen Interviews mit verschneiten Tannen im Hintergrund in alle Herrenländer.

Die verschneite Landschaft ist für viele WEF-Teilnehmende jeweils etwas ganz Besonderes. Man darf gespannt sein, wie nun der Davoser Frühling bei den Gästen ankommt.
Die verschneite Landschaft ist für viele WEF-Teilnehmende jeweils etwas ganz Besonderes. Man darf gespannt sein, wie nun der Davoser Frühling bei den Gästen ankommt.
zVg/swiss-image.ch, Jolanda Flubacher

Blumenwiesen statt Schneefelder

«Das ist eine ganz andere Ausgangslage», findet Tourismusdirektor Reto Branschi. «Viele kennen Davos als Sommerdestination noch nicht.» Er hoffe daher, dass die Durchführung im Mai nun einen Effekt auslöse, damit der Ort auch als Sommerdestination bekannter wird. Doch welche Bilder in alle Welt hinausgesendet würden, hänge von den Medien ab. Auch bei der Betreuung von Journalisten richte man sich nach ihren Wünschen. Branschi vermutet, dass nächste Woche einige Reportage-Anfragen bei der Davos Destinations Organisation (DDO) eintreffen werden. «Im Winter haben wir beispielsweise schon Pistenbully-Fahrten für sie organisiert», erinnert sich der Tourismusdirektor. Falls nun Anfragen für den Mai einträfen, würde man den Journalisten beispielsweise vorschlagen, das Sertig mit seinen Blumenwiesen und der grandiosen Bergkulisse zu erkunden.

Doch dies sei noch nicht alles, was DDO tue, um Davos während des Jahrestreffens von seiner besten Seite zu zeigen. «Entlang der Promenade montieren wir an sechs von acht Banner-Standorten sogenannte ‹Welcome-Banner›, auf denen wir den Gästen eine schöne Zeit in Davos wünschen», so Branschi. Und auch im Davos-Klosters-TV werde man eigens eine Spezialversion ausstrahlen, bei der sich alles «rund ums WEF» drehe, erklärt der Tourismusdirektor.

Alles gut so, wie es ist

Währenddessen setzt man bei der Gemeinde voll und ganz auf die Natur. Anstelle der verschneiten Tannen in der Innenstadt Blumenschmuck oder Fahnen zu installieren, sei kein Thema gewesen, erklärt Statthalter Stefan Walser. Der Vorsteher des Departements «Tiefbau und öffentliche Betriebe» meint, dass es bislang im Winter auch nie solche dekorativen Elemente gegeben habe. Und in der Umgebung hätten nun ja viele Wiesen bereits ein saftiges Grün erreicht, das aus Walsers Sicht genau so schön anzusehen sei wie verschneite Wiesen. Was den Unterhalt der Strassen betreffe, so reinige man die Verkehrswege so sauber wie immer – was wegen des (hoffentlich) ausbleibenden Schnees sicherlich ein­facher sei als im Januar.

Und was macht das WEF selber? Auf Anfrage teilt die Medienstelle im Namen ihres «Head of Event Production», Severin Podolak, Folgendes mit: «Das World Economic Forum kümmert sich lediglich um die Infrastruktur. Wir können jedoch bestätigen, dass wir gewisse Temporärbauten (beim Kurpark-Zelt) begrünen».

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