×

Das sagt Ihr zum Entscheid des Bundesgerichts

In der Talsohle der Rheinschlucht wäre ein Wanderweg geplant gewesen. Das Bundesgericht hat sich aber dagegen entschieden. Grund seien Einsprachen von Natur- und Tierschutzorganisationen. Für Surselva Tourismus ist der Entscheid mehr schlecht als recht. Nun haben wir bei Euch nachgefragt, was Ihr von dem Entscheid haltet.

Anna
Panier
Freitag, 15. Mai 2020, 17:32 Uhr Wanderweg in der Rheinschlucht
Wir wollten wissen, wie unsere Community den Bundesentscheid einschätzt.
SUEDOSTSCHWEIZ.CH

Vergangene Woche hat das Bundesgericht mitgeteilt, dass ein durchgehender Wanderweg durch die Rheinschlucht aus Gründen des Umweltschutzes kaum realisierbar ist. Ganz zum Ärger von Surselva Tourismus. Kevin Brunold, Geschäftsführer Surselva Tourismus, reagierte auf den Entscheid enttäuscht: «Der Eingriff in die Natur wäre aus unserer Sicht vertretbar gewesen». Die Ruinaulta sei nämlich ein zentrales Element für die Entwicklung des Sommertourismus, ein Leuchtturmprojekt also. «Wenn am Ende die Rahmenbedingungen selbst für den sanften Tourismus vom Bundesgericht gestaltet werden, dann ist die Politik gefordert, Gegensteuer zu geben», so Brunold.

Manche finden den Entscheid schlecht...

Brunold steht mit seiner Meinung aber nicht alleine dar. Wir haben nämlich bei unserer Community nachgefragt und viele von unseren Leserinnen und Leser teilen die Ansichten von Brunold.

Martin D.* schreibt beispielsweise in seinem Kommentar: «Unverständlich. Die Natur muss erlebbar sein, um den sorgsamen Umgang aufzuzeigen. Es hätten Rancher eingesetzt werden können. Für den Tourismuskanton sind solche Erlebnisse wichtig.» Auch Pirmin L.* kann den Bundesentscheid nicht nachvollziehen: «Innovative Ideen, welche von der einheimischen Bevölkerung getragen werden, werden wieder mal ignoriert. Das ist sehr schade und eine weitere Frechheit gegenüber den Bergkantonen.»

Eine Tatsache, die viele Personen in Zusammenhang mit dem Bundesentscheid nicht verstehen können, ist, dass die Rhätische Bahn (RhB) durch das Gebiet fahren darf. Nestor W.* meint: «Solange auch die RhB durchfahren kann, um die Leute bis ins Wallis zu bringen, sollte es doch auch eine Möglichkeit für Wanderer geben, um den Weg zu geniessen. Martin S.* schätzt die Lage gleich ein: «Dann muss nun die RhB auch irgendwo anders durchfahren.»

...andere stehen dahinter

Aber nicht alle Leserinnen und Leser sind dieser Meinung. So haben uns auch Mitteilungen von Personen erreicht, die den Entscheid als gut empfinden. Esther H.* sagt in ihrem Kommentar: «Richtig. Es gibt genug Wanderwege. Der Mensch muss sich nicht überall ausbreiten.» Auch Lisbeth E.* ist von dem Entscheid überzeugt: «Wir dringen in die letzten Naturreservate ein. Die Folgen sollten bekannt sein. Die Artenvielfalt der Fauna und Flora wird immer kleiner. Den Entscheid finde ich mutig, aber sehr gut.»

Markus F.* vergleicht die momentane Situation an Bündner Seen mit der möglichen Situation eines Wanderwegs in der Rheinschlucht. «Wenn man sieht, wie die Situation zurzeit am Cresta- und Caumasee betreffend Menschenmassen ist, dann ist der Bundesentscheid richtig. Der Wanderweg über Trin ist zwar steil und ein Umweg, aber auch schön.»

Ob ein Wanderangebot in Zukunft in Betracht gezogen wird oder alles beim Alten bleibt, ist zurzeit noch nicht klar. Fest steht aber, dass das Thema rund um die Rheinschlucht und den Tourismus in der Surselva für reichlich Gesprächsstoff sorgt.

* Namen der Redaktion bekannt

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Marianne Schweizer, Ihr Text ist wohl selbsterklärend, selbstdisqualifizierend, fürs Publikum. Aber Ihnen sei ins Stammbuch geschrieben:
SIE leben noch – aber bei den notleidenden bzw. ausgestorbenen Arten (Flora und Fauna) stehen Ihre Worte auf deren Grabstein: «Ich war so glücklich, bald meinen Traum zu verwirklichen, da hinunter zu kommen. Das soll jetzt vorbei sein? Ich liebe die Natur, habe aber nur noch ganz wenige Möglichkeiten mich an schöne Naturplätzen zu begeben (weil sie von der selbsternannten ‹Krone der Schöpfung›, die in Ihrer Religion vorgibt, die Schöpfung zu bewahren, zerstört wurde).»
Ich finde Ihren «Traum» egoistisch, unempathisch – aber wenden Sie sich für dessen Erfüllung doch an unsere höchst kompetente und authentische Fachorganisation GRF, die schwärmt von «intakter» Natur in GR, die werden Ihnen sicher-garantiert «Träume» erfüllen an quasi tausenden Orten (nicht nur in Davos die «Safaris», oje), die sie bisher bereits verbauten (verbrauchten) in GR, oder?
«Dreams Unlimited» Davos:
https://www.suedostschweiz.ch/tourismus/2020-05-15/davos-lockt-mit-pers…
Weil es noch nicht reichte, sich mit dem Vorgänger «Sports Unlimited» zu blamieren? Siehe meine Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2017-11-24/der-neue-davoser-sloga…
Sie unterstellen den «Möchtegernnaturschützern», dass sie Natur denaturieren. Ich hingegen verzichte darauf, den «Möchtegernrollstuhlfahrenden» etwas zu unterstellen, weil ich nicht gegen Schwache handeln möchte. Und die Natur ist schwach, verletzlich, sie hat zunehmend keinen Ort mehr, wo sie Sein darf, so ergeht es auch chronischkranken Menschen, ich ERLEB(T)E es, und es könnte einem das Herz zerbrechen, mindestens.
Dass gewisse Touristiker (und gewisse Raumplaner) offenbar nur ans Geld denken, an sich, an ihre zappendusteren «Leuchttürme» (das Wort ist bei mir negativ besetzt seit GRF), dagegen versuchen eben die Naturschützer Schutz zu bieten, letztlich für unser eigenes Überleben. Die Natur ist unser Essential, deswegen heisst es ja «Mutter» Erde.

Ich war so glücklich bald die Möglichkeit zu haben meinen Traum zu verwirklichen, da hinunter zu kommen,
Das soll jetzt vorbei sein? Ich lebe im Rollstuhl und liebe die Natur, habe aber nur noch ganz wenige Möglichkeiten mich an schöne Naturplätzen zu begeben.
Ich fange an diese Möchtegernnaturschützer immer mehr zu verabscheuen - sie demonstrieren und hinterlassen Chaos und Müll. sie möchte etwas Schützen binden sich an Bäume an und stören damit die Wald Tiere man könnte hier vieles von diesen piiiip aufführen.

Liebe Frau Schweizer,

Die Natur, die Sie lieben, ist oft nur noch Natur, weil die Möchtegernnaturschützer  sich dafür einsetzen, dass Natur Natur bleibt. Und die Gesetze, die die Basis zum Urteilsspruch der Richter in Lausanne bilden, haben nicht die Möchtegernnaturschützer erfunden, sondern wurden vom Schweizervolk an Abstimmungen angenommen. 

Wenn gar keine Natur mehr übrig bleibt, können die Touristiker ja den Gästen, die gerade wegen der Natur nach Graubünden kommen, Videobildschirme und Präsentationen der ehemaligen Naturschönheiten zeigen und dafür auch noch Eintrittsgelder kassieren

Alle Kommentare anzeigen