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Frau Holles Pause macht sich bemerkbar

Der Wintereinbruch im Kanton Graubünden ist kurz gewesen. Er sorgte zwar für eine positive Festtagsbilanz der Bündner Bergbahnen, doch jetzt beschert ihnen der fehlende Niederschlag aufwendige Arbeiten am Berg.

Bettina
Cadotsch
Donnerstag, 09. Januar 2020, 04:30 Uhr Bündner Bergbahnen hoffen auf Schnee
Braune Flecken: Viele Bergbahnen würden sich über Neuschnee freuen.
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Wie ein Weihnachtsgeschenk gab es in der Nacht auf den 25. Dezember des letzten Jahres in vielen Regionen Neuschnee. Nötig und hilfreich – denn er rettete die Festtagsbilanz vieler Bündner Skigebiete. Seit dem 27. Dezember fiel jedoch kein Neuschnee mehr. Hinzu kommen milde Temperaturen, welche die Arbeit mit dem Kunstschnee erschweren. Zwei Faktoren, die für tiefer gelegene Skigebiete schnell einmal verheerend werden können. Bei den Bergbahnen in Tschiertschen ist es beispielsweise bis nach oben hin knapp mit dem Schnee, wie Verwaltungsratspräsident Martin Weilenmann auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» sagt. «Wir mussten zwei Pisten und einen Skilift schliessen. Die anderen Pisten hoffe man, durch Schneetransport zu retten. «Ob es bis Ende Januar reicht, wenn es nicht schneit, ist schwierig zu sagen», so Weilenmann weiter.

Oben gut, unten ok

Auch die Bergbahnen in Savognin hoffen auf Schnee oder zumindest auf kältere Nächte. Obwohl die meisten Skipisten präpariert und offen sind, wird jede Minute genutzt, um Kunstschnee herzustellen. «Wir haben aber leider nur sehr wenige und kurze Kälteperioden, die dafür nötig sind. Das ist sehr herausfordernd», sagt Christoph Passecker, kaufmännischer Direktor der Savognin Bergbahnen AG. Die Pistenfahrzeugfahrer seien sehr gefordert und der Arbeitseinsatz doppelt so hoch, weil sie auch den Schnee abseits der Pisten zusammenstossen, um den Schnee auf den Pisten halten zu können. «Es tut weh aber es ist unser Business. Wir leben vom Schnee, der von oben kommt und wir können leider nicht alles beschneien», so Passecker.

Ähnlich ist die Situation bei den Bergbahnen in Tschappina. Viele Nächte sind zu mild. «Wir haben aber Glück, dass wir einen grossen Anteil der Pisten auf Wiesen haben, dadurch haben wir keine Probleme mit den Steinen», sagt Markus Hemmi, Betriebsleiter und Rettungschef bei den Bergbahnen Tschappina auf Anfrage.

In Flims Laax Falera, bei der Weissen Arena Gruppe, konnten ebenfalls fast alle Skipisten präpariert und jene auf 2000 Meter über Meer gut beschneit werden. Einige Talabfahrten sind jedoch noch nicht erschlossen, weshalb die Schneekanonen immer wenn möglich laufen, wie Corsin Clopath, Leiter Pistenrettungsdienst Flims Laax Falera sagt. Die kostenintensive Variante mit dem Kunstschnee sei bei den Bergbahnen nicht die erste Wahl, sie rettet jedoch immer noch vieles. «Es ist sicherlich ein Mehraufwand, als wenn der Schnee vom Himmel kommt und man die Beschneiung zusammenpacken kann», sagt Clopath.

Andere Strategie

In Hochwang sind die Schneekanonen bisher stillgestanden. Einerseits, weil das Skigebiet hoch gelegen ist, andererseits, weil die Gäste den Naturschnee schätzen, wie Matthias Kappeler, Kommunikationsverantwortlicher bei den Sportbahnen Hochwang erklärt. Im oberen Teil des Skigebiets seien die Pistenverhältnisse sehr gut, bei der Talabfahrt sei man jedoch dringlichst auf Schnee angewiesen. Punktuell werde man ansonsten gezwungen, auf den letzten 50 bis 100 Metern, künstlich zu beschneien, so Kappeler.

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Immer wieder diese Eiertanz-Berichte über Schnee und Bergbahnen, langweilt das die SO-Leser nicht langsam zunehmend schnell?
In Tschiertschen werde "Schnee transportiert" auf eine Piste (wie denn, mit klima- und gesundheitstourismuserquickendem Diesel?), ansonst wird mit energiefressenden Schneekanonen auf die 2000-Watt-Gesellschaftsspatzen geschossen?
Tourismus und "Wasserkraft-Kanton" GR hängen ab von Niederschlägen und deren Speicherung in Festform.
Schnee (kristallisiertes Wasser) ist eh ein Rückzugsgefecht, wie sich der Fachzeitschrift "Mach die Fliege!" des Verbandes Schweizerischer Tiger- und Buschmücken (mit Niederlassungen auch im Gebirgskanton Glarus) entnehmen lässt.
Die Bergbahnen scheinen trotz vieler Jahre noch nicht weitergekommen zu sein punkto mein Postulat meines Gesundheitstourismus (Vorbild für die Welt).
Auch wenn Olivier Berger (SO 9.1.2020) titelt "Das Ende des Lärms" und so den Erfolgshype der Brambüeschbahn erklärt – vielleicht sei gerade das vermeintliche Nichts (statt Halligalli, lauten Pseudoattraktionen/Überinszenierungen) auf Brambrüesch das, was die Menschen in Scharen anziehe – (vgl. GRF-Werbekampagne Partnunsee-Bungalows für angebliche Unberührtheit: siehe Kommentare https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2017-08-11/das-ist-mal-ein-was… ), hat mein Prinzip offenbar noch niemand verstanden oder gar beherzigt. Denn dass man Scharen in ein Gebiet bringt, angeblich naturbelassen, damit ist Naturgesetzegewährleistung ja noch nicht getan, erst recht, wenn man durch "Bauzonen" in der freien Natur es löchern würde:
Siehe meinen Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/politik/2017-08-27/harsche-kritik-aus-den…
Gesundheit: Zudem geht es mir primär nicht um Gebiete, wo man nur kurze Zeit sich befindet, sondern diejenigen Gebiete, die meist auf einen einwirken: wo man wohnt, My Home Is My Castle (Zuflucht/Refugium).