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Bund erteilt Abschussbewilligung: Das Beverinrudel wird schrumpfen

Der Kanton Graubünden reagiert auf die jüngsten Rissvorfälle des Beverinrudels. Er bewilligt den Abschuss zweier Jungtiere aus dem verhaltensauffälligen Wolfsrudel.

Südostschweiz
15.07.22 - 14:00 Uhr
Politik
Kanton zieht Konsequenzen: Der Kanton hat zwei Jungtiere des Beverinrudels zum Abschuss freigegeben.
Kanton zieht Konsequenzen: Der Kanton hat zwei Jungtiere des Beverinrudels zum Abschuss freigegeben.

Wie der Kanton Graubünden am Freitag mitteilte, hat das Bundesamt für Umwelt den Abschuss von zwei Jungtieren aus dem Beverinrudel bewilligt. Das Ziel des Kantons bleibe jedoch die Entfernung des gesamten Rudels und der Abschuss des besonders auffälligen Vatertiers M92 im Rahmen der schweizerischen Rechtsordnung.

Vergangenes Wochenende hatten Wölfe eine Mutterkuh am Schamserberg angegriffen und getötet. Am Mittwochabend hatte das Rudel auf der Alp Nera am Schamserberg zum zweiten Mal eine Mutterkuh angegriffen und sie so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden musste. Beide Angriffe können dem Beverinrudel zugeordnet werden. Sie würden eine besorgniserregende Verhaltensentwicklung des Rudels aufzeigen, auf die reagiert werden müsse, schreibt der Kanton weiter.

Um Wolfsrudel durch Abschüsse regulieren zu können, muss nach Bundesrecht eine Schadensschwelle überschritten werden und das jeweilige Rudel muss Nachwuchs erhalten haben. Gemäss Mitteilung war die Schadensschwelle bereits vor den beiden aktuellen Vorfällen erreicht. Nun gebe es auch konkrete Hinweise darauf, dass das Beverinrudel in diesem Jahr Nachwuchs erhalten habe. Als dringliche Sofortmassnahme zur Vergrämung der Wölfe und zur Stärkung der Abwehr von Schäden und Nachteilen zulasten von Landwirtschaft, Tourismus und Bevölkerung vor Ort hat Mario Cavigelli, Vorsteher des Bündner Departementes für Infrastruktur, Energie und Mobilität nun den Abschuss von zwei Jungtieren des Rudels angeordnet. Die Massnahme wird vom Bundesamt für Umwelt gestützt.

Ganzes Rudel im Visier

Wie es weiter heisst, ist es dem Kanton ein grosse Anliegen, dass weitere Regulationsabschüsse möglichst zeitnah möglich sind. Er will insbesondere auch das Vatertier M92, von dessen Verhalten die Angriffe ausgehen, töten und im Rahmen der schweizerischen Rechtsordnung letztlich das gesamte Beverinrudel entfernen lassen.

Die Handlungsfreiheit des Kantons ist dabei allerdings rechtlich beschränkt (Eidgenössische Jagdgesetzgebung; Richtlinien des Bundesamts für Umwelt; Anwendbarkeit der Polizeigeneralklausel). Beim aktuellen Wolfsbestand und angesichts der unterschiedlichen Verhaltensentwicklungen von Wölfen fordert der Kanton Graubünden deshalb auch ganz grundsätzlich die rechtliche Möglichkeit, einzelne problematische Rudel entfernen zu können. Der Kanton wird sich dafür auch im Rahmen der angestossenen Gesetzes- und Verordnungsrevisionen auf Bundesebene mit aller Entschlossenheit einsetzen. (red)

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Das ist ein Tropfen auf einen heissen Stein...
Ich zitiere den Schweizer Wolfskenner Marcel Züger: „Scheu zu sein, war für Wölfe über Jahrhunderte die Überlebensstrategie - solange sie bejagt wurden. Heute gilt das Gegenteil, die Wölfe merken, dass sie nichts zu befürchten haben und werden immer dreister! Die Wölfe sind sehr intelligent und wenn sie lernen, dass sie mit Aggressivität noch einfacher zum Ziel kommen, dann werden sie zu einer Gefahr für die Bevölkerung!“ Ich kritisiere, dass sich manche über den Wolf freuen. Das unsägliche Leid, das diese anrichten, gibt zu denken. Ich wünsche, dass die Vernunft siegen möge und Schutz und Sicherheit der Menschen Vorrang haben. Eine jagdliche Begrenzung des Wolfbestandes ist unumgänglich. Der Wolf braucht Grenzen, ansonsten gibt es keine Akzeptanz!

Wir Menschen kennen aber auch keine Grenzen, täglich werden x-Tiere getötet und verspeist. Wer gibt uns das Recht über den Wolf zu urteilen, wir waren es die die Wölfe fast ausgerottet haben ! Ich habe meine Konsequenzen gezogen und esse nur noch vegetarisch und habe somit ein besseres Gewissen

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