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Kommt am Freitag die Maskenpflicht?

Die Corona-Fallzahlen steigen auch im Kanton Graubünden stetig an. Am monatlichen Medientreffen vertröstet die Regierung die Ankündigung neuer Massnahmen jedoch auf kommenden Freitag.

Südostschweiz
Dienstag, 13. Oktober 2020, 10:58 Uhr Meinung der Bündner Regierung
Regierungsapéro
Die Bündner Regierung wollte sich beim monatlichen Medientreffen noch nicht auf Massnahmen zur Eindämmung der zweiten Welle festlegen.
PHILIPP BAER/ARCHIV

In der Schule, in der Familie, am Arbeitsplatz: An diesen Orten stecken sich die Menschen in Graubünden mit dem Coronavirus am meisten an, wie die Regierung am Medientreffen am Dienstag mitteilte. Gesundheitsdirektor Peter Peyer betonte ausserdem, dass die Ansteckungen nunmehr nicht mehr nur auf einzelne Anlässe zurückzuführen seien, sondern flächendeckend zu beobachten seien. «Wir haben einen permanenten Anstieg und können nicht mehr überall die Gründe für die Ansteckungen eruieren.»

Derzeit befinden sich 613 Personen in Quarantäne, 154 in Isolation und drei Personen im Spital, davon eine auf der Intensivstation. Damit habe man den kritischen Schwellenwert erreicht, so Peyer weiter. Gemäss entsprechendes Konzeptes zur Eventualplanung einer zweiten Welle sind diese Werte definiert.

Man hat mögliche Massnahmen im Regierungsrat und mit den betroffenen Departementen bereits diskutiert, wie Peyer weiter sagte. «Wir müssen Massnahmen beschliessen, die alle Bereiche des Lebens abdecken können.» Wie diese konkret aussehen, will die Regierung erst am Freitag kommunizieren.

Am Anschlag beim Contact Tracing

Letzten Donnerstag seien die Bündner Contact Tracer nicht mehr in der Lage gewesen, alle gemeldeten Fälle zu kontaktieren. Man habe deshalb so schnell wie möglich zusätzliche Leute aufgeboten, sagt Peyer. Seit gestern ist auch der Zivilschutz wieder im Einsatz. «Wir können das Contact Tracing auf diesem Niveau weiterführen, wenn wir die nötigen personellen Ressourcen haben.»

Abstriche beim Contact Tracing will Peyer nicht machen. Er verwies beim Medientreffen auf einen Artikel der Sonntagszeitung, wonach der Kanton Zürich dazu übergangen ist, den infizierten Personen das Informieren ihrer Kontakte selbst zu überlassen. «Das ist nicht sehr konsequent, wir möchten das nicht machen.» (jas)

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Na ja, mich erstaunt es immer wieder, wie lange hier herum lamentiert wird. Massnahmen sind sofort erforderlich wenn man einen weiteren Lockdown vermeiden will. Je konsequenter man handelt, je besser kann man diese Gefahr vermeiden. Mit der Umsetzung der AHA-Regeln, Abstand halten, Hände waschen und Atemschutzmasken tragen, hätte man einfache Mittel und Massnahmen, die im Zusammenspiel Wirkung zeigen. Noch wichtiger ist, dass alle am gleichen Strick ziehen und mitmachen! Die nun steigenden Zahlen sind leider die Folge aus einem liederlichen Umgang mit der aktuellen Situation. Es betrifft alle, jung wie alt. Man muss sich eben auch mal kritisch hinterfragen, ob es nun sinnvoll ist, eine Party zu besuchen, in die Ferien zu reisen oder mit dem Seniorenverein einen Ausflug zu machen. Die entscheidende Kernfrage ist, wer wird durch mein Handeln tangiert - Ehepartner, Kinder, Grosseltern, Arbeitskollegen? Ein vernünftiges und massvolles Handeln ist gefragt!

Ich versteh das nicht, ich bin schon seit April in der Öffentlichkeit mit Maske unterwegs und sehe das als „das geringere Übel“. Es braucht keine Maskenpflicht, sondern der „Hausverstand“ sollte schon in Zeiten wie diesen das Tragen einer Gesichtsmaske „empfehlen“! Seit September schütze ich mich zusätzlich durch Einmalhandschuhe, welche ich wechsle,, wenn ich den Zutrittsort wechsle.

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