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Bündner Umweltverbände wehren sich gegen Heliport in Davos

Die Bündner Umweltorganisationen wehren sich gegen die geplante Rega-Helikopterbasis in Davos Glaris. Es brauche neben Untervaz und Samaden keine dritte Flugbasis in Graubünden. Der Klima- und Lärmschutz seien wichtiger.

Südostschweiz
Montag, 25. Mai 2020, 15:30 Uhr Dritte Rega-Basis in Graubünden
Rega Spital Davos
In Davos formt sich eine breite Allianz gegen die geplante Rega-Basis.
OLIVIA AEBLI-ITEM / OLIVIA AEBLI-ITEM

Seit bekannt ist, dass in Davos Pläne für eine neue Einsatzbasis der Rega verfolgt werden, tobt ein Streit über den Standort. Diverse Interessensgemeinschaften forderten von der Gemeinde, dass sie die Finger vom Vorhaben lassen solle. Nun meldet sich die Vereinigung Bündner Umweltorganisationen (VBU) zu Wort. In einer Mitteilung schreiben die Organisationen, dass kein Bedarf und kein Anspruch für einen dritten Heli-Standort im Kanton bestehe.

Laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) dürften neue Heliports nur bewilligt werden, falls sich die vorgesehene Verkehrsleistung nicht von einem bereits bestehenden Standort aus erbringen lasse. Zudem brauche es für solche schwerwiegende Eingriffe in einen Lebens- und Naturraum eine besondere Berechtigung. Dieser Nachweis könne im vorliegenden Fall nicht erbracht werden, schreibt die VBU. «Der Kanton muss endlich klare Zeichen setzen», fordert sie.

Volk soll entscheiden

Laut VBU beantragt die Rega 3000 Flugbewegungen am Standort Davos Glaris. 2000 will sie selber nutzen, die übrigen 1000 für Flugbewegungen von Drittfirmen. Für Patientenflüge zum Spital Davos brauche die Rega allerdings nur knapp 10 Prozent des beantragten Kontingents, bemängeln die Kritiker.

Am Donnerstag entscheidet der Grosse Landrat von Davos über die entsprechende Resolution: «Keine unnötige Belastung durch eine Helikopterbasis am falschen Standort». Acht Parlamentsmitglieder aus Reihen der SP, SVP, BDP und EVP hatten diese Eingabe unterschrieben. Hält die Davoser Regierung am Vorhaben fest, will der Grosse Landrat die Bevölkerung an die Urne bitten. (jas)

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Es geht doch nur darum, dass man einen neuen bequemen Helikopterplatz für das WEF will. Die Rega ist bereits beim Spital Davos stationiert, nur wenige Flüge sind wirklich nötig dahin (nicht mal 1/Tag), Samedan ist wenige Flugkilometer entfernt. Es besteht keinerlei Notwendigkeit das ganze Landwassertal mit Tausenden Flügen pro Jahr (100/Tag) zu verschandeln und die Bevölkerung zu terrorisieren.

Ich bestärke die Umweltschutz-Verbände, sich aus Klima- und Lärm- (und Luftkurort-) Schutzgründen gegen diese zusätzliche Flugplatz-Basis zu wehren (und ich finde, wenn die Davos-Touristiker weiter denken könnten als Gian und Giachen und Bolgenplaza, würden sie dies auch tun).
Es handelt sich auch hier (auch Kommerzflügen) um «Unendliches Wachstum» wie generell im Bau-, Verkehrs- und Wanderwege-Disneyland-Sektor in Graubünden: Man zinseszins-wirtschaftet sich zu Tode, so sehe ich es. Stattdessen müsste die Krankheitsursache entfernt werden, siehe Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2020-05-20/sozialer-wahnsinn
Beispiel Chur, 25.5.2020 um 01:37 Uhr und um 02:32 Uhr (Nacht SO auf MO) lautes Helikopter-Geknatter-Gedröhne malträtiert die «Nachtruhe» bei meinem Bett.
Beispiel Chur, wo immer wieder Tiefflüge (aus Richtung Arosa) die Quaderstrasse querten, obwohl ich mehrfach reklamierte (wahrscheinlich hätte ich erst weitere Schritte einleiten müssen) mit der «Begründung», der Pilot müsse bereits dort so tief sein, damit er im Kantonsspital landen könne. Das bedeutet für mich: Zusätzlich zur äusserst ungesunden Lärmstressbelastung werden die Opfer obendrein noch verhöhnt, denn der Helikopter ist dort bereits über den Dächern, wo es noch mindestens 1.2 Kilometer Distanz Luftlinie bis hin zum Kantonsspital sind.
Siehe meinen Argumentarien-Kommentar:
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2020-02-23/falsche-botschaft
Nebenbei:
Textausschnitt aus meinem «BEST OF Worsttourism»:
Am «wissenschaftlich aufschlussreichsten» für mich ist das Foto auf der Bündner Tagblatt-Titelseite: Regierungsrat Jon Domenic Parolini am Rednerpult und neben ihm GRF-Präsident Marcel Friberg, denn beide reden nicht, obwohl man das tut an so einem Pult: Beide schauen nach schräg oben, schauen irgendwie belämmert und frappanterweise publikumsvergessen. Fotolegende: Überflug des Rega-Helis.
https://tourismus-handicap.webnode.com/

So ein Quatsch, die Luftrettung funktioniert bereits heute problemlos in der ganzen Schweiz. Mal schnell was hintippen, gell. Das Spital Davos ist bereits ein Standort und es soll hier verhindert werden, dass plötzlich 10x mehr Flüge gemacht werden für WEF, Private usw. Ein Ausbau ist unnötig, es hat nicht plötzlich 10x mehr Patienten und es hat bereits 3 Standorte in GR.

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