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Ab Montagmittag steht Graubünden still

Im Kanton Graubünden wird das öffentliche Leben ab Montagmittag erheblich eingeschränkt: Einkaufsläden und Gastronomiebetriebe müssen geschlossen bleiben. Mit diesen Massnahmen will die Regierung die Ausbreitung des Coronavirus konsequent bekämpfen. Die Massnahmen gelten bis Ende April.

Südostschweiz
Sonntag, 15. März 2020, 22:04 Uhr Läden und Gastronomie werden geschlossen
Corona
Hotelbetriebe können weiterhin geöffnet bleiben und ihre Hotelgäste auch bewirten.
MARCO HARTMANN

Das Wichtigste in Kürze

  • Einkaufsläden, Warenhäuser, Detailhandelsgeschäfte, Restaurants, Bars und Cafés bleiben geschlossen
  • Lebensmittelläden, Apotheken, Drogerien, Banken, Postschalter, Kioske und Tankstellenshops können offen bleiben
  • Mahlzeitenlieferungen wie Pizzakuriere bleiben erlaubt
  • Hotels können geöffnet bleiben, dürfen aber nur Hotelgäste bewirten
  • Die Bevölkerung soll die Mobilität auf das Notwendige reduzieren
  • Die Regelung gilt bis am 30. April

Die Regierung des Kantons Graubünden greift im Kampf gegen die Verbreitung des neuen Coronavirus zu zusätzlichen Massnahmen, die das öffentliche Leben erheblich einschränken. Ab Montag 12 Uhr müssen alle Restaurants, Bars, Cafés und Snack-Bars, die Gäste bewirten, schliessen. Erlaubt sind Mahlzeitenlieferungen von Restaurants, Pizzakuriere etc. oder fliegende Verkaufsstände ohne Restauration und Verzehr vor Ort.

Ebenfalls geschlossen bleiben müssen laut einer Mitteilung vom Sonntagabend alle Warenhäuser und Detailhandelsgeschäfte mit Ausnahme von Lebensmittelläden und ­-abteilungen, Apotheken, Drogerien, Banken, Postschalter, Kioske und Tankstellenshops. Medizinische Therapien sind weiterhin erlaubt, Kosmetik- und Wellnessbehandlungen jedoch nicht. Ebenfalls verboten werden sämtliche religiösen Versammlungen. Bestattungen dürfen nur im engsten Familienkreis abgehalten werden. Die genauen Massnahmen werden Montag, 16. März, im Kantonsamtsblatt publiziert.

«Die Massnahmen sind einschneidend für die Bevölkerung, denn nur so können wir wirkungsvoll Kontakte unterbinden, die zu zusätzlichen Infektionen führen», sagte Regierungsrat Marcus Caduff auf Anfrage. «Es geht nun darum, alles zu tun, um die rasche Verbreitung des Virus’ einzudämmen und so das Gesundheitssystem zu entlasten», so Caduff weiter.

Hotels bleiben geöffnet

Hotelbetriebe können weiterhin geöffnet bleiben und ihre Hotelgäste auch bewirten. Es gelten dafür ebenfalls die verschärften Hygienebestimmungen und die Einhaltung der sozialen Distanz gemäss dem Bundesamt für Gesundheit. Es dürfen nur Gäste bewirtet werden, die im selben Hotel auch übernachten. Betriebskantinen dürfen offen bleiben, sofern sie keine externen Gäste bewirten.

Bis 30. April

Die von der Regierung beschlossenen Betriebsunterbrechungen zielen darauf ab, möglichst viele, nicht lebensnotwendige Kontakte zwischen Menschen zu unterbinden und so die Ansteckungen durch das neue Coronavirus zu minimieren. Sie gelten ab Montag, 16. März, 12 Uhr bis 30. April für den gesamten Kanton Graubünden. Sämtliche Betriebe, die offen bleiben, sind verpflichtet, die bereits kommunizierten, allgemeinen Hygienemassnahmen zur Verhinderung von Ansteckungen anzuwenden.

«Leider sind die Massnahmen auch für die Wirtschaft tiefgreifend. Von grosser Wichtigkeit und Dringlichkeit sind nun rasche Massnahmen zur Sicherung der Liquidität der Unternehmen. Bereits am Freitag hatte die Regierung dafür die Bildung einer Taskforce beschlossen», so Caduff.

Die von der Regierung eingesetzte TaskForce wird die Auswirkungen der neuen Massnahmen für die betroffenen Betriebe ebenfalls analysieren, insbesondere werden Fragen der Liquiditätssicherung geprüft. Informationen für betroffene Unternehmen sind auf der CoronaComm-Website des Kantons abrufbar. Dort findet sich auch das Infoblatt des Kiga zur Voranmeldung für Kurzarbeit.

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Man fragt sich was unsere Regierung im Kopf hat. Viel kann es nicht sein, wegen einer Grippe so einen Wahnsinn zu erlassen. Ich hoffe es stehen dann die selben Politiker vor der Kamera wenn es darum geht Steuererhöhungen zu erklären! Weil jemand hat diesen Blödsinn zu bezahlen!

Merkwürdig: Gestern sind mindestens zwei SUV mit italienischen Kontrollschildern bei mir in Castiel Richtung Arosa gefahren. das waren sicher keine Grenzgänger, welche in Arosa arbeiten. Während meiner Busfahrt Richtung Chur begegneten einige PW mit deutschen Kontrollschildern, welche auch Richtung Arosa fuhren. Die Grenzen sind doch "zu"; gibt es da vielleicht "Schlupflöcher". Ausserdem: Warum gibt es keine Testmöglichkeiten in Chur resp. Graubünden, wo man sich als Risikogruppe testen lassen kann?

Macht mal seriösen Journalismus! „Ab Montagmittag seht Graubünden still“ was soll diese Schlagzeile? Ein grosser Teil des Gewerbes läuft weiter. Solche falschen Aussagen sind in dieser Zeit nicht professionell und verunsichern die Leute. Also bitte sachliche und fundierte Berichte.

Diese Nachricht trifft die Berggebiete wie ein Stich ins Herz. Wir Hoteliers haben bzw. die meisten haben eine Epidemieversicherung die uns vor dem wirtschaftlichen Kollaps retten würde. Dafür müsste nur eine amtliche Schliessung angeordnet werden. Ich muss morgen mein Restaurant schliessen aber das Hotel muss offen bleiben. Ich habe 13 Angestellte und nur das Mittel der Kurzarbeit. Die Kosten für den Unternehmer bleiben gleich. Strom, MwSt, Sozialversicherung und vieles mehr. Meine Ware vergammelt, da niemand in die Berge fährt um Ferien zu machen, wenn der Notstand ausgerufen wurde. Ich frage mich wirklich ob irgend jemand im Grossen Rat verstanden hat, dass unsere wirtschaftliche Existenz davon abhängt. Es sieht fast so aus als wolle die Regierung das Saisonende abwarten um Kosten zu sparen aber es ist 10 vor 12 70% der Schweizer Hoteliers haben Liquiditätsprobleme, da wir nie Geld von der Bank erhalten haben, wir leben von der Hand in den Mund. Ich alleine muss morgen 13 Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen und dass nur weil man nicht konkret sagt das gilt für alle auch Hotelbetriebe. Die Gäste die jetzt noch da sind können wir doch bis zur Abreise betreuen aber lasst keine Neuanreisen zu und schliesst die Hotelbetriebe, damit sie ihre über lange Zeit bezahlte Versicherung nutzen können und ihre Existenz schützen, den dafür sind Versicherungen da. Ich bitte darum die Regierung zu reagieren und die Arbeitsplätze in den Bergregionen zu erhalten. Sie sind wichtig für die Menschen und die Gemeinden hier oben.

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