×

Shitstorm bricht über Aroser Hotel herein

Ein Aroser Hotel erlangt in Israel zweifelhafte Bekanntheit. Grund dafür ist unter anderem ein Hinweisschild im Hotel mit der Aufforderung, dass sich Juden vor dem Schwimmen duschen sollen.

Südostschweiz
Dienstag, 15. August 2017, 10:30 Uhr Antisemitismus-Vorwurf
Dieser Hinweis wird für ein Aroser Hotel zum Bumerang.
LESERBILD

Israelische Medien wie die «Jerusalem Post», «Jerusalem Online» und der TV-Sender Channel 2 berichten über die negative Überraschung einer jüdischen Familie im Aroser Hotel «Paradies». Konkret gehe es um eine ganze Reihe antisemitischer Hinweisschilder.

So werden auf dem Weg zum Schwimmbad nicht sämtliche, sondern explizit die jüdischen Gäste angesprochen mit: «Bitte duschen Sie, bevor sie schwimmen gehen.» Und auf einem Schild am Lobby-Kühlschrank sei vermerkt, dass dieser von jüdischen Gästen nur zu bestimmten Zeiten benutzt werden dürfe. Zweimal am Tag während einer Stunde.

Boykott-Aufrufe

Die Reaktionen auf die Artikel lassen nicht auf sich warten. Mit anderen Worten: Die Kommentarspalten sind voll. «Boykottiert dieses Land», fordert User Cyan Turtle auf «Jerusalem Online» auf. «Blue Bee» meint, die Polizei müsse den Hotelmanager wegen Rassismus verhaften, was aber kaum passieren werde. Es geht sogar so weit, dass die Telefonnummer des Hotels in die Kommentarspalten gepostet wird, damit sich die erbosten Kommentatoren direkt an das Hotel wenden können. 

«Völlig inakzeptabel»

Jonathan Kreutner, Generalsekretär des Israelitischen Gemeindebunds der Schweiz, äussert sich ebenfalls deutlich. «Dieser Aushang ist völlig inakzeptabel. Da der Text ausschliesslich an Juden adressiert ist, diskriminiert er diese. Wir überlegen uns zurzeit die weiteren Schritte. Wir möchten aber betonen, das Miteinander von Einheimischen und jüdisch-orthodoxen Gästen aus dem Ausland im Grossen und Ganzen gut funktioniert. Wenn es Probleme gibt, dann meistens, weil Gäste und Einheimische nicht genügend Wissen über die andere Seite haben.»

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Ich arbeite selbst im Verkauf in der Region Klosters Davos. Ja, da haben wir auch jüdische und arabische Gäste. Ich persönlich mag diese Menschen ja vielleicht auch nicht besonders. Trotzdem bediene ich einen jüdischen oder arabischen Gast wie jeden anderen Kunden auch.

Ich weiss ja nicht genau was dieses Hotel für Probleme hat. Nur um auf sich aufmerksam zu machen? Wohl nicht die beste Idee mit solchen Aussagen. Das ging wohl reichlich in die Hose. Und ja, ein Jude muss sich also duschen bevor er ins Schwimmbecken darf. Ich müsste mich aber nicht duschen?, da ich kein Jude bin? Und dann gibt's vielleicht auch noch solche die reinpinkeln. Sind die dann weniger schlimm als ein un-geduschter Jude?

Ich würde mit solchen Aussagen definitiv aufpassen. Sonst geht der Tourismus in eurem 3000-Sehlen-Dorf wohl eher bachab als bergauf.

https://www.suedostschweiz.ch/aus-dem-leben/2017-08-15/shitstorm-bricht…
GRF-Strategien neverending statt turnarounding? Nach unfreiwilliger Komik wie "Marcel Friberg on Air (bnb)" und Ähnlichem, jüngst dem "Fotografierverbot Bergün",
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2017-05-30/berguen-fotografie…
nun das Swimmingpoolverbot für "unshowered jews". Die Zürcher Werbeagentur von GRF buchte es damals als Erfolg gemessen am Indikator der "Klicks weltweit". Werden nicht Katastrophen am meisten geklickt? Komischer Massstab. Aber weiter so GRF, keine Sorge, die Kantonsmillionen rollen jedes Jahr erneut, da könnt ihr machen was ihr wollt, scheint mir. Ausserdem könntet ihr mal die "marodemorsche Infrastruktur" wenigstens etwas in Richtung der Hochpreisinselpreise modifizierend anheben, Beispiele:
https://www.blick.ch/news/schweiz/graubuenden/rega-einsatz-in-arosa-gr-…
https://www.suedostschweiz.ch/polizeimeldungen/2017-08-02/liftunglueck-…

Alle Kommentare anzeigen