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Wohnpräferenzen: Wo es sich am besten wohnt

Schweiz & Welt
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13.01.23 - 15:42 Uhr
13.01.23
Die Attraktivität eines Wohnortes wird durch viele Elemente beeinflusst.
Bild: zVg

von Renato Faoro, eidg. dipl. Betriebswirtschafter HR und Mitglied des Kaders bei Remax Gricon Treuhand + Immobilien AG

Wird in der Schweiz gezügelt, dann geht es häufig nicht in die Ferne: Knapp die Hälfte der Haushalte zieht innerhalb der Gemeinde um oder wechselt in eine Nachbargemeinde. Dies ist nachvollziehbar, schliesslich ist man mit der Region verbunden, etwa durch bestehende soziale Kontakte oder durch die Arbeitsstelle. Doch fallen solche Anker in der Regel weg, wenn ein Umzug in eine andere Region ansteht. In solchen Fällen gewinnen die Standorteigenschaften potenzieller Wohngemeinden an Bedeutung. 

Dem Entscheid über den neuen Wohnstandort geht ein Abwägungsprozess voraus, in welchem die Haushaltsmitglieder Vor- und Nachteile der potenziellen Standorte vergleichen. Welche Standortkriterien dabei eine Rolle spielen, ist aus Befragungen und Studien bekannt. Diese Kriterien werden wiederum unterschiedlich gewichtet, je nach Haushaltsstruktur. So setzt beispielsweise ein älteres Paar bei der Wohnortsuche andere Prioritäten als ein dreissigjähriger Single. Auch sozioökonomische Eigenschaften wie Status, Beruf, Einkommen oder Lebensstil haben einen Einfluss auf die Wohnstandortpräferenzen. Individualisierte Haushalte gewichten das ÖV-Angebot stärker als bürgerlich-traditionelle, während letztere mehr Gewicht auf das Image und die Stabilität der Wohnverhältnisse legen.

Index ermöglicht Gemeinde-Ranking 

In der Schweiz sind die wichtigsten Standorteigenschaften flächendeckend bekannt und können für jede Gemeinde berechnet werden. Die hierfür erforderlichen Daten lassen sich in grossräumige und kleinräumige Indikatoren unterteilen. Die erste Kategorie hat primär mit Fragen der Zentralität zu tun. Mit der Wahl des Wohnstandorts wird auch die Erreichbarkeit zu Einrichtungen des täglichen Lebens bestimmt. Sehr bedeutsam ist dabei die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen. Bei den kleinräumigen Eigenschaften stehen das unmittelbare Wohnumfeld, das kleinräumige Image und die Nachbarschaft im Zentrum. 

Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE) hat für jede Schweizer Gemeinde den Wohn- und Lebensqualität-Index (WLQI) berechnet, der einen relativen landesweiten Vergleich erlaubt. Das Ergebnis: Keine Schweizer Gemeinde ist unattraktiv, jede hat ihre Vor- und Nachteile. Für bürgerlich-traditionelle Familien beispielsweise sind Gemeinden attraktiv, die eine Kombination von guter Erreichbarkeit und ländlicher Atmosphäre bieten. Solche Gemeinden verfügen typischerweise über eine hohe Landschaftsqualität mit attraktiven Naturräumen und wenig Zersiedlung.

Im landesweiten Vergleich schneiden Gemeinden im Einzugsgebiet der grossen städtischen Zentren besonders gut ab. Die Städte selber sind insbesondere für individualisierte und junge Haushalte attraktiv. Aber es gibt natürlich auch Personen, welche die Idylle auf dem Land zu schätzen wissen. Schlussendlich gewichtet jeder Haushalt die verschiedenen Faktoren bei der Standortwahl individuell.

Diese Gemeinden sind attraktiv 

Der WLQI-Index zeigt, dass es in allen Landesregionen sehr attraktive Gemeinden gibt. Im Folgenden eine Auswahl einiger Schweizer Gemeinden, die bei bestimmten Haushaltstypen besonders gut abschneiden:

  • Lausanne VD
  • Walchwil ZG
  • Ennetbaden AG 
  • Hettlingen ZH
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