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Ferien geniessen – ohne einschränkende Hindernisse

Ferien geniessen – ohne einschränkende Hindernisse

Hindernisfreies Bauen kommt allen Menschen zugute. Als Tourismuskanton sollte auch Graubünden bei Neu- und Umbauten die Chancen ergreifen und und hindernisfreie Infrastrukturen aufbauen.

Wohnen
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Ein touristisches Angebot für mobilitätseingeschränkte Menschen aufbauen – und daraus einen Wettbewerbsvorteil ziehen.
Olivia Aebli-Item

von Urs Mugwyler, Fachstelle Hindernisfreies Bauen der Pro Infirmis Graubünden

Auch wenn in diesen speziellen Zeiten das Reisen eingeschränkt ist, haben sich die reisefreudigen Schweizerinnen und Schweizer die Freude daran nicht verderben lassen – und sich darum auf Ferien in der Schweiz konzentriert. Viele haben aus der Not eine Tugend gemacht und die vorherrschende Situation zum Anlass genommen, die Schweiz neu oder wieder kennenzulernen. Heute wundert sich auch niemand mehr, wenn behinderte Menschen voll- und selbstständig am sozialen Leben teilnehmen. Auch die ältere Generation ist viel mobiler geworden. Sie unternimmt rege und abenteuerlustig Reisen und Ausflüge. 

Passende Infrastruktur als Kriterium

Behinderte und ältere Menschen teilen in vielen Bereichen dieselben oder zumindest sehr ähnliche Ansprüche an die gebaute Umgebung. Für beide Gruppen sind hindernisfreie und möglichst stufenlos zugängliche Infrastrukturen wichtig und entscheidend. Wie ist der Zugang zum Bahnhof, zur Bushaltestelle oder gar der Einstieg in das Verkehrsmittel? Ist es mühsam oder bequem? Kann man mit sämtlichen Familienmitgliedern die Seilbahn benutzen und das Freizeitangebot wahrnehmen? Dies sind Fragen und Anliegen, welche sich Feriengäste mit Einschränkungen stellen. 
Dasselbe gilt auch bei der Unterkunft. Ist das Hotel, respektive die Ferienwohnung stufenlos zu erreichen, gibt es entsprechende Zimmer? Selbstverständlich gilt dies auch für das Restaurant, die Terrasse, den Wellnessbereich und ebenso die Toilettenanlagen etc.

Chancen packen – Angebote schaffen

Es ist erfreulich zu sehen, dass im Kanton Graubünden wieder viel in die touristische Infrastruktur investiert wird. Neue innovative und interessante Projekte werden geplant oder sind bereits realisiert. Auch in der Hotellerie wird einiges neu- und umgebaut, saniert und renoviert. So soll es aber auch selbstverständlich sein, dass neue touristische Projekte mit ihren Bauten und Anlagen hinsichtlich des hindernisfreien Bauens à jour sind – dies unabhängig davon, ob sie privat oder von der öffentlichen Hand initiiert werden. 
Der Kanton Graubünden steht touristisch in Konkurrenz zum benachbarten Ausland, wo diese Anforderungen eine längere Tradition haben und konsequenter umgesetzt werden. Einige Destinationen im Kanton, sei es bei den Bergbahnen oder auch bei den Unterkünften, haben die Notwendigkeit erkannt und passen ihr Angebot auch in diese Richtung zeitgemäss an. Wenn schon viel Geld in bauliche Massnahmen investiert wird, sollen dabei keine Angebotsnachteile neu gebaut werden. Es geht selbstverständlich nicht darum, jedes auch noch so abgelegene touristische Angebot im Sinne des hindernisfreien Bauens voll auszustatten. Es gibt selbstverständlich Gebäude und Angebote, die Personen mit Mobilitätseinschränkungen nicht oder nur sehr umständlich erreichen können. Aber es gibt auch im Berggebiet respektive in der ländlichen Umgebung viele Angebote, wie Restaurants, Agrotourismus oder Sehenswürdigkeiten etc., welche gut mit dem Auto zu erreichen sind. Diese werden auch von Familien mit gehbehinderten Familienmitgliedern genutzt und hier kann man ebenso Ferien oder ein Fest mit dem Grosi machen. 

Alle können profitieren

In der Realität kommt das hindernisfreie Bauen allen, insbesondere Menschen mit Behinderungen zugute. Sowohl ältere Mitmenschen, welche noch gut ohne Gehhilfen auskommen, als auch mobilitätseingeschränkte Menschen profitieren von Bauten und Anlagen ohne Hindernisse. Aber nicht nur sie profitieren: Auch Personen ohne Einschränkungen tun es. Die touristische Topdestination Graubünden verdient in dieser Hinsicht einen zeitgemässen und konkurrenzfähigen Standard bei Bauten und Anlagen.

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Bemerkenswert, dass "Urs Mugwyler, Fachstelle Hindernisfreies Bauen der Pro Infirmis Graubünden", hier unter "Sponsored Content" publizieren, also bezahlte Reklame, statt endlich das zu bearbeiten, was ich seit Jahren wohlfundiert fordere. Dass ich als Chronischkranker mich ausgegrenzt, exkludiert sehe seitens dieser subventionierten Organisation (deren Schlagwort Inklusion ist): die Gleichsetzung des Begriffs Behinderung mit Rollstuhl/Gehbehinderung finde ich objektiv falsch, ungerecht.

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