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Strom produzieren und diesen optimal nutzen

Die Klimaerwärmung ist Fakt. Ein wesentlicher Anteil an den höheren Temperaturen basiert auf dem erhöhten CO2-Ausstoss. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, sind fossile Brenn- und Treibstoffe zu ersetzen. Der Bedarf an Strom wird steigen, ist doch der heutige Verbrauch an fossiler Energie 2,5-mal höher als der Verbrauch von elektrischer Energie.

Wohnen
Südostschweiz
Donnerstag, 13. August 2020, 16:14 Uhr wohnen.suedostschweiz
Die Stromlücke schliessen: mit dem Ausbau von Photovoltaik.
Dimitris Vetsikas / Pixabay

von Michael Casutt, Projektleiter Energieeffizienz beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden, Chur

Verantwortlich für den globalen Temperaturanstieg ist der erhöhte CO2-Ausstoss, verursacht durch den Menschen. Der Anteil des CO2 an der Gesamtheit aller Treibhausgase in der Schweiz beträgt 80 Prozent. Dieses saure und farblose Gas wird durch den Einsatz von fossilen Brennstoffen (Oel und Gas) freigesetzt. Den Hauptanteil der Emissionen geben Individualverkehr und die Gebäude an die Umwelt ab. Fossile Brennstoffe für die Gebäude und die Mobilität können dank der Steigerung der Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Wärme und Strom vollständig ersetzt werden. Eine Ausnahme bildet der Luftverkehr. Während der Verbrauch der Energie in den Bereichen Industrie und Gebäude rückläufig ist, steigt der Verbrauch
des Verkehrs nach wie vor an.

Der Bedarf an Strom steigt

Nach dem Reaktorunfall von Fukushima beschloss der Bundesrat 2011, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen.
Mit der Vorlage wurde der Bau neuer Kernkraftwerke verboten: Die bestehenden Kernkraftwerke dürfen in Betrieb bleiben, solange sie sicher sind. Sie dürfen nach ihrer Abschaltung jedoch nicht ersetzt werden. Im Jahr 2017 hat das Schweizer
Stimmvolk die Energiestrategie mit über 58 Prozent Stimmanteil angenommen, ein klares Bekenntnis zu mehr Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Zur Zeit wird im eidgenössischen Parlament über die Revision des CO2-Gesetzes debattiert. Es setzt die Vorgaben zur Erreichung von Null CO2-Ausstoss bis 2050. Das Abschalten von herkömmlichen Technologien sowie der Ersatz von fossilen Energie im Gebäude und in der Mobilität wird einen steigenden Bedarf an elektrischer Energie mit sich bringen.

Steigerung der Stromproduktion

Während der letzten Jahre hat sich der Stromverbrauch stabilisiert. Den grössten Teil der elektrischen Energie liefert die einheimische Wasserkraft. Erfreulicherweise ist die Produktion mittels Photovoltaikanlagen stark zunehmend. Der prognostizierte Anstieg des Bedarfs von elektrischer Energie gilt es abzudecken. Der Ersatz der AKW, die Elektrifizierung des Individualverkehrs sowie der Ersatz von bestehenden Oel- und Gasheizungen, beispielsweise durch Wärmepumpen, erfordert einen massiven Zubau von Photovoltaikanlagen. Wird die Leistung der Photovoltaikanlagen um das 25-fache erhöht, kann eine drohende Versorgungslücke verhindert werden.

Angebot und Nachfrage

Mit einer Wasserkraftanlage kann die elektrische Energie mehrheitlich zum Zeitpunkt des Strombedarfes produziert werden. Das ist wirtschaftlich interessant und das Prinzip von Angebot und Nachfrage kommt zum Tragen. Die Stromproduktion mittels dezentralen Photovoltaikanlagen ist hingegen abhängig von der Kraft der Sonne. Der Zeitpunkt der Stromproduktion kann nicht beeinflusst werden. Demzufolge sollte der Verbrauch möglichst parallel mit der Produktion verlaufen. Dies ist wirtschaftlich clever, belastet das Verteilnetz nicht und der selbst produzierte und gleichzeitig verbrauchte Strom erscheint nicht auf der Stromrechnung.

 

Energieapéro – Strom wirtschaftlich produzieren und optimal nutzen
26. August 2020 - 17 bis 19 Uhr

  • Fachhochschule Graubünden, Pulvermühlestrasse 57 in Chur
  • Scuola professionale 7742 Poschiavo
  • Ela Energiewelt, Veia Padnal 1, 7460 Savognin

Anmeldungen bis Montag, 23. August über www.energieapero-gr.ch
Referate, u.a. von Nationalrat Roger Nordmann, Präsident Swisssolar.

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