×

Die Ferienzeit ist hier – und damit auch die Einbruchszeit

Ein schwarz gekleideter Mann mit Skimaske, das Einbruchswerkzeug in der Hand. Doch dieses Bild ist meist falsch. Einbrecher sind männlich, weiblich, jung, alt und meist unauffällig gekleidet. Sie verwenden einfaches Werkzeug, das sich spielend in der Jackentasche transportieren lässt. Einfache Vorkehrungen minimieren das Einbruchsrisiko.

Wohnen
Südostschweiz
Freitag, 10. Juli 2020, 10:44 Uhr wohnen.suedostschweiz
Einfache Vorkehrungen, aber auch technische Hilfsmittel können Einbrechern das Leben ziemlich schwer machen.
Pixabay

von Reto Nick, Geschäftsführer Hauseigentümerverband Graubünden

Die Ferienzeit ist endlich hier. Dies bedeutet nicht nur Hochsaison für die Hotellerie, sondern auch für Diebe. Oft genügen einfache Sicherheitsmassnahmen, um einem Einbruch vorzubeugen. Dabei muss man wissen, dass die meisten Einbrüche bei Abwesenheit der Bewohner tagsüber verübt werden. Einbrecher operieren bei günstiger Gelegenheit vielfach spontan, oft aber auch nach eingehenden Ermittlungen der Gewohnheiten und Anwesenheiten der Bewohner und mangelhaft gesicherter Häuser. 

Selbstschutz ist möglich

Dort, wo die Abwesenheit der Bewohner erkennbar ist, fühlen sich Diebe regelrecht eingeladen. Aber auch mangelnde Sicherheitsvorkehrungen erleichtern einen unliebsamen «Besuch». Da mit einem Einbruch nebst dem Verlust materieller Werte auch Ärger und weitere Umtriebe verbunden sind, ist ein gewisser Selbstschutz unumgänglich. 
Ein frei stehendes Einfamilienhaus ausserhalb des Siedlungsgebiets bietet andere Probleme als ein Reiheneinfamilienhaus mit gut überblickbarem Zugang oder eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. In jedem Fall ist es von Vorteil, wenn bei Ferien die Nachbarn informiert sind und sie sich zu periodischen Kontrollgängen und zum Leeren der Briefkästen bereit erklären. Volle Briefkästen zeigen eine Abwesenheit am deutlichsten an.

Eine gute Schliessanlage

Bei der Einbruchsverhütung gilt das erste Augenmerk der mechanischen Sicherung der eigenen vier Wände. Eine gute Schliessanlage ist dazu die beste Voraussetzung. Die mit einem Sicherheitsschloss versehene Eingangstür nützt nur etwas, wenn auch die übrigen Türen denselben Standard aufweisen. Zugänge zu Kellerräumen sind erfahrungsgemäss mit ungenügendem Einbruchschutz versehen, insbesondere die Keller selbst. Wertvolle Fahrräder, Werkzeuge, Autoräder, Wein und so weiter werden meist in Kellern deponiert und leider auch gestohlen. Auch Alarmanlagen können, vor allem bei frei stehenden Häusern, gute Dienste leisten.

Ist Prävention wirklich sinnvoll?

Ja, unbedingt. Das Risiko eines Einbruchs lässt sich zwar leider nie ganz beseitigen, gewisse Verhaltensweisen und Mass-nahmen können dieses Risiko aber beträchtlich senken. Nebst den Patrouillenfahrten, welche die Polizei in gefährdeten Gebieten regelmässig vornimmt, ist ein gewisser Selbstschutz für Haus- und Wohnungseigentümer – aber auch für Mieter – unumgänglich.

Tipps, um Einbrüche zu verhindern  

Um Einbrecher abzuhalten, genügen bereits einfache Vorkehrungen und Verhaltensweisen. Hier einige elementare Vorsichtsmassnahmen für die Ferien:

  • Aussentüren mit zuverlässigen Schliesssystemen verschlossen halten
  • Alle Fenster und Türen schliessen – auch die Oberlichter
  • Nachbarn oder Hausbewohner über die Abwesenheit informieren
  • Eigene Abwesenheit nicht durch überfüllten Briefkasten, Mitteilungen an der Haustür oder auf dem Telefonbeantworter anzeigen
  • Den Briefkasten leeren und die Post zurückbehalten lassen
  • Durch eine Vertrauensperson die Pflanzen und Haustiere besorgen lassen. Diese kann auch die Fensterläden öffnen und schliessen und sogar periodisch das Licht ein- und ausschalten
  • Ein Timer, der in unregelmässigen Abständen das Licht einschaltet oder ein TV-Simulator lassen das Zuhause bewohnt wirken
  • Keine Geldbeträge oder Wertsachen zu Hause aufbewahren

Kommentar schreiben

Kommentar senden