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Eine fehlerverzeihende Wohnumgebung fördert Autonomie und Mobilität

Schweiz und Welt
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23.04.20 - 15:29 Uhr
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Ein gut ausgeleuchtetes Treppenhaus hilft, Stürze zu vermeiden
Bild zVg BFU

von Beatrix Jeannottat, Beraterin Haus und Freizeit bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU

Gemäss den Zahlen der BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung, ereignen sich jährlich rund 280 000 Sturzunfälle im Bereich Haus und Freizeit. Die Folgen dieser Stürze sind oft schwerwiegend, insbesondere dann, wenn ältere Menschen betroffen sind. 
In vielen Alltagssituationen haben Senioren Probleme, gefährliche Situationen und Hindernisse zu erkennen. Aus diesem Grund plädiert die BFU für eine fehlerverzeihende Wohnumgebung für alle Generationen. Damit ist gemeint, dass Unfallschwerpunkte wie Gebäudezugänge, Treppen und Badezimmer so gestaltet und ausgestattet sind, dass die unfallfreie Nutzung – auch bei Fehltritten oder bei Ablenkung – verbessert wird.

Massnahmen, die Unfälle verhindern

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Wohnraumanpassung für betagte Bewohnerinnen und Bewohner gelegt werden. Indem sowohl vorausschauend geplante, aber auch an die bestehenden Bedürfnisse angepasste Massnahmen umgesetzt werden, kann die Autonomie und Mobilität der Bewohner und Bewohnerinnen weitgehend erhalten werden. Folgende evidenzbasierte, bauliche Massnahmen helfen, das Leben zu erleichtern und Sturzunfälle zu verhindern:

  • Schwellenfreiheit bei allen Zugängen (Zugang zum Haus, vom Parkplatz, zum Briefkasten, Abfallcontainer und Keller) und in der Wohnung (auch zum Balkon).
  • Dann das Anbringen von beidseitigen Handläufen an allen Treppen. 
  • Die kontrastreiche Markierung von Stufenvorderkanten.
  • Das Anbringen von stabilen Haltegriffen im Badewannenbereich und in der Dusche, bei Bedarf auch an Balkontüren und bei Türschwellen.
  • Rutschhemmende Bodenbeläge im Badezimmer, insbesondere in der Bade- und Duschwanne.
  • Eine gleichmässige und blendfreie Ausleuchtung aller Zugangswege und Wohnbereiche.

Beleuchtung hilft, sich zu orientieren

Eine so ausgestattete Wohnumgebung unterstützt die Sicherheit aller Generationen, insbesondere aber jene von Menschen mit Einschränkungen im Sehvermögen und in der Mobilität. Sie befähigt diese, sich selbstständig und sicher zu bewegen. Über bauliche Massnahmen können die Autonomie in den kleinen Alltagsdingen, aber auch eine grössere Mobilität und ein Zugang zu den sozialen Bereichen des Lebens gefördert werden. 
Ein besonderer Fokus richtet sich bei den vorgängig genannten Empfehlungen auf die Beleuchtung. Licht unter-stützt die Orientierung und das Erkennen von Hindernissen im Innen- und Aussenbereich von Gebäuden. Aus diesem Grund ist eine ausreichende Beleuchtung für die Unfall- und insbesondere für die Sturzprävention von grosser Bedeutung. Es gilt, ab Beginn der Planung die Beleuchtung mitzubedenken. Bei bestehenden Gebäuden kann die Beleuchtung auch nachträglich dank Massnahmen im Unterhalt verbessert werden. Zugangswege, Treppen und Zugänge zu Gebäuden sollten besonders sorgfältig ausgeleuchtet und mit Bewegungsmeldern ausgestattet sein. So kann durch die gezielte Anordnung von natürlichen und künstlichen Lichtquellen eine sichere Wegführung gewährleistet und eine optimale Wahrnehmung des Raums erreicht werden. 
Ziel ist, dass unsichere Situationen oder Hindernisse rechtzeitig erkannt werden. Die gute Beleuchtung darf aber nicht an der Wohnungstür enden. Nur in einer gut ausgeleuchteten Wohnumgebung können Alltagstätigkeiten sicher ausgeführt werden. Erst eine gleichmässige und ausreichende Ausleuchtung erlauben das gefahrlose Arbeiten auf Tischen und Arbeitsflächen in der Küche und im Wohnbereich sowie einen sicheren Aufenthalt im Badezimmer. 

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