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Wichtige Fragen bei der Finanzierung von Umbauten und Renovationen

Die Basis bei Umbau oder Renovation von Wohneigentum bilden persönliche Bedürfnisse und Ziele. Neben der eigentlichen Finanzierung sind beispielsweise auch Punkte bezüglich Altersvorsorge oder Steuern zu berücksichtigen. Beim Festlegen einer Finanzierungsstrategie und der Bestimmung der Finanzierungsprodukte lohnt sich der Beizug von Fachleuten.

Wohnen
Südostschweiz
Montag, 27. Januar 2020, 13:36 Uhr wohnen.suedostschweiz
Beim Finanzieren von Umbau- und Renovationsprojekten empfiehlt sich das Beiziehen eines Spezialisten.
ZVG GKB

von Martin Gartmann, Leiter Private Kunden der Graubündner Kantonalbank in Chur

Sollen Umbau und Renovation von Wohneigentum aus eigenen Mitteln bezahlt oder fremdfinanziert werden? Um diese Frage zu beantworten, müssen verschiedene Aspekte gegenübergestellt und abgewogen werden:
Art der Investitionen, Altersvorsorge und Pension, Vermögensanlage und Steuern, Liquiditätsbedarf und -bedürfnis, Belehnung und Tragbarkeit, Finanzierungsstrategie und -produkte, Absicherung und Begünstigung.

Investition, Altersvorsorge, Steuern

Werterhaltende Ausgaben (Küche, Bäder) lassen sich steuerlich abziehen. Graubünden kennt beim Unterhalt von Privatliegenschaften die Wechselpauschale. Diese ermöglicht von Jahr zu Jahr die Wahl zwischen einem Pauschalabzug und dem Abzug der effektiven Unterhaltskosten. Wertvermehrende Ausgaben (Schwimmbad, Ausbau Dachgeschoss) sind davon ausgenommen.

Beiträge an die gebundene Vorsorge (3. Säule) können ebenfalls vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dies gilt auch für Sondereinkäufe in die Pensionskasse zur Deckung von Vorsorgelücken (2. Säule). In Kombination mit Unterhaltsinvestitionen über mehrere Jahre verteilt (Brechen der Steuerprogression), erzielt man substanzielle Steuereinsparungen. Des Weiteren kann das Planen von Renovationen und Umbauten für die Jahre kurz vor der Erwerbsaufgabe sehr sinnvoll sein. Denn Sondereinkäufe in die Pensionskasse während dieser Zeit haben Bezugsbeschränkungen zum Zeitpunkt der Pensionierung zur Folge.

Liquidität, Finanzierung, Absicherung

Macht unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte, inklusive des Liquiditätsbedarfs/-bedürfnisses, eine Fremdfinanzierung Sinn, wird der Finanzierungsbetrag bestimmt. Beim Festlegen der Finanzierungsstrategie sind zwei Fragen zentral: Wie viel Risiko kann und möchte man eingehen? Je nach Antwort, empfiehlt sich eine offensive, ausgewogene oder defensive Strategie. Der Unterschied besteht in der Zusammensetzung der Finanzierungsprodukte und deren Laufzeiten. Bei der Fremdfinanzierung ist es sinnvoll, zu prüfen, ob eine Risikoabsicherung von Familienmitgliedern nötig ist. Eventuell sind hinsichtlich Ehe- beziehungsweise Erbvertrag Vorkehrungen zu treffen. In jedem Fall empfiehlt sich das Beiziehen eines Spezialisten und das Erstellen einer Gesamtplanung.

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