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Start in die Heizsaison – ist meine Heizung noch zeitgemäss?

Die Tage werden kürzer, und die Aussentemperaturen sinken. Zeit, die Heizung wieder in Betrieb zu nehmen. Die Optimierung der Betriebsparameter sowie ein cleveres Benutzerverhalten helfen, die Betriebskosten tief zu halten. Zusätzlich stellt sich die Frage zur Zukunft der Heizung hinsichtlich ökologischen Aspekten.

Wohnen
Südostschweiz
Montag, 18. November 2019, 13:25 Uhr wohnen.suedostschweiz
Ist meine Heizung noch zeitgemäss?
GERD ALTMANN / PIXABAY

von Michael Casutt , Projektleiter Energieeffizienz beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden, Chur

Der Temperaturanstieg auf unserem Planeten ist zwischenzeitlich unumstritten. Aktuell gehen weltweit Zehntausende Menschen für eine griffige und gerechte Klimapolitik auf die Strasse. Gefordert werden Massnahmen, damit auch künftige Generationen eine intakte, lebenswerte Umwelt vorfinden. Ein wesentlicher Punkt ist die Reduktion des CO2-Ausstosses in die Atmosphäre. Zurzeit wird in den eidgenössischen Räten ein fortschrittliches CO2-Gesetz diskutiert. Eine Dekarbonisierung in allen Bereichen soll das Ziel sein. Bezüglich Heizung bedeutet dies: Weg von den fossilen Brennstoffen wie Erdgas und Heizöl hin zu erneuerbaren Wärmeerzeugern.

Den Technologiefortschritt nutzen

Sei es die Wärmepumpe, eine moderne Holzheizung oder die Kraft der Sonne: Diese Technologien haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und können heute als Stand der Technik bezeichnet werden.

Aufgrund der Etablierung am Markt sind die Investitionskosten gesunken. Werden diese jedoch für eine erneuerbare mit jenen für eine fossile Heizung verglichen, sind diese für eine Öl- oder Gasheizung nach wie vor tiefer. Betrachtet man jedoch die Jahreskosten, sind sie vergleichbar. Sollen die geforderten CO2-Ziele erreicht werden, gilt es jedoch, nicht nur die ökonomischen, sondern auch die ökologischen Aspekte zu betrachten. Es lohnt sich demnach, Alternativen zu prüfen. Der Kanton Graubünden bietet neben einer Vorgehensbe­ratung auch ein breites Angebot an Förderprogrammen an. Weitere Details sind auf der Website www.energie.gr.ch zu finden.

Heizung dem Gebäude anpassen

In Neubauten werden heute kaum noch fossile Heizungen installiert. Grundsätzlich kann jedoch in jedes Gebäude eine Heizung eingebaut werden, die mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Für die Antwort auf die Frage, welches die beste Heizung für welches Objekt sei, sind unterschiedliche Parameter zu berücksichtigen. Ist die Gebäudehülle bereits energetisch saniert oder steht dies noch bevor? Die Antwort auf diese Frage hat einen wesentlichen Einfluss auf die Leistung der Wärmeerzeugung. Was ist die optimale notwendige Vorlauftemperatur für die Radiatoren oder die Fussbodenheizung? Wird eine hohe Temperatur benötigt, ist eine Wärmepumpe in der Regel nicht das richtige System. Und wie wird das Brauchwarmwasser erzeugt? Wichtig ist, dass die Wärmeerzeugung ins Gesamtkonzept des Gebäudes passt. Bei der Evaluation eines Heizungssystems helfen Energiespezialisten oder der Installateur gerne weiter.

 

Interessante Referate zum Thema Energie finden am 100. Energie-Apéro in der Aula der Fachhochschule Graubünden in Chur mit Live-Übertragungen nach Poschiavo und Savognin statt. Das Keynote-Referat hält der renommierte Zukunftsforscher Lars Thomsen.

Mittwoch, 27. November 2019 / 17 bis 19.30 Uhr, anschliessend Apéro

Fachhochschule Graubünden, Pulvermühlestrasse 57 in Chur und Scuola professionale in Poschiavo sowie bei Ela Energiewelt, Veia Padnal 1 in Savognin

Anmeldung unter www.energieapero-gr.ch / Anmeldeschluss, 22. November 2019

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