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Gebäude dämmen – eine gute Investition

Die Dämmung eines Gebäudes reduziert im Winter die Wärmeverluste und sorgt im Sommer für angenehm kühle Temperaturen. Eine professionelle Isolierung der Aussenhülle ermöglicht erhebliche Energieeinsparungen. Der nächste Energie-Apéro steht ganz im Zeichen der Gebäudedämmung.

Wohnen
Südostschweiz
Freitag, 08. Februar 2019, 10:02 Uhr Wohnen
Das Haus dämmen bringt viele Vorteile.
Bild zVg

Michael Casutt / Projektleiter Energieeffizienz beim Amt für Verkehr und Energie, Kanton Graubünden

Ein Gebäude mit Öl, Gas, Strom oder Holz zu heizen ist ein Verlustgeschäft. Die Heizung der Liegenschaft bringt die notwendige Energie in die Räume, damit Komfort und Behaglichkeit – insbesondere im Winter – gewährleistet sind. Über die Gebäudehülle, das heisst über die Fassade, die Fenster und das Dach entweicht die zugeführte Wärme an die Umgebung. Um den CO2-Ausstoss und Heizkosten zu reduzieren, sind Wärmeverluste zu minimieren. Eine Dämmung der Gebäudehülle birgt hinsichtlich Energieeinsparungen hervorragende Möglichkeiten.

Viel Potenzial liegt in älteren Liegenschaften. Das erste kantonale Energiegesetz ist 1991 in Kraft getreten. Gebäude, welche vor diesem Zeitpunkt erbaut wurden, sind in der Regel nicht oder nur sehr gering gedämmt.

 

Dämmung des Daches richtig planen
Warme Luft steigt bekanntlich nach oben. Deshalb ist die Dämmung des Daches oder des Estrichbodens bei einem kalten, ungeheizten Dachgeschoss besonders lohnend. Ein schlecht oder nicht gedämmtes Dach löst eine Kaminwirkung aus, sprich, es «zieht». Die Dämmung des Dachs oder des Estrichbodens bedarf einer guten Planung. Wie wird das Dachgeschoss später genutzt? Welches Dämmverfahren und welche -stoffe eignen sich für das Objekt? Von der Flachdach- über die Aufsparren- bis zur Untersparren-Dämmung gibt es für jedes Dach das passende System. Bei den Materialien kann zwischen unterschiedlichen Typen ausgewählt werden. Wichtig ist der fachgerechte Einbau der Dämmung, damit Schäden oder Schimmelbildung verhindert werden können.

Eine Dach-Dämmung ist fast immer zu empfehlen, besonders dann, wenn die Dacheindeckung (Ziegel etc.) erneuert wird. Je nach Verfahren und Rahmenbedingungen sind bei einer Dach-Dämmung Amortisationszeiten zwischen 15 und 25 Jahren üblich, da bereits mit geringem zusätzlichem Aufwand ein beachtlicher Teil der jährlichen Heizkosten eingespart werden kann.

 

Aufwand für die Fassadendämmung
Welche Materialien bei einer Dämmung der Fassade angebracht werden, hängt von verschiedenen technischen und gestalterischen Faktoren sowie vom jeweiligen Budget ab. Der Dämmstoff ist dabei meist die kleinste Investition. Der Aufwand für die Anbringung hingegen kann sehr gross sein – je nach Ecken, Kanten, Fenster und Rollladenkasten etc. Grosse Gebäude mit zusammenhängenden Fassadenflächen profitieren mehrheitlich von günstigeren Quadratmeterpreisen.

 

Fensterersatz – vergleichbar günstig
Der technische Fortschritt bei der Fertigung von Fenstern, insbesondere bei der Herstellung der Gläser, war in den letzten Jahren beachtlich. Der Wärmeverlust über diese Flächen konnte innerhalb der letzten Jahre halbiert werden. Im Vergleich zur Dämmung von Fassade und Dach lassen sich Fenster relativ preiswert ersetzen. Jedoch gilt es, auch bei einer Fenstersanierung wichtige Punkte zu beachten. So sind die Anschlüsse für eine allfällig später zu erstellende Fassadendämmung zu berücksichtigen.

 

Gebäudedämmung bringt Vorteile
Die folgenden Bauteile bringen unterschiedliche Einsparungen: Eine Dach-Dämmung reduziert den Energieverbrauch ungefähr um 15 Prozent, eine Fassaden-Dämmung etwa um 20 Prozent und eine Fenstererneuerung rund um zehn Prozent. Weitere Einsparungen von knapp zehn Prozent steuert die Dämmung an der Kellerdecke bei. Werden im Zuge einer energetischen Sanierung eines Gebäudes sämtliche Bauteile gedämmt, resultiert eine Reduktion des Energieverbrauchs um 30 bis 60 Prozent. Eingesparte Energie ist die nachhaltigste, sie muss gar nicht bereitgestellt werden.

Energieberater helfen bei der Entwicklung und Umsetzung von energetischen Gebäudesanierungen. So werden bei etappierten Ausführungen die Detaillösungen bei Schnittstellen richtig geplant und umgesetzt.

 

Förderprogramme als Anreiz
Der Kanton Graubünden kann Beiträge für Massnahmen an bestehenden Bauten gewähren, wenn damit ein kleinerer Energiebedarf erzielt wird, als die energetischen Anforderungen verlangen. Neben den Förderprogrammen für haustechnische Anlagen stehen solche für die Sanierung der Gebäudehülle zur Verfügung. Förderbeiträge können ausgerichtet werden, wenn die wärmetechnische Sanierung der Gebäudehülle im Rahmen einer Teil- oder Gesamtsanierung erfogt. Förderberechtigt sind Bauteile der thermischen Gebäudehülle, wenn die Förderbedingungen, insbesondere die energetische Qualität der Bauteile, eingehalten werden. Fenster sind nur förderberechtigt, wenn gleichzeitig die umgebenden Fassaden- oder Dachflächen saniert
werden. Besonders grosszügig zeigt sich der Kanton Graubünden, wenn alle drei Hauptflächen eines Gebäudes (Fassade, Fenster, Dach/Estrichboden) gleichzeitig erneuert werden. In diesem Fall liegt eine Gesamtsanierung vor, und der Gesamtsanierungsbonus kann unter Einhaltung der Förderbedingungen geltend gemacht werden. Wichtig ist, dass die Förderzusage vor Baubeginn vorliegt.

Weitere Informationen zum Thema auf www.energie.gr.ch oder beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden, Chur, Telefon 081 257 36 30.

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