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Die drei Phasen einer optimalen Immobilienfinanzierung

Seit längerer Zeit bewegen sich die Zinsen auf einem historisch sehr tiefen Niveau. Wie lange dies noch der Fall sein wird, ist schwierig vorherzusagen. Allerdings vermehren sich die Anzeichen, dass die Zinsen auch wieder ansteigen könnten.

Wohnen
Südostschweiz
Freitag, 10. Februar 2017, 08:57 Uhr Wohnen
Die drei Phasen einer optimalen Immobilienfinanzierung
Bild zVg

Martin Gartmann / Leiter Private Kunden der Graubündner Kantonalbank in Chur

Vor diesem Hintergrund ist eine Immobilienfinanzierung immer ganzheitlich, individuell und vor allem langfristig zu betrachten.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Finanzierung einer Immobilie ist die genaue Analyse der eigenen persönlichen und finanziellen Situation. Ebenso in die Überlegungen miteinzubeziehen sind die eigenen Ziele, Wünsche und Erwartungen. Erst nach diesen Abklärungen und Definitionen lässt sich eine massgeschneiderte Lösung entwickeln – sinnvollerweise mit Unterstützung eines Spezialisten. Der Prozess einer Finanzierung lässt sich in drei Phasen unterteilen: Planung, Umsetzung, Kontrolle.

Planung: Festlegen der Strategie
Mit den Informationen und Angaben aus der Analyse können Belehnung und Tragbarkeit des Objekts berechnet werden. Sind die notwendigen Richtlinien erfüllt, erhält der Kreditnehmer bereits zu diesem Zeitpunkt die erfreuliche Mitteilung, dass die Finanzierung möglich ist.
Danach geht es darum, die passende Finanzierungsstrategie festzulegen. Elementar ist dabei die Frage nach dem Risiko: Wie viel Risiko kann aufgrund der finanziellen Ausgangslage überhaupt eingegangen werden. Man spricht dabei von der Risikofähigkeit. Andererseits steht die Frage im Raum, wie viel Risiko der Kreditnehmer überhaupt eingehen möchte (Risikobereitschaft)?
Daraus ergibt sich schliesslich die individuelle Risikotoleranz – ein für die Bestimmung der Finanzierungsstrategie entscheidender Faktor. Denn je nach Risikotoleranz empfiehlt sich eine offensive, ausgewogene oder defensive Variante. Diese unterscheiden sich bezüglich Zusammensetzung der einzelnen Finanzierungsinstrumente und deren Laufzeiten.

Umsetzung: das Risiko minimieren
Nach der Planung folgt die Umsetzung der gewählten Strategie. Sie ist die Basis, um die detaillierte Finanzierungstaktik zu bestimmen. Dabei werden verschiedene Faktoren wie die Zinsentwicklung, das Wirtschaftswachstum, die Inflationsaussichten sowie weitere wichtige Aspekte analysiert.
Als Folge dieser Analyse wird die Zinserwartung abgeleitet. In Abstimmung mit der festgelegten Finanzierungsstrategie erfolgt schliesslich die Selektion der geeigneten Finanzierungsinstrumente. Hier stehen grundsätzlich Produkte mit variablen Konditionen, festen Zinsen und Laufzeiten sowie Geldmarkthypotheken mit oder ohne Zinsabsicherung zur Auswahl.
Unabhängig davon, welche Strategie gewählt wird, ist es sinnvoll, die Finanzierung in Tranchen mit verschiedenen Laufzeiten aufzuteilen. Damit lässt sich das Risiko minimieren, und es kann Rücksicht auf kommende Lebensereignisse (beispielsweise eine Pensionierung) genommen werden.

Kontrolle: Veränderungen beachten
Periodische Besprechungen mit einem Spezialisten sorgen dafür, dass der Kreditnehmer mit seiner gewählten Strategie auf Kurs bleibt. Es gilt zu prüfen, ob die gewählte Strategie weiterhin zur aktuellen Lebenssituation passt. Damit wird sichergestellt, dass persönliche Veränderungen bei der laufenden Finanzierung optimal berücksichtigt werden.

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