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Energiespeicherung – Strom oder Wärme?

In Zukunft werden Gebäude nicht nur Energie verbrauchen, sondern auch produzieren. Das Energiesystem ist im Wandel. Energieproduktion, Energiespeicherung und das Benutzerverhalten können intelligent kombiniert und genutzt werden.

Wohnen
Südostschweiz
Freitag, 11. November 2016, 11:34 Uhr wohnen
  Energiespeicherung – Strom oder Wärme?
Bild zVg

Clelia Lento / Projektleiterin Energieeffizienz beim Amt für Energie und Verkehr GR

Das erste energieautarke Mehrfamilienhaus in Brütten ist realisiert. Das Projekt zeigt, dass die Umsetzung der Energiestrategie 2050 bereits heute möglich ist, wenn die vorhandenen Technologien und das Know-how konsequent genutzt und intelligent kombiniert werden. Dazu gehört, dass sich alle Komponenten wie Gebäudehülle, Gebäudetechnik und Energiekonzept technisch auf höchstem Niveau bewegen und die energieeffizientesten Küchen- und Haushaltgeräte (A+++) eingesetzt werden. So wird der heute durchschnittliche Verbrauch von 4400 kWh pro Wohnung und Jahr ohne Komforteinbussen halbiert. Die Mieter sind jederzeit über ihren Energieverbrauch informiert. Darum können die Bewohner mit ihrem Verhalten aktiv und messbar den eigenen Energieverbrauch beeinflussen.

Das Haus als Energieproduzent
Zusätzlich stehen den Mietern des ersten energieautarken Hauses ein Elektro- und ein Biogasfahrzeug zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. Der Strom für das Elektroauto wird mit der hauseigenen Fotovoltaik-Anlage produziert, und das Bio-/Erdgasauto fährt mit Biogas aus biologischen Abfällen der Bewohner. Mehr Informationen dazu sind auf der Homepage der Umweltarena abrufbar.

Diverse Energiespeicher als Puffer
Energiespeicher dienen zum Ausgleich zwischen dem schwankenden Energieangebot und der sich verändernden Energienachfrage. In Bezug auf die Stromversorgung muss zu jedem Zeitpunkt in den elektrischen Netzen Angebot und Nachfrage ausgeglichen sein. Dies kann durch die Steuerung der Stromerzeugung, der Stromnachfrage oder der Zwischenspeicherung erfolgen. Thermische Energie kann in der Gebäudemasse oder im Heiz- und Warmwasserspeicher, elektrische Energie mittels Batterien, Akkus oder in Form von grossen Pumpspeicherkraftwerken gespeichert werden. Diese Stromspeicher-Technologien unterscheiden sich dabei häufig in der Speicherkapazität oder in ihrer Funktion als Lang- oder Kurzzeitspeicher.

KEV oder Eigenverbrauch?
Die von einer Fotovoltaik-Anlage erzeugte Energie wird zunächst in das Gebäudenetz eingespeist. Hier kann die Solarenergie von Elektrogeräten innerhalb des Gebäudes genutzt werden. Steht mehr Strom zur Verfügung, als verbraucht wird, fliesst der Überschuss in das öffentliche Netz. Reicht der eigene Solarstrom zur Deckung des Verbrauchs nicht aus, wird die fehlende Menge aus dem Netz bezogen.

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