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130 Millionen Franken für Bündner Unternehmen

Ohne Härtefallhilfen von Bund und Kanton hätten auch in Graubünden viele Unternehmen ihre Türen endgültig schliessen müssen. Im Interview erklärt Regierungsrat Marcus Caduff, wie diesen nun geholfen wird.

Martin
Deplazes
02.07.21 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Marcus Caduff gibt bekannt, wie viele Gesuche für Härtefallhilfen eingereicht worden sind – und wie viele bereits bewilligt wurden.
Marcus Caduff gibt bekannt, wie viele Gesuche für Härtefallhilfen eingereicht worden sind – und wie viele bereits bewilligt wurden.
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«Geschlossen wegen Corona-Massnahmen.» Einige Branchen haben die Massnahmen des Bundes hart getroffen. Restaurants, Fitnesscenter, Kinos, Geschäfte – viele Unternehmen durften ihre Türen monatelang nicht öffnen. Auch Zulieferer konnten in dieser Zeit deutlich weniger Umsatz erzielen.

Ohne das Instrument der Härtefallhilfen hätten viele Betriebe wohl dauerhaft schliessen müssen. Im Kanton Graubünden ist am Mittwoch die Frist für das Einreichen von Gesuchen für Härtefallhilfen abgelaufen. Regierungsrat Marcus Caduff erklärt, wie die Situation in Graubünden aussieht.

Herr Caduff, die Frist für das Einreichen von Gesuchen für Härtefallhilfen ist in Graubünden am 30. Juni abgelaufen. Wie viele Gesuche sind beim Kanton eingegangen?

Marcus Caduff: Die definitive Zahl kann ich noch nicht nennen, weil es noch möglich ist, dass mit dem Poststempel vom Mittwoch noch weitere Gesuche reingekommen sind. Es war ja theoretisch bis Mitternacht möglich, Gesuche einzureichen. Ich denke, es wird sich letztendlich um gut 1500 Gesuche handeln.

Nicht jedes Gesuch kann aber bewilligt werden.

Nein. Wir haben auch noch nicht alle 1500 Gesuche beurteilt. Zurzeit sind wir etwa 1200 davon durchgegangen. Und ich würde sagen, dass wir von diesen etwa zehn Prozent ablehnen mussten. Mit anderen Worten: Gut 90 Prozent der Gesuche wurden gutgeheissen.

Das hört sich nach einer hohen Quote an.

Das ist so. Ich gehe davon aus, dass viele Unternehmen genau abklären, ob sie die erforderlichen Kriterien für Härtefallhilfen wirklich erfüllen, bevor sie den Aufwand betreiben, ein Gesuch einzureichen. So liesse sich erklären, weshalb die Quote an Gutheissungen so hoch ist.

Über 1000 Gesuche wurden also bereits gutgeheissen. Können Sie sagen, wie viele Millionen Franken an die Bündner Wirtschaft gehen?

Stand Mittwochabend haben wir 130 Millionen Franken an Bündner Unternehmen ausgezahlt. Aber ich gehe davon aus, dass diese Zahl noch wachsen wird und letztendlich zwischen 150 und 200 Millionen Franken zu stehen kommen wird. Denn: Es gibt noch Gesuche, die abgeklärt werden müssen. Ausserdem besteht die Möglichkeit für Unternehmen, die bereits ein Gesuch eingereicht haben, noch bis Mitte August ein weiteres Gesuch nachzureichen für den Umsatzrückgang, den sie in der Zeitperiode von April bis Ende Juni hatten. Deshalb könnte der Endbetrag noch markant steigen.

Den grössten Teil dieser Summe trägt aber der Bund.

Das ist korrekt. Bei Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als fünf Millionen Franken trägt der Bund 70 Prozent der Kosten, der Kanton 30 Prozent. Bei Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als fünf Millionen Franken trägt der Bund die kompletten Kosten. Wir gehen davon aus, dass im Kanton Graubünden im Schnitt 75 bis 80 Prozent der Kosten vom Bund getragen werden.

Diese Massnahmen wurden vom Bund primär deshalb getroffen, um den Betrieben das Überleben zu sichern. Ohne wirtschaftliche Hilfen von Bund und Kantonen, wären die Unternehmen untergegangen.

Ich weiss nicht, wie viele von diesen 1500 gesuchstellenden Unternehmen ohne Hilfe hätten überleben können. Ich denke, dass ein beträchtlicher Teil das nicht hätte tragen können, was zu einer Konkurswelle im Kanton geführt hätte. (ivk)

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Toll gemacht, unbürokratisch und wirkungsvoll, im Interesse unserer Volkswirtschaft und unserer Bürgerinnen und Bürger. Was wäre aus dieser Pandemie geworden, ohne sofortige finanzielle Hilfe von Bund und Kanton? Danke für den grossen Einsatz unserer Regierung und unserem Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff.

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