×

Marianne Lienhard lud zum Textil-Krisengespräch

Corona macht der Glarner Textilindustrie schwer zu schaffen: Die Mitloedi Textildruck ist konkurs, die Jenny Fabrics in Ziegelbrücke stellt den Betrieb ein. An einem runden Tisch wollte der Kanton Bedürfnisse aufnehmen.

Sebastian
Dürst
Freitag, 22. Mai 2020, 04:30 Uhr Glarner Textilindustrie leidet
Marianne Lienhard.
Die Vertreter der Politik forderten, dass öffentliche Beschaffungen vermehrt an Schweizer Betriebe vergeben werden.
Sasi Subramaniam

Von der einst stolzen Glarner Textilindustrie ist nicht mehr viel übrig geblieben. Und in den letzten Wochen wurde bekannt, dass mit der Mitloedi Textildruck und der Jenny Fabrics zwei weitere Firmen verschwinden werden. Für Regierungsrätin Marianne Lienhard Grund genug, einen runden Tisch einzuberufen. Am letzten Dienstag hat sie sich mit Vertretern der Mitloedi Textildruck, der F. Blumer & Cie., Jenny Fabrics, Daniel Jenny & Co., Weseta Textil und Spörry 1866 getroffen. Dabei waren auch Süd-Gemeindepräsident Mathias Vögeli und sein Vize und Vertreter der Innovationsplattform IP Kerenzerberg, wie es in einer Mitteilung heisst.

Ziel sei es gewesen, die Bedürfnisse der Industrie aufzunehmen, Tipps für die Bewältigung der Krise auszutauschen und die Vernetzung innerhalb der Industrie zu fördern. Denn die Coronakrise habe die bestehenden Pro-bleme in der Branche akzentuiert, heisst es in der Mitteilung.

Der Heimmarkt ist zu klein

Die Vertreter der Politik hätten gefordert, dass öffentliche Beschaffungen vermehrt an Schweizer Betriebe ver-geben werden. Lokale Wertschöpfung und Nachhaltigkeitskriterien müssten künftig stärker gewichtet werden, heisst es in der Mitteilung des Kantons. Vonseiten der Industrie werde jedoch bezweifelt, dass die öffentliche Hand für eine genügende Auslastung sorgen könne. Die Textilindustrie erklärt die kritische Haltung damit, dass ihre Branche traditionell international tätig sei. Und der Heimmarkt sei auch bei einer Rückbesinnung auf lokale Werte zu klein, um die Branche über Wasser zu halten. Die Industrievertreter gehen in ihren Forderungen schon einen Schritt weiter: Ihnen geht es darum, dass die Nutzung der Wasserkraft bei ihren Fabriken weiterhin gute Rahmenbedingungen vorfindet und dass die Raumplanung bei einer allfälligen Umnutzung der Industrieareale funktioniert, heisst es in der Mitteilung.

Kommentar schreiben

Kommentar senden

Zu dieser Sache muss man sagen, Jenny hat die Spinnerei schon mehrere Jahre geschlossen.Jetzt wird auch noch die Weberei geschlossen.Vermutlich wird die Firma Jenny noch vermehrt wie bisher auf Immobilien machen ,wie ja auch schon bisher.Ich frage mich nur?Braucht es in dieser Corona Zeit immer noch mehr Wohnungen ,da viele Leute auch keinen Job mehr haben werden.