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Unterschätzten Knochenjob über Social Media kennenlernen

Ein eigenes Restaurant zu eröffnen und erfolgreich zu führen ist ein Knochenjob. Mit einer Kampagne über Social Media will der Verband Gastro Graubünden auf die Herausforderungen aufmerksam machen. Die Beteiligten sind zuversichtlich und vor allem motiviert.

Anna
Nüesch
Donnerstag, 08. August 2019, 04:30 Uhr Projekt «Gastro Story»
Ein Restaurant bringt viele Herausforderungen mit sich.
ARCHIV

Die Herausforderungen eines eigenen Restaurantbetriebs aufzeigen und die Socialmedia-Community in die Entscheidungen einbinden. Zwei Fliegen werden bei der neuen Kampagne von Gastro Graubünden mit einer Klappe geschlagen. Gastro Graubünden und auch die Gastronomen des Projekts freuen sich auf die kommende Zeit, wie sie gegenüber «suedostschweiz.ch» erzählen.

Zufällig auf Facebook

Jan Edelbauer, besser bekannt als Smüde, ist einer der zwei Junggastronomen, welche mit Hilfe von Gastro Graubünden ein Pop-up-Restaurant eröffnen werden. Er kam eher durch Zufall an dieses Projekt. «Da ich schon länger nicht mehr in der Gastronomie arbeite, habe ich die Kampagne auf Facebook fast übersehen. Dann hat mich plötzlich jemand auf dem Post markiert, der wusste, dass ich gerne etwas in der Churer Gastronomie machen würde.» Der gelernte Koch möchte bei dem Projekt aber nicht in der Küche tätig sein. «Schon länger habe ich das Interesse, eine Bar, ein Café oder ein kleines Restaurant in Chur zu eröffnen. Um ein Restaurant zu führen braucht es natürlich viele andere Skills ausser Kochen und Servieren. Die Entwicklung eines Konzepts interessiert mich sehr.»

Alle Facetten

Genau diese verschiedenen Skills möchte Gastro Graubünden mit dieser Kampagne vorstellen, sagt Marc Tischhauser, Geschäftsführer des Verbandes. «Es wird oft unterschätzt, was ein eigenes Restaurant überhaupt bedeutet. Es reicht eben nicht, wenn man gerne Gastgeber ist. Gerade, wenn man die rechtlichen oder hygienischen Aspekte beachtet. Dafür wollen wir mit dieser Kampagne sensibilisieren.»

Mit der Kampagne möchte der Verband ebenfalls auf das Aus- und Weiterbildungsangebot aufmerksam machen. «Wir haben den Fachkräftemangel, von dem immer alle reden. Mit unserer Schule und den verschiedenen Kursen wollen wir dagegen ankämpfen und Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich weiterzuentwickeln.»

Das Medium Socialmedia

Die Entscheidungen des Pop-up-Restaurants werden unter anderem durch die Instagramfollower des Verbandes gefällt. Dass sich die Leute einbringen und mitentscheiden, bezweifeln weder Tischhauser noch Smüde. «Kulinarik und Gastronomie sind Themen, welche eine breite Masse interessieren. Über die Socialmedia-Kanäle können gerade Junge sehr einfach ihre Ideen einbringen», sagt Tischhauser.

Auch Smüde ist zuversichtlich. «Wir finden das Projekt eine coole Sache und sind davon überzeugt. Ich bin optimistisch, dass es ein paar Leute gibt, die das Projekt verfolgen werden und mitentscheiden wollen.»

Die Kampagne startet am 19. August auf Instagram. Im Abstand von zwei Wochen erscheinen kurze Webepisoden, in welchen die verschiedenen Aspekte bis hin zum fertigen Restaurant beleuchtet werden. Die Follower können in Bereichen wie dem Food-Angebot oder der Einrichtung Entscheidungen treffen. Das Restaurant öffnet dann an einem Wochenende, voraussichtlich im Oktober, seine Türen für die Gäste.

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