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Weniger Politiker, weniger Schnee aber mehr Züge

Für das diesjährige Weltwirtschaftsforum wurde ein neues Verkehrskonzept aufgestellt. Dies unter anderem, weil der Schnee und die vielen Autos den Verkehr beim letzten WEF zum Kollaps gebracht hatten. Die Anpassungen haben sich bewährt – Unstimmigkeiten gab es aber trotzdem.

Südostschweiz
Freitag, 25. Januar 2019, 15:56 Uhr Fazit Verkehrskonzept WEF
Die Autos stauten sich in diesem Jahr nicht mehr so lange.
BÉLA ZIER

Die neu aufgegleisten Verkehrsmöglichkeiten am WEF in Davos beinhalteten vor allem zwei Massnahmen. Einerseits wurde ein Pendlerzug zwischen Davos Platz und Davos Dorf mit einer provisorischen Haltestelle organisiert, andererseits gab es Shuttlebusse. Alle Menschen, die mit dem öffentlichen Verkehr zum Kongress reisten, konnten mit dem Zug transportiert werden, ohne den Verkehr auf den Strassen zu belasten. Die Gehzeit vom Bahnhof zum Kongresszentrum betrug lediglich drei Minuten. Dieses Konzept habe sich sehr bewährt, wie Stefan Walser, Vorsteher des Tiefbaudepartements, gegenüber Radio Südostschweiz bestätigt.

Mässige Nutzung

Etwas weniger erfolgreich waren die zwei eingesetzten Shuttlebusse. Diese hatten Platz für je acht Personen und wurden für den Verkehr innerorts eingesetzt. «Beim Shuttlebus haben wir noch Verbesserungspotential», so Walser. Damit spricht er den Platzmangel sowie die Kommunikation an. «Man konnte die Skis nicht so gut einladen und viele Menschen bemerkten die Fahrzeuge nicht wirklich». So hätten die Fahrzeuge trotz Beschriftung zu ähnlich wie die Fahrzeuge des WEFs ausgesehen, welche beispielsweise für prominente Besucher zur Verfügung standen. «Die Shuttlebusse sind deshalb oft leer gewesen». Reklamationen habe es auch von den Talstrassenbewohnern gegeben, welche weniger gut erschlossen waren, so Walser.

Eine spannende Beobachtung habe er an der Promenade in Davos gemacht. Diese habe fast keinen Verkehr gehabt und es sei etwas wie eine Party gewesen, weil viele Menschen unterwegs waren. Ausserdem habe man schon gemerkt, dass einige Politiker auf den Besuch in Davos verzichtet hätten. Während den Stosszeiten sei der allgemeine öffentliche Verkehr aber trotzdem ausgelastet gewesen. «Wir hatten aber bestimmt Schwein, dass das Wetter gut war und wir keinen Schnee in Davos hatten».

Learnings für das WEF 2020

Die Verbesserungsvorschläge würden direkt anschliessend am WEF diskutiert. Eines stehe bereits fest – die Züge und die Shuttlebusse werde es wieder geben. «Die Shuttlebusse sollen aber rund 18 Sitzplätze haben und es soll auch ausreichend Platz für Gepäckstücke vorhanden sein», ergänzt Walser. (can)

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Dass die Züge extrem häufig ausgefallen sind erwähnt Herr Walser nicht. Das war aber ein sehr grosses Ärgerniss für die einheimische Bevölkerung! Der Zug war die einzige Verbindund zwischen Dorf und Platz. Das war definitiv noch kein Erfolg!!!

Die SO widerspricht sich selbst (abgesehen von ihren allen anderen "Qualitäten", finde ich das mehr als bedenklich):
1) Obiger Bericht (23. Januar):
(...) neues Verkehrskonzept aufgestellt. Dies unter anderem, weil der Schnee und die vielen Autos den Verkehr beim letzten WEF zum Kollaps gebracht hatten. Die Anpassungen haben sich bewährt (...) Promenade in Davos: Diese habe fast keinen Verkehr gehabt und es sei etwas wie eine Party gewesen, weil viele Menschen unterwegs waren. (Gemäss Stefan Walser.)
2) SO (23. Januar) titelt:
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2019-01-23/wef-verkehr-bleibt-…
Verkehr so gross wie im Vorjahr
Dass diese Feststellungen nicht aus der Luft gegriffen sind, bestätigt Stefan Walser. Er steht als Davoser Regierungsmitglied auch dem Verkehrsbetrieb Davos (VBD) vor. «Das Verkehrsaufkommen ist genau gleich gross wie letztes Jahr und man kann klar sagen, dass nicht weniger Limousinen unterwegs sind», führt Walser aus. Er habe persönlich beobachten können, dass die Davoser Talstrasse gestern um 7 Uhr «komplett verstopft» war.
Siehe Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/polizeimeldungen/2019-01-25/was-macht-der…