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Die Raiffeisenbank bleibt im Finanzzirkus auf gutem Kurs

Bei der Raiffeisenbank Glarnerland freuen sich Geschäftsleitung und Verwaltungsrat über den positiven Abschluss des Geschäftsjahres 2017 – so sehr, dass sie ihre Genossenschafter erneut in den Zirkus einladen.

Marco
Häusler
Mittwoch, 14. Februar 2018, 04:30 Uhr Geschäftsjahr 2017
Ein Quartett erscheint zur Medienkonferenz: Vertriebsleiter Rolf Luchsinger (von links); Verwaltungsrats-Vizepräsidentin Manuela Vedana; der Vorsitzende der Bankleitung, Stefan Hirt, und Marco Jenny, Leiter Services, präsentieren das Jahresergebnis 2017.
MARCO HÄUSLER

Den Wirtschaftsexperten und Analysten ist das wahrscheinlich ziemlich wurst. Doch genauso wahrscheinlich freuen sich viele Genossenschafter der Raiffeisenbank Glarnerland darüber, dass ihre Generalversammlung am 13. April bereits zum 4. Mal in Folge samt anschliessender Vorstellung in der Manege stattfinden wird. Der Vorsitzende der Bankleitung, Stefan Hirt, verkündete es am Schluss der gestrigen Medienkonferenz: «Wir freuen uns, unseren Genossenschaftern einen humorvollen, beeindruckenden und unterhaltsamen Abend mit den Starartisten des Circus Knie zu bieten.»

Durchaus unterhaltsam, vor allem aber beeindruckend war, was das Quartett aus Geschäftsleitung und Verwaltungsrat den Medienvertretungen davor in einem Sitzungszimmer der Raiffeisenbank in Näfels präsentiert hatte: «Ein starkes Jahresergebnis 2017», wie es Verwaltungsrats-Vizepräsidentin Manuela Vedana formulierte, trotz «einem angespannten und anspruchsvollen Marktumfeld».

Wechsel auf neue Software

Wie Vedana weiter ausführte, werde der Margendruck immer grösser, und neben dem täglichen Bankengeschäft alle gesteckten Ziele zu erreichen, sei eine Herausforderung. Trotzdem hätten es die Verantwortlichen und Mitarbeitenden auch im letzten Jahr geschafft, die von der Finanzmarktaufsicht geforderten Eigenmittel- und Liquiditätsvorschriften für eine systemrelevante Schweizer Bank vollumfänglich zu erfüllen. Es sei daher alles andere als selbstverständlich, dass das Geschäftsergebnis im Vergleich zum Vorjahr sogar noch übertroffen worden sei. Und – auch das dürfte die Genossenschafter freuen: Sie und die Besitzer der Bank «dürfen mit einer Verzinsung ihrer Anteile von 3 Prozent rechnen, sofern die Generalversammlung dem zustimmt».

Nur geringen Einfluss auf das Jahresergebnis hatte auf der Kostenseite die Einführung einer neuen Software und die damit verbundenen internen Testaktivitäten und Schulungen auf einer neuen «Kernbankenplattform». Der Leiter Services, Marco Jenny, ging etwas näher darauf ein. Danach wechselt Raiffeisen in der ganzen Schweiz in Etappen auf eine neue Softwareplattform, mit der vor allem die Effizienz gesteigert werden soll. «Das betrifft uns natürlich auch. Bei uns wird es am 2. April so weit sein.»

Weniger ist mehr

Die Effizienz gesteigert wurde bei Raiffeisen Glarnerland – wenn auch auf andere Weise – aber bereits im letzten Jahr. Dies erklärte Vedana mit dem Verweis auf die «Cost-Incoming-Ratio», die – wie im Budget angestrebt – erreicht worden sei. Das wiederum präzisierte Stefan Hirt in seiner Präsentation der Jahreszahlen. Die «Cost-In-coming-Ratio» oder das «Aufwand-Ertrag-Verhältnis» liege mit 57,6 Prozent deutlich tiefer als im Vorjahr und «im angestrebten Zielbereich», hielt der Vorsitzende der Bankleitung fest. Denn je tiefer diese zentrale betriebswirtschaftliche Kennzahl liegt, desto effi-zienter arbeitet das Kreditinstitut.

Ansonsten wünscht man sich in einem solchen aber eher höhere Zahlen. Hirt nannte sie (siehe auch Box): «Mit einem Wachstum um 6,5 Prozent auf 531,9 Millionen Franken behauptete die Raiffeisenbank erfolgreich ihre starke Position im Hypothekargeschäft.» Näher auf dieses ging in der Fragerunde dann auch Vertriebsleiter Rolf Luchsinger ein (siehe 5. Spalte).

Viel Wert legt man bei Raiffeisen auch auf die Digitalisierung. Das digitale Portemonnaie «Twint», Finanzassistenten im E-Banking oder Apps wie «Raiffeisen Music» oder «Piazza» zählte Hirt als Beispiele auf.

Und auf den «Hypomaten» des Konkurrenten Glarner Kantonalbank angesprochen, hielt er nur trocken fest: «Man kann auch bei uns online eine Hypothek beantragen.»

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