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Mitte 2018 fahren auf dem Kerenzerberg die Bagger auf

Dass der Kanton Zürich als Besitzer des Sportzentrums Kerenzerberg dieses sanieren und erweitern will, steht schon länger fest. Doch jetzt hat der Zürcher Regierungsrat auch den Kredit dafür freigegeben.

Marco
Häusler
22.12.17 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
«Sihlhouette»: Ein achtgeschossiger Bau für Unterkünfte ist einer der Bestandteile, aus denen sich das Siegerprojekt zur Erweiterung des Sportzentrums Kerenzerberg der Burkard Meyer Architekten aus Baden zusammensetzt.
«Sihlhouette»: Ein achtgeschossiger Bau für Unterkünfte ist einer der Bestandteile, aus denen sich das Siegerprojekt zur Erweiterung des Sportzentrums Kerenzerberg der Burkard Meyer Architekten aus Baden zusammensetzt.
PRESSEBILD

Als «Weihnachtsgeschenk» bezeichnete es Mario Fehr. Als Zürcher SP-Regierungsrat und Sicherheitsdirektor fällt auch das Sportamt in seine Zuständigkeit, und im Auftrag seiner Direktion wird das Sportzentrum Kerenzerberg (SZK) vom Zürcher Kantonalverband für Sport betrieben.

Sanieren und erweitern wird es allerdings der Zürcher SVP-Regierungspräsident und Baudirektor Markus Kägi – wenn auch kaum persönlich. Aber unter seiner Führung wurde bereits der Architekturwettbewerb für das Bauvorhaben durchgeführt, aus dem das Projekt «Silhouette» des Büros Burkard Meyer Architekten aus Baden (AG) als Siegerin hervorging.

Geschnürt hatten Fehr und Kägi das «Weihnachtspäckli» zwar noch mit dem ganzen Regierungsrat. Zur Präsentation oder «Bescherung» erschienen gestern im Walcheturm in der Stadt Zürich aber nur noch die zwei hauptverantwortlichen «Weihnachtsmänner». «Zur hoffentlich letzten Medienkonferenz in diesem Jahr», wie Fehr anmerkte.

Teures Fitnessprogramm

Gespart hat der Zürcher Regierungsrat auf seinem Weihnachtsbummel nicht. 50 Millionen Franken holt er aus dem Jutesack, um das SZK ab Mitte des nächsten Jahres bis Ende 2021 mit vier Teilprojekten «fit für die Zukunft zu machen», wie es Fehr zusammenfasste. Denn: «Wir sind punkto Kapazitäten am Anschlag», erklärte Kägi dazu.

Mit einigen Zahlen untermauerte das wiederum Fehr. Nur ein Beispiel für eine direkte Nutzung des SZK durch das Zürcher Sportamt: Es führte im ausklingenden Jahr in Filzbach an 158 Tagen insgesamt 32 Jugend- und-Sport-Aus- und Weiterbildungskurse in rund 20 verschiedenen Sportarten durch. Rund 4000 Kurse mit etwa 30 000 Übernachtungen finden im SZK jährlich insgesamt statt.

Fehr betonte mehrfach, wie gut verwurzelt und willkommen das SZK im Glarnerland beziehungsweise in der Gemeinde Glarus Nord sei. Das erstaunt indessen kaum, schliesslich sorgt es in Filzbach auch für 50 Arbeitsplätze. «Und drei Ausbildungsplätze», wie Fehr weiter hervorhob.

Ebenfalls mehrfach unterstrich er, dass für das SZK kein einziger Steuerfranken verwendet werde. Schon der Bau wurde 1971 über den Sportfonds finanziert, der jährlich mit 30 Prozent der Zürcher Lotteriegelder gespeist wird. Aus dem gleichen Topf fliessen jetzt auch die 50 Millionen Franken für die Erweiterung und Sanierung, ebenso die jährlich 4 Millionen Franken für Unterhalt, Abschreibungen, Zinsen und das Betriebsdefizit von gut einer Million Franken. Vor allem wegen der höheren Abschreibungen steigt dieser Gesamtbetrag auf gut 5,5 Millionen Franken an, wenn alle Arbeiten zum 50-jährigen Bestehen des SZK abgeschlossen sein sollen.

Trockene und nasse Füsse

Was in Filzbach neben den verschiedenen Erneuerungsarbeiten gemacht werden soll, fasste Kägi zusammen: der Neubau einer Dreifachturnhalle mit integriertem Werkhof, in dem die bisher auf verschiedene Anlagen verteilten Werkstätten zusammengefasst werden, und ein neuer achtstöckiger Unterkunfts- und Schulungstrakt anstelle des bestehenden. «Dieser hat heute den Charme einer Technikzentrale, die in die Jahre gekommen ist», bemerkte Kägi dazu. Der neue Trakt werde zudem über einen Flachbau mit den bestehenden Empfangsgebäuden verbunden, «womit alles mit trockenen Füssen erreichbar wird».

Nasse Füsse hätte sich Fehr zum Schluss der Medienkonferenz beinahe noch geholt. So bedankte er sich zwar bei allen, die erschienen waren; «artig», wie er anmerkte, auch bei allen Medienleuten, dem Regierungspräsidenten und dem Regierungsrat für den Kredit, den er gewissermassen als Weihnachtsgeschenk noch in diesem Jahr gesprochen habe. Doch dann kam es: «Man kann sagen: mit Überzeugung.» Und erst nach einer kurzen Pause: «Gut. Er macht eigentlich alles mit Überzeugung.»

Marco Häusler ist Dienstchef der Zeitungsredaktion «Glarner Nachrichten». Er absolvierte den zweijährigen Lehrgang an der St. Galler Schule für Journalismus und arbeitete bei der ehemaligen Schweizerischen Teletext AG und beim «Zürcher Unterländer», bevor er im Februar 2011 zu Somedia stiess. Mehr Infos

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